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4621 Wolfhagen
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Gran

Wüstung · 300 m über NN
Gemarkung Wolfhagen, Gemeinde Wolfhagen, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Wüstung

Lagebezug:

2 km südlich von Wolfhagen

Lage und Verkehrslage:

Die Wüstung lag gemäß HLGL-Flurnamenverzeichnis der 1930er Jahre am Granerberg, wo sich nun ein Segelflugplatz befindet. 0,5 km südwestlich gibt es heute zudem eine danach benannte Gehöftgruppe Granfeld.

Ersterwähnung:

1081

Letzterwähnung:

Anfang 15. Jahrhundert

Siedlungsentwicklung:

Es war vielleicht schon 1321 wüst (im felde Gran) (UA Hasungen], jedenfalls Anfang des 15. Jahrhunderts (Landau, Beschreibung der wüsten Ortschaften. Ausg. 1858, S. 170).

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1123)
  • villa (1107-1128)
  • villa (1253)
  • im felde Gran (1321) [HStAM Urk. 27 (Urkundenarchiv Hasungen)]

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3512265, 5685291
UTM: 32 U 512107 5684165
WGS84: 51.30866238° N, 9.173697792° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

63302810037

Verfassung

Altkreis:

Wolfhagen

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Bereits im 11. Jahrhundert ist Besitz des Klosters Hasungen in Gran nachweisbar. 1123 erhielt das Kloster von Rilind von Itter eine Kirche in Gran (siehe Ortskirche). Zur Zeit des Abtes Erkenbert (1107-1128) verzeichnete die Reichsabtei Corvey 8 iugera in Gran, die der Propstei Marsberg zugewiesen waren. 1151 bestätigt Erzbischof Heinrich von Mainz dem Kloster Hasungen die Schenkungen des Trutwin von Gran, der dafür Güter in Vorschütz und Gran erhält. 1154/59 erwirbt Abt Hildebold von Hasungen insgesamt drei Hufen in Gran.
  • 1240 erhielt die Kirche in Todenhausen sieben Äcker in Gran als Kompensation für verlorene Güter. 1253 ist Kloster Hasungen Grundherr in Istha. Daneben hat 1253 das Kloster Breitenau Besitz in Gran.
  • 1336 machen die von Helfenberg vier Hufen ihres Besitzes in Alveringhausen zu hessischen Lehen. 1409 verzichtet Rudolf von Helfenberg, Burgmann zu Wolfhagen, u.a. auf Ländereien in Gran, die er als hessisches Lehen innehat, zugunsten der Landgrafen.

Zehntverhältnisse:

1209, 1253 und 1310 hat das Petersstift Fritzlar Zehnteinkünfte in

Ortsadel:

Adlige von Gran 1150 bis 1269 (Landau, Beschreibung der wüsten Ortschaften. Ausg. 1858, S. 170; UA Hasungen und Schönenberg)

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1123 erhielt das Kloster Hasungen hier von Rilind von Itter eine Kirche.
  • 1354-1488 wurden Pfarrer genannt (UA Hasungen).

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Schützeberg

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Gran, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2751> (Stand: 30.6.2021)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde