Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1280 Frühjahr

Krieg zwischen Mainz und Heinrich I.

Regest-Nr. 243

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Drucke: Diemar, Chroniken Wigand Gerstenberg, S. 225 f. (auf Grund der Riedeselschen Excerpta, gedr.: Kuchenbecker, Analecta 3, S. 10); Diemar, Chroniken Wigand Gerstenberg, S. 416 f.
Regesten: Regesten der Landgrafen von Hessen 1 Nachdr., S. 84/85 Nr. 226.
Literatur: Schmincke, Monimenta Hassiaca 2, S. 428 f.; Feder, Ungrund, S. 15; Rommel, Geschichte von Hessen 2, S. 72 f. und Anm. S. 53 Nr. 22 (zu 1282-83); Nebelthau, Denkwürdigkeiten 1, S. 270 (zu 1283); Ropp, Erzbischof, S. 127 Anm. 1; Böhmer-Will, Regesta 2, S. 401 Nr. 443, 444 (zu 1277) und S. 409 Nr. 497 (zu 1280); Weidemann, Landgraf Heinrich I., S. 430 f.
Regest
Erzbischof Werner von Mainz zieht im Bunde mit den Grafen von Ziegenhain und Battenberg gegen Landgraf Heinrich. Verhandlungen über Zahlung einer größeren Summe, die der Landgraf mit dem Erzbischof während dessen Aufenthaltes im Busecker Tal anknüpft, zerschlagen sich, anscheinend durch allzu hohe Forderungen Werners, der nunmehr seine Truppen bis Fritzlar vorrücken läßt. In dieser Not soll Landgraf Heinrich ein allgemeines Aufgebot aller waffenfähigen Männer erlassen haben, das ihm ein dem Erzbischof weit überlegenes Heer verschafft. Werner verläßt zwar Fritzlar und zieht dem Landgrafen zum Kampfe entgegen, muß aber, durch die Flucht seiner Truppen gezwungen, in jene Stadt Schutz suchend zurückkehren; seine Truppen jedoch werden dort aus Furcht vor dem Landgrafen und einer etwaigen Belagerung nicht aufgenommen. So sieht sich der Erzbischof genötigt, einen für Hessen äußerst günstigen Frieden unter folgenden Bedingungen schließen zu müssen: Werner befreit den Landgrafen und dessen Land von Bann und Interdikt und ersetzt allen in diesem Feldzuge von den erzbischöflichen Truppen und Bundesgenossen verursachten Schaden; ferner verzichtet er für sich und alle seine Nachfolger auf das Recht, selbst oder durch einen seiner Kommissare oder Offiziale in den Städten des Landes Hessen Sendgerichte abzuhalten.

Weitere Informationen

Diemar, Chroniken, S. 231 mit den Anm. 12 bis 15 erwähnt zu 1283 [einen] Friedensschluß, [der] vielleicht mit dem obigen zu vereinigen [ist]; vgl. Landau, Ritterburgen 2, S. 217 (wegen Naumburg) und Landau, Beschreibung, S. 286 (wegen der Wenigenburg); hierzu stehen allerdings [1278 Juni 3 Grotefend-Rosenfeld, Landgrafenregesten 1, S. 80/81] Nr. 218 und [1282 Oktober 24 Grotefend-Rosenfeld, Landgrafenregesten 1, S. 91/92 Nr. ] 243 im Widerspruch, wonach die Wenigenburg bereits im Jahre 1278, Burg und Stadt Naumburg 1282 wieder in mainzischen Besitz kamen.

Nachweise

Weitere Personen

Mainz, Erzbischöfe, Werner von Eppstein · Hessen, Landgrafen, Heinrich I.

Weitere Orte

Mainz, Erzbischöfe · Ziegenhain, Grafn · Battenberg/Eder, Grafen · Naumburg, Burg · Naumburg, Stadt · Busecker Tal · Fritzlar

Sachbegriffe

Erzbischöfe · Grafen · Kriege · Angriffskriege · Verhandlungen · Truppen · Aufgebote, allgemeine · Männer, waffenfähige · Heere · Flucht · Belagerungen · Interdikte · Bann, Aufheben des · Frieden · Bundesgenossen · Schadensersatzleistungen · Kommissare · Sendgerichte · Rechte, Verzicht auf

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Grotefend-Rosenfeld, Landgrafenregesten 1

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 243 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/243> (Stand: 23.10.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde