Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1457 April 29

Verbrüderung zwischen Sachsen, Hessen und Braunschweig

Regest-Nr. 2213

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Abschriften: Staatsarchiv Marburg, Kopiar 10, Nr. 24, Bl. 68-81.
Literatur: Demandt, Regesten Kopiare 1, S. 460 f., Nr. 1180.
Regest
[Nürnberg]. - Wie hiernach folgt, so haben sich Sachsen und Hessen einerseits und Brandenburg andererseits verbrüdert und diese Aufzeichnung (nothel) Kaiser Friedrich übergeben und die Belehnung zu erlangen unterstanden. Das Original dieser Supplik und Note (nottel) findet man in Leipzig.
Wie hiernach folgt, ist dem Römischen Kaiser eine Kopie übergeben worden zu St. Veit in Kärnten (im Jahr) 57. Die Sendboten der Herren von Sachsen, Brandenburg und Hessen legen dem Kaiser die Urkunden vor, durch die Kaiser Karl die Fürstentümer Meißen und Thüringen verbrüdert hat, die sie in einigen Worten und Namen den neuen Gegebenheiten angepaßt haben, ohne sie im Prinzip zu verändern. Sie bitten den Kaiser, ihren Herren eine gnädige Antwort darauf zu erteilen.
Kaiser Friedrich bekundet, daß sich die Herzöge Friedrich und Wilhelm von Sachsen und Landgraf Ludwig [I.] von Hessen und Friedrich, Johann, Albrecht und Friedrich, Markgrafen von Brandenburg und Burggrafen von Nürnberg, verbrüdert haben und daß demgemäß jeder den anderen in seinen Kurfürstentümern, Fürstentümern, Herrschaften, Landen, Städten und Herrschaften als rechten Miterben eingesetzt hat, alles laut eines Brudervertrages, der anschließend folgt:
Friedrich, Erzmarschall des Reiches, und Wilhelm, sein Bruder, beide Herzöge zu Sachsen, Landgrafen zu Thüringen, Markgrafen zu Meißen, und Ludwig, Landgraf von Hessen, einerseits und Friedrich, des Reiches Erzkämmerer, Johannes, Albrecht und Friedrich d.J., Markgrafen zu Brandenburg und Burggrafen zu Nürnberg, Brüder, andererseits, bekunden, daß sie sich wohlbedacht mit dem Rate der Ihren aus besonderer Freundschaft und mit Erlaubnis Kaiser Friedrichs zur Wahrung des Friedens und zum Besten ihrer Lande erblich verbrüdert haben.
Es folgen nunmehr die einzelnen Ausführungen und Bestimmungen der gegenseitigen Erbverbrüderung. Alle Beteiligten beschwören diese Abmachungen und besiegeln die darüber vorliegende Urkunde.
Nürnberg 1457 uff frytag nach dem suntag . . . Quasimodogeniti.
Der Kaiser bekundet, daß er darum ersucht worden ist, diese brüderliche Vereinigung zu bestätigen und ihnen allen die genannten Herzogtümer und Landgrafschaften zu gesamter Hand zu verleihen, was er angesichts ihrer, dem Reiche erwiesenen und noch zu erweisenden Dienste tut, mit der Verpflichtung, daß sich die gen. Fürsten zu einer zu benennenden Zeit mit Panieren und Fahnen an den Kaiserlichen Hof verfügen und die gen. Herzogtümer und Landgrafschaften als Lehen empfangen. Es soll dann in Zukunft so gehalten werden, daß im Falle des erbenlosen Todes der Herzöge Friedrich und Wilhelm von Sachsen und Landgraf Ludwigs [I.] von Hessen oder deren Erben ihre Lande an die gen. Markgrafen von Brandenburg fallen sollen, und daß umgekehrt beim erbenlosen Tode der gen. Markgrafen von Brandenburg ihr Fürstentum an die Herzöge Friedrich und Wilhelm von Sachsen und Landgraf Ludwig [I.] von Hessen und deren Erben fällt. Der Kaiser verbietet, gegen diese Bestimmungen irgendetwas zu unternehmen bei einer Strafe von 1000 Mark lötigen Goldes.
Siegel.
Datum ...
Die gen. Sendboten der Herren von Sachsen, Brandenburg und Hessen bitten den Kaiser, solche Verbrüderung, die ihre Herren aus wichtigen Gründen (merglichen beweglichen Ursachen) eingegangen sind, zu bestätigen.
Titelunterschrift: E.K.M. willige dienere unser gnedigen her von Sachsen und Brandenburg und von Hessen sendepothen.
Nachweise

Weitere Personen

Friedrich III., Kaiser · Sachsen, Herzöge, Friedrich, Erzmarschall · Thüringen, Landgrafen, Wilhelm II. der Tapfere · Hessen, Landgrafen, Ludwig I. · Brandenburg, Kurfürsten, Friedrich II., der Eiserne · Kulmbach-Bayreuth, Markgrafen, Johann der Alchemist · Brandenburg, Kurfürsten, Albrecht III. Achilles · Nürnberg, Burggrafen, Friedrich VII. siehe Brandenburg, Kurfürsten, Friedrich II., der Eiserne

Weitere Orte

Nürnberg · Sachsen, Herzöge · Thüringen, Landgrafen · Meißen, Markgrafen · Brandenburg, Markgrafen · Nürnberg, Burggrafen · Leipzig

Sachbegriffe

Erbverbrüderungen · Erben, fehlende · Kaiser · Markgrafen · Burggrafen · Herzöge · Erzmarschälle · Reichslehen · Privilegien, Bestätigung der · Brüder · Lehen, zu gesamter Hand · Paniere · Fahnen · Strafen · Gold, lötiges

Textgrundlage

Regest

Demandt, Regesten 2.1

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 2213 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/2213> (Stand: 30.11.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde