Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Seckbach

Stadtteil
Gemarkung Frankfurt-Seckbach, Gemeinde Frankfurt am Main, Stadt Frankfurt am Main 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

5 km nordöstlich von Frankfurt am Main

Lage und Verkehrslage:

Siedlung oberhalb eines ehemaligen Mainarmes (Stausee) am Hang beiderseits einer am Höhenrücken flußauf folgenden Fernstraße. Kirche in zentraler Ortslage, moderne Siedlungsentwicklung nach Südwesten in Richtung Frankfurt am Main.

Ersterwähnung:

881

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (830-850);

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3480591, 5556572
UTM: 32 U 480524 5554789
WGS84: 50.1450085° N, 8.727421215° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

412000340

Frühere Ortskennziffer:

412000834

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 808, davon 647 Acker (= 80.07 %), 73 Wiesen (= 9.03 %), 0 Holzungen

Einwohnerstatistik:

  • 1632: 87 Haushaltungen
  • 1686: 92 Haushaltungen, 1 Jude
  • 1753: 141 Familien mit 630 Personen
  • 1812: 187 Feuerstellen, 1139 Seelen
  • 1834: 1525
  • 1840: 1593
  • 1846: 1558
  • 1852: 1598
  • 1858: 1589
  • 1864: 1732
  • 1871: 1888
  • 1875: 2210
  • 1885: 2466, davon 2290 evangelisch (= 92.86 %), 176 katholisch (= 7.14 %)
  • 1895: 2830

Diagramme:

Seckbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 947: Niddagau (in pago Nitehgouue in comitatu Cuonradi)
  • 1303: "Grafschaft" Bornheimer Berg (explizit belegt erst Mitte 15. Jahrhundert)
  • 1736: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Grafschaft Hanau-Münzenberg, Amt Bornheimerberg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Grafschaft Hanau-Münzenberg, Amt Bergen (Bornheimerberg)
  • 1803: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hanau, Amt Bergen
  • 1806/7-10: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Hanau, Amt Bergen (Militärverwaltung)
  • 1810-1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau, Distrikt Bergen
  • 1816: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hanau, Amt Bergen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis Hanau
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hanau
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Landkreis Hanau
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hanau
  • 1886: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Frankfurt am Main
  • 1900: Stadtkreis Frankfurt am Main
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Frankfurt am Main
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Frankfurt am Main
  • 1952: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreisfreie Stadt Frankfurt am Main
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Frankfurt am Main

Altkreis:

Frankfurt am Main, Stadt

Gericht:

  • 1303: Reichsgericht Bornheimerberg
  • 1822: Justizamt Bergen
  • 1867: Amtsgericht Bergen-Enkheim
  • 1886: Amtsgericht Bockenheim
  • 1895: Amtsgericht Frankfurt am Main

Herrschaft:

1387 waren die Schelme von Berge zu 7/8 und die von Cronberg zu 1/8 Herren des Dorfgerichts. Die Schelme trugen die Hälfte von den Herren von Isenburg als büdingische Erben zu Lehen. 1477 verkauften die Schelme die Hälfte ihres Anteils an Frankfurt, das cronbergische Achtel war an die Grafen von Solms gefallen. 1503/04 überließen beide ihre Anteile den Grafen von Hanau.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1900 Eingliederung in den Stadtkreis Frankfurt am Main.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Im Lorscher Reichsurbar (830-850) wird Seckbach als karolingisches Königsgut bzw. Fiskalgut genannt.
  • Ludwig der Deutsche schenkte dem Bartholomäusstift, das, was Ruotker in Seckbach besessen hatte und bestätigte dies dreimal. 977 besaß das Stift nach der Bestätigung von Kaiser Otto II. drei Hufen mit Weingärten in Seckbach.
  • 947 schenkte Otto I. seinem Schultheißen villicus Wetti eine Hufe mit Zubehör in Seckbach.
  • Die Kölner Erzbischöfe besaßen hier im 11. und 12. Jahrhundert einen Hof.
  • 1230 werden beim Verkauf des Rieder Hofes durch das Kloster Haina an Kloster Arnsburg sechs Tagewerk Weinberg in Seckbach von den umliegenden Ländereien ausdrücklich ausgenommen. 1238 bezeugt die Stadt Frankfrut dem Kloster Haina Schenkungen von Besitzungen u.a. in Seckbach. Später kommen weitere Besitzungen hinzu.
  • 1359 kauft Philipp von Falkenstein u.a. ein Gut zu Seckbach von Hartmut von Kronberg.

Zehntverhältnisse:

In Seckbach hatten die Schelme von Bergen einen Teil des Zehnten als eppsteinisches Lehen, den sie 1388 weiterverpfändeten. Die Grafen von Hanau beanspruchten den Weinzehnten zu Seckbach und Bergen.

Ortsadel:

1290

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1707-10: Barocke Saalkirche

Patrozinien:

  • Maria

Pfarrzugehörigkeit:

Reformierte Gemeinde bis 1737 als Filial zur Pfarrei Bergen gehörig.

Die Reformierten zu Seckbach waren zur Bergkirche bei Bergen eingepfarrt, die Lutheraner bis 1673 nach Fechenheim und Bornheim. Getrennte Pfarreien seit 1737 und 1710, seit 1818 vereinigte Pfarrei der Klasse Bockenheim.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation um 1540.

Erster eigener evangelischer Pfarrer: Johann Konrad Hilbert 1673-1695

Seit 1737 bestand neben der lutherischen Pfarrei eine reformierte.

Seit 1821 unierte Pfarrei.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Seckbach, Stadt Frankfurt am Main“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11725> (Stand: 16.10.2018)
 
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