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Regesten der Landgrafen von Hessen

1370 April 3

Entscheid in einem Streit zwischen Hessen, Mainz und dem Deutschen Orden

Regest-Nr. 11657

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: Staatsarchiv Marburg, Deutschorden, Ballei Marburg. Pergament, 5 Blätter mit blauem Garn zusammengenäht. Spuren des graugrünen und eines (größeren) grünen Siegels unter dem Text.
Drucke: Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 3, Neudruck, S. 98-103 Nr. 1104.
Regesten: Regesten der Erzbischöfe von Mainz 2,1, S. 589 f. Nr. 2618; Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 3, Neudruck, S. 98 Nr. 1104.
Regest
Wir Graf Johann von Nassau (Nassauwe), Herr zu Merenberg, und der Ritter Stephan von Schartenberg (-tin) entscheiden auf Geheiß und mit Erlaubnis ihres Herrn von Mainz und ihres Herrn, des Landgrafen (von Hessen) ohne Zuziehung (bußen) derer, die mit ihnen gewählt sind, über folgende Stücke: 1. Den Bann, den Johann Czehinder an des Landgrafen Leuten zu Kirchhain (zum Kircheyn) um Erbgut getan hat, soll man abtun gemäß der Bestimmung der Sühnebriefe zwischen Mainz und Hessen (in unser herren briefen), da die Sache weltlich ist. Johann und sein Sohn können, wenn einer von ihnen das Gut fordern will, sich an das weltliche Gericht wenden, in dessen Bereich das Gut liegt.
2. Der Schaden (kummir), den die von Amöneburg (Amen-) dem Gute der Deutschherren getan haben wegen der Sache zu Niederwald (vom Nidernwalde), soll wieder gutgemacht werden nach Vorschrift der Sühnebriefe; die Amöneburger können dann gegen die Deutschherrenklagen.
3. Der Streit zwischen Konrad Grebin und Albrad Herbisten, deren Briefe darüber vor den Ausstellern verlesen worden sind, betrifft keine geistliche Sache, da sie keine Ehe gehabt haben noch haben konnten. Entscheidung wie § 1.
4. Der Komthur von Marburg (Martpurg) und die von Kirchhain (vom Kirchayn) klagen gegen die von Amöneburg (Amel-) wegen der Pferde, die der erzbischöfliche Amtmann denen von Kirchhain strafweise (vor bruche und bu^eße) genommen hat und die nach Neustadt (zu der Nuwinstad) geführt worden sind. Da die Amöneburger damit nichts zu tun haben, so werden die Kläger an den Erzbischof und seine Amtleute gewiesen.
5. Wegen der Pferde, die die Deutschherren vor (den Dörfern) Merlau (-lowe) und Mengerskirchen (-irskirchin) fordern, soll man sich, da beide Teile darüber gerichtet zu sein bekennen, an diese frühere Entscheidung halten.
6. Eberhard Schenke hat den Deutschherren Kühe genommen bei der Kapelle und sie damit gepfändet, weil der Kellner von Amöneburg einem armen Mann Eberhards für den Zins des Erzbischofs hatte pfänden lassen. Der Aufforderung, die Kühe bis zum rechtlichen Austrag wiederzugeben (czu borgene uff recht), ist Eberhard nicht nachgekommen. Damit hat er Unrecht getan und er soll Genugtuung leisten.
7. Die Deutschherren klagen wegen der Wegnahme eines Pferdes und eines Knechtes und seiner Habe gegen Heinrich von Mengerskirchen und Merlau, diese aber erklären, sie seien bei der Sache nicht Hauptleute, sondern Helfer gewesen, und ihre Hauptleute, die von Amöneburg, seien darüber mit den Deutschherren gesühnt; können sie das nachweisen, so sind sie nicht schuldig.
8. Ist die Starke, derentwegen der Kellner von Amöneburg klagt, vor Ausstellung der Sühnebriefe (vgl. § 1) zu Kirchhain aufgenommen, so soll sie dort bleiben, sonst aber hat man sie dem Erzbischof zu übergeben.
9. Die Freunde des Erzbischofs beschuldigen den Komthur zu Marburg, daß er und seine Untertanen den von Niederwald geboten hätten, ihre Bürgen Heinrich von Mengerskirchen, Walprachte und Konrad von Seelheim (Selheyn) und Werner Schetzel nicht zu lösen. Da der Komthur das bestreitet, so muß er, wenn sie die Bezichtigung nicht fallen lassen, seine Unschuld beweisen (iz unschuldig werden).
10. Dieselben werfen denen von Niederwald vor, daß sie diese vier Bürgen nicht gelöst haben. Es wird entschieden, daß die Lösung zu geschehen hat.
11. Walpracht klagt, der Komthur habe ihn wegen derselben Bürgschaft (virsatzunge) in einer Weise beschuldigt, die ihn an Leib und Ehre getroffen habe. Der Komthur antwortet, er habe es von Hörensagen getan und habe seine Gewährsleute auf Tagungen gebracht, die dort ihre Aussagen wiederholten und auf ihren Eid nehmen wollten. Das Urteil spricht den Komthur frei; Walpracht kann jene Leute verklagen.
12. Die Vier (§ 9) fordern, daß der Komthur und seine Untertanen die von Niederwald anhalten, die Vier zu lösen, da Dorf, Leute und Gericht ihm gehörten. Der Komthur, so lautet das Urteil, soll ihnen zu ihrem Rechte verhelfen, wenn man ihm, wie er fordert, die von Niederwald bei Namen nennt.
13. Die Freunde des Erzbischofs fordern Lösung des Bannes, in den Herr Rudger und seine Gesellen durch die von Frankenberg gekommen sind. Die von Frankenberg erklären, sie hätten den Rudiger nicht an des Erzbischofs Gericht, sindern "mit römischen Briefen" geladen, wozu sie sich berechtigt glaubten, auch hätten sie des Erzbischofs Vidimus darüber; auch nenne man ihnen Ruidgers Gesellen nicht. Die Richter entscheiden jedoch, daß der Bann gelöst werden muß, denn seit den Sühnebriefen ist es Herkommen, daß niemand den anderen laden nocht bannen soll um weltliche Sachen, es sei denn vorher ausgetragen (irfolgt) gemäß den Sühnebriefen.
14. Der Landgraf klagt gegen den Erzbischof, daß erzbischöfliche Untertanen aus Amöneburg (die in § 4 genannten und ihre Mithelfer) die dem Landgrafen untertänigen armen Leute in und vor dem Dorf Niederwald ohne Recht und Gericht und gegen die Sühnebriefe ausgebrannt, geplündert und zum Teil mit Gewalt nach Amöneburg geführt haben. Der Erzbischof soll diese Leute dazu anhalten, Ersatz zu leisten oder es selbst tun.
15. Ebenso wird entschieden über die Klage des Landgrafen gegen den Erzbischof, daß Ritter Tyle von Bellersheim (Beildirsheym) dem landgräflichen Bürger Heinz Bremmen von Grünberg (Grunen-) auf der Straße 30 Kluder Wolle von Hamershausen (Hamirshusin) genommen habe.
16. Die Marburger werden beschuldigt, des Erzbischofs eingesessenen Bürgern zu Amöneburg ihre Gülte vorzuenthalten und Schoß davon zu nehmen. Die Richter entscheiden, daß die Marburger Schoß erheben dürfen, wenn es, wie sie behaupten, schoßpflichtiges Gut ist.
17. Die Freunde des Erzbischofs klagen, daß die Deutschherren und die Kirchhainer die in das Gericht zu Heimersdorf (Heymirs-), das dem Erzbischof und dem Grafen von Ziegenhain (Cziginhayn) gemeinsam gehört, gekommen sind, dort gefrevelt haben und nach Spruch des Gerichtes bußfällig geworden sind, die Buße nur dem Grafen entrichtet, sie dem Erzbischof aber freventlich vorenthalten haben. Die Beschuldigten verlangen Nennung der Namen. Das Urteil lautet, daß sie wenn ihnen für einen Frevel Buße auferlegt worden ist, diese dem Erzbischof oder den Amtleuten zu leisten haben; haben sie das nicht getan, so durften die erzbischöflichen Amtleute pfänden.
D. 1370 quarta feria ante diem Palmarum.
Originaltext
(1.) Wir Johan van gotis gnaden grefe zu Nassauwe unde herre zu Merenberg unde Stephe von schartinberg ritter bekennen, daz wir von erst um den ban, den Johan Czehinder getan hayt an unsers herren des lantgreben luden zum Kirchheyn um erplich gud, sprechin wir, daz man den ban sal abetun nach dem als daz virschriben ist in unsers herren briefen, want dy sache werntlich ist. Will auch Johan ader sin sun um daz gud tedingen unde dar zu sprechin, daz mugen sie tun mit werntlichem gerichte unde mit gerichte da daz gud inne gelegen ist.
(2.) Item umbe den kummir, den die von amenburg getan haben an der Tutschin herrin gude umbe die sache vom Niedenwalde, sprechen wir, daz man den kummir sal abe tun noch dem als daz in unser herrin briven vorschriben ist, unde mugin dan den Tutschin herrin dor umbe tzusprechin unde yn lan antwortin unde an rechte gnugin.
(3.) Item sprechin wir umbe ansproche unde tzweyunge, die gewest ist adir ist tzuschin Conrad Grebin unde Albrad Herbisten noch irin briven die vor uns gelesin syn, daz die sache nicht geistlich ist, want sy keyne ee gehabit han noch gehaben muchtin, unde hir umbe sal die ladunge unde ban ab syn noch unser herrin briven; unde hette ir dheyn tzu dem aldern schulde, die mugin sy tun, ader gud ane czu sprechene, unde mit gerichte recht fordern an den stedin unde gerichten da die gud gelegin syn.
(4.) Item als der comptur von Martpurg unde die vom Kirchayn czu han gesprochin den von Amelburg um pherd, die unsers herrin von Mentze amptman genomen hat den vom Kirchayn vor bruche unde buße, unde die pherd gefurd wordin tzu der Nuwinstad, unde die von amelburg dez nicht tzu schaffen han, so sprechin wir, wullen der comptur unde die vom Kirchayn hir um redin, daz mugen sie tun mit unserme herrin von Mentze unde synen amptluden, wan yn die von Amelburg nicht dor umbe schuldig syn, want sie dor mide nicht gewest syn.
(5.) Item umbe die pherd, da die Tutschin herrin Merlowe unde Mengirskirchin umbe tzu sprechin, sprechin wir, wy daz vor virrechtit ist, also sullin sie iz den Tutschen herrin tun unde sie iz von yn nehmen, sint sy uf beide syden bekennen, daz dor ubir gerechtit sy.
(6.) Item als Ebirhard Schenke den Tutschin herrin hat kuwe genomen tzu der Cappellen unde sy da mide gephand, umbe daz der cellener von Amenburg hatte lazin phenden eynen synen armen man vor unsers herrin von Mentze tzins, unde ist her Craft Rode noch den cuwin kummen unde hait yme die ane gemundt tzu borgene uff recht, unde ym Ebirhard nicht gehorit hat, wyl her da mide meynit gephand habin, so hat her dor ane unrecht getan mude sal daz keren.
(7.) Item als die tutschen herrin tzusprechin Heinriche von Mengirskirchin unde Merlow umbe eyn pherd, daz sie yn genomen habin, unde eynen knecht, den sie yn abe gefangen haben, unde syne tzerunge, unde sie sprechin, daz sy dez nicht houbtlude werin, dann sy werins helfere, unde syn ire houbtlude dez mit den Tutschin herrin, mit namen die von amenburg, besunit, sprechin wir, wo Heinrich unde Merlow vorgenant sy der sune gewest, so recht ist, so ensyn sy yn dor umbe nicht schuldig.
(8.) Item als der cellener von Amelburg tzusprichit den von Kirchayn umbe die Starken, daz die da yn genomen ist, unde dor tzu ist geantwortit, sy sie in genomen vor unser herrin briven, sprechin wir, ist daz also, so beheldit man sie bilche; ist aber sy in genomen sider unser herrin briven, so let man sy bilche unserm herrin von Mentze fulgen.
(9.) Item als unsers herrin von Mentze frund schuldigin den comptur tzu Martpurg, daz her unde syne undertanen habin den von Niedernwalde vorbodin, daz sy Heinrich von Mengirskirchen, Walprachte unde cunrade von Selheyn und Wernher Schetzel nicht losen sullen, als sie sy vorsast haben unde dez irin besigiltin brif haben, unde dor uf der comptur antwortit, daz he noch die synen von synen wegin nymande der sie virsast habe, virboden habe, daz sy ir nicht losen sullin: dar uf sprechin wir vor recht, daz das eyn bytzicht ist, unde wullen sy yn dez nicht irlaßen, so mag he iz unschuldig werdin.
(10.) Item als die vorgenanten unsers herren von Mentze frund schuldigen die von Nidernwalde, daz sie die vorgenanten Heinrich unde syne mideborgen vorgenant virsast habin unde sy nicht gelost habin, als sy dez ire besigiltin brive habin, dor uf der comptur antwortit, daz sy nymans by namen genant haben; weriz daz die by namen genant werin, wer iz dan von rechte sulle virantwortin, den laze her iz verantwortin: dar uff sprechin wir vor recht, wer sy virsast hat, daz sy die tzu rechte losen sullin, alse die brive uzwysen, dir dor ubir gegebin syn.
(11.) Item alse Walpracht clagit, daz der comptur von der selbin virsatzunge wegin yn schuldigite, daz yme traf an lyb unde an ere etc., unde der comptur dor uf antwortit unde sprichit, waz her von Walprachte geredt habe, daz habe her getan von horin sagene unde habe ouch die uff tage brocht, die yme dit gesagit haben, die der rede daselbes bekanten unde woldin die czu den heilgin behaldin habin, unde meynit der comptur, daz her Walprachte um die schuldegunge nicht schuldig sy: dor uff sprechin wir vor recht, sind dem male daz der comptur Walprachte nicht getzigin hat unde habe die tzu tagen bracht, die yme die rede gesagit habin, unde haben dez ouch bekannt, so enist der comptur Walprachte nicht dor umbe schuldig, dan Walpracht mag yenen dor umbe tzusprechin, die dem comptur die rede gesagit habin unde ouch bekannt han, ab her will. (12.) Item alse Heinrich, Walpracht, Cunrad unde Wernher vorgenant heischin, daz der comptur unde syne undertanen die vom Nidernwalde dor tzu haldin, daz sy sie losen, als sy sie vorsast habin, want dorf, lude unde gerichte syn ist unde ym tzu verantworten stehit unde in dirre sache biz her alle tzyt geyn uns vorantwortit hat etc., unde dor uf der comptur antwortit, sint man die vom Nidernwald nennit unde nennit nymanne by namen, werde yme nu yman by namen genant, waz yme von rechtes wegin dor czu gehore tzu tune, daz wulle her tun: hir uf sprechin wir vor recht, wullin die vir borgin von Amenburg ymannen schuldigin tzum Nidernwalde ubir die in irin brifin stehn, die sullin sie dem comptur nennen, unde der sal yn von den helfin, daz recht ist, die her biz her vorantwortit hat unde noch dorch recht vorantwortin sal.
(13.) Item als unsers herrin frund von Mentze geheischit han, daz die von Frankenberg den ban abe tun, als her Rudger unde syne gesellin von irir wegin dor in kummen syn, unde dor uf die von Frankinberg antwortin, daz sie hern Rudger nicht gehaldin habin an unsers herrin von Mentze gerichte noch dem alse der herrin vorbuntnisse stehn, sunder sie habin yn geladin mit Romischen briven unde hoffin, daz sy daz mit rechte muge ngetan habin; ouch haben sie unsers herrin von Mentze vidimus dor ubir; ouch benenne man yn hern Rudgers gesellin nicht; weris daz man yn die benente, so wullen sy ouch gerne dor tzu antwortin: dor uf sprechin wir vor recht, sint dem mal daz iz biz here von alder also kummen ist sidir unser herrin sune ande briven, daz nyman den andern laden noch bannen sulle umbe werntliche sache, iz sy dan vor irfolgit noch unser herrin briven alse recht ist, so sullin sy hern Rudger den ban abe tun. Were yman me benant, do sprechin wir ouch gerne recht uf. Ouch mugin sie recht vordern von hern Rudger noch unser herrin briven, dez sal man yn ouch helfen, sin die sache wertlich ist.
(14.) Item als unser herre der lantgrebe schuldigit unsern herrin von Mentze, daz Heinrich von Mengirskirchen, Walpracht unde Cunrad gebrudere von Selheym unde Wernher Schetzil unde anders ire volgere unde midehelfere unsers herrin von Mentze undertanen von amelburg, syn kummen in unde vor daz dorf Nidernwalde unde habin da die armen lude, die yme tzu vorantwortin stehn, ane gerichte unde ane recht unde wider die vorbuntnisse, die die herrin under eynandir habin, gebrand unde yn daz ire genomen unde ir eyn teil gedrungen tzu eyme gedingetze eyner brandschatzunge unde haben ouch der armen lude eyn teil mit gewalt mit yn gefurd geyn amenburg, als dez nicht syn solde von irir vorbuntniße wegin, unde heischit daz gekart nocht rechte unde ouch allis, daz yme ouch den armen luden kost, schade unde smocheit da von entstandin unde geschen ist unde daz yn ouch noch da von entstehn mag; unde dor uf geantwortit ist also: item als unser herre der lantgrebe unsern herrin von Mentze schuldigit, daz Henrich von Mengirskirchib unde syne gesellin etc. umbe die armen lude tzum Nidernwalde, dez ant wortin wir, sint daz unsir herre der lantgrebe unserm herrin von Mentze dor umbe tzusprichet, daz unser herre von Mentze daz selbir vorantwortin sal etc.: dor uf sprechin wir vor recht, daz alle name unde brand unrecht syn, iz enwere dan vor irfolgit, so recht ist, unde sal unser herre von Mentze die heißin unde sie dor czu halden, daz sie den brand, nome unde schatzunge kerin, adir sal iz selbir kerin.
(15.) Item als unser herre der lantgrebe schuldigit unsern herrin von Mentze, daz Tyle von Beildirsheym ritter eyme synem borgere Heintzen Bremmen von Grunenberg zu Hamirshusen unde wider dor tzu genomen habe uff der strazze dryßig kluder wollin, dor uf sprechin wir tzu rechte, daz unser herre von Mentze hern Tylen vorgenant daz sal heißin kerin unde yn dor tzu halden, adir sal iz selbir kerin.
(16.) Item alse man clagit von den von Martpurg, daz sy unsers herrin von Mentze ingesessenen borgern tzu Amenburg ire gulde nicht lazin volgin, die sie tzu Martpurg han, unde geschoz da vone nehmen, unde die von Martpurg dor uf antwortin unde sprechin, sy entun nicht, dan sie hebin geschoz uff von schozhaftigem gude, daz von alder here geschoßit habe: sprechin wir vor recht, ist iz daz die von Amenburg han tzu Martpurg schozhaftig gud unde setzin die von Martpurg dor uf geschoz als uff ander geschozhaftig gud, daz dez glych ist, daz sy dor ane nicht unrecht tun.
(17.) Item als unsers herrin frund von Mentze schuldigin die Tutschin herrin unde die vom Kirchayn, daz sy in daz gerichte tzu Heymirsdorf syn kummen, daz unsers herrin von Mentze unde dez grefen von Tziginhayn sementlich ist, unde han die vom Kirchayn da bruche unde vrebil getan unde syn da bushaftig wordin dem vorgenanten unserm herrin von Mentze unde dem grefen von Ciginhayn, als daz gerichte gewysit hat, unde han die vom Kirchayn die buße dez grefen frunden von Ciginhayn gerichtit unde han sy die buße unserm herrin von Mentze unde synen amptluden biz here vrebeliche vor behaldin unde ist dor um unsern herrin von Mentze unde den synen groz kost unde schade entstanden unde noch alle tage entsteht, unde heischen daz gekard unde gerichtit ale recht ist; unde die Tutschin herrin dor uf antwortin, sint dem male daz nyman, sunderliche mit namen genant ist, daz sie nicht dor tzu antwortin sullen; wurde abir yman benant under yn, der da by gewest sy, so wullen sie dor tzu alse vile tun, als sy bilche unde von rechte tun sullen; item als unsers herrin frund von Mentze schuldigin die vom Kirchayn, daz sie in daz gerichte tzu Heymersdorf kummen syn, sprechin sy, sint dem male daz nyman benant ist sunderliche, daz sie nicht dor tzu antwortin sullin; wurde abir ymand benant der dor by gewest sy, so wullen sie dor tzu alse vil tun, als sy von rechte tun sullin: hir uff sprechin wir vor recht, han die vom Kirchayn vrebelt in unsers herrin von Mentze unde dez grafen von Ciginhayn gerichte unde ist yn da buße irteilt, daz sie die bilche unserm herrin vorbußen ader synen amptluden von synen wegin, unde wo sy dez nicht getan haben unde han dan syne amptlude dor vor gephand unde die phand zu geborgit unde dar mide gefarin alse recht ist, daz muchtin sie wole mit rechte tun.
(18.) Alle dise vorgeschribenen recht han wir grefe Johan unde Stefen vorgenant entscheidin von geheiße und loube unsers herrin von Mentze unde unsers herrin dez lantgrefen bußen unsern midegesellin, die mit uns dor ubir gekorin syn. Dez tzu orkunde haben wir unser ingesigele uf diese vorgenanten recht gedrucht.
Datum anno domini millesimo trecentesimo septuagesimo, quarta feria ante diem Palmarum.

Sprache des Originaltextes

deutsch

Nachweise

Weitere Personen

Nassau-Dillenburg, Grafen, Johann I. · Schartenberg, Stephan [II.] von · Hessen, Landgrafen, Heinrich II. · Mainz, Erzbischöfe, Gerlach von Nassau · Schenk zu Schweinsberg, Eberhard [II.] · Zehnter, Johann · Mengerskirchen, Heinrich von · Seelheim, Walprach von · Seelheim, Konrad von · Schetzel, Werner · Bellersheim, Thiele von, Ritter · Bremmen, Heinz, Bürger in Grünberg · Grebin, Konrad · Herbisten, Albrad · Rode, Kraft [II.] · Rudger

Weitere Orte

Nassau, Grafen · Merenberg · Mainz, Erzbischöfe, Kirchhain · Amöneburg · Niederwald · Marburg, Deutscher Orden · Neustadt · Merlau · Mengerskirchen · Amöneburg, Kellner · Frankenberg · Grünberg, Bürger · Marburg · Amöneburg, Bürger · Heimersdorf, Gericht · Ziegenhain, Grafen · Heimertshausen

Sachbegriffe

Grafen · Ritter · Streitigkeiten, Entscheid von · Erzbischöfe · Bann · Erbgüter · Sühnebriefe · Söhne · Gerichte, geistliche · Gerichte, Streit um Zuständigkeiten · Deutscher Orden · Komture · Pferde, Diebstahl von · Amtleute · Dörfer · Vieh, Diebstahl von · Kühe · Knechte · Kellner · Leibeigene, Streit um · Bürgen · Händler · Wollhandel · Steuern · Straßen, Sicherheit auf

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Reg. Erzb. Mainz 2.1

Original

Wyss, UB Deutscher Orden 3

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 11657 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/11657> (Stand: 18.06.2019)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde