Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1364 Dezember 21

Befristeter Friede zwischen Mainz, Hessen, Braunschweig, Waldeck und Hohnstein

Regest-Nr. 11606

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: Hauptstaatsarchiv Hannover, Domstift Hildesheim, Nr. 871a. Pergament, von den Siegeln (an Presseln) sind die ersten beiden beschädigt, von 4 und 6 sind Reste erhalten, 3 und 5 fehlen.
Drucke: Urkundenbuch der Herzöge von Braunschweig 3, S. 167 Nr. 253; Urkundenbuch des Hochstifts Hildesheim 5, S. 710 Nr. 1099.
Regesten: Urkundenbuch der Stadt Goslar 4, S. 615 Nr. 828; Regesten der Erzbischöfe von Mainz 2,1, S. 426 f. Nr. 1888.
Regest
Graf Gerhard und Graf Otto von Wohldenberg (Wol-), Johann von Gadenstedt (Godenstede), Hermann von der Gowisch (-wysghe), Kurt, der Marschall, und Kurt von Linde d.J. bekunden: Sie haben auf Bitte des Otto von Hallermund (Halremund, -munt), Schulmeisters und Vormunds des Hochstifts Hildesheim, einen Handfrieden gelobt und gegeben für das Hochstift, den Vormund Otto, die Ritter Ludolf von Oldershausen (Olderdeshusen) und Hermann von Hardenberg und die Knappen Hans von Vreden, wohnhaft zu Herzberg (Hert-e), Hermann von Oldershausen, Kurt von Reinholdshausen (Rynoldeshusen) und Heynvord von Stockhausen (Stochusen). Der Friede soll gelten bis 1365 Juni 24 (Joh. tag to middesomere) zwischen Herzog Ernst von Braunschweig und dessen Sohne Otto, dem Erzbischof von Mainz, dem Landgrafen von Hessen, allen (Grafen) von Hohnstein, dem Grafen Otto von Waldeck (Woldecghe) und allen, die mit ihnen in der Fehde sind, einerseits und andererseits dem Hochstift Hildesheim, dem Otto von Hallermund und allen Landen und Leuten, wie sie Bischof Johann dem Otto anbefohlen hat. Will Herzog Otto nach seiner Rückkehr in sein Land nicht in dem Frieden sein, so soll Herzog Ernst von Braunschweig, Ottos Vater und Herr, das dem Hochstift Hildesheim und dem Otto von Hallermund 8 Tage zuvor auf dem Steuerwald (t odeme Sturewolde) verkündigen. Durch einen Krieg zwischen Otto und Hildesheim soll dieser Friede nicht berührt werden; Ottos Vater Ernst und die übrigen, die in diesem Friede sind, sollen in einem solchen Kriege dem Otto nicht helfen. Dem Hochstifte Hildesheim und dem Otto von Hallermund, nicht aber dem Herzog Ernst, steht es zu, diesen Frieden aufzusagen; so soll 8 Tage zuvor in Uslar (-lere) angekündigt werden. Es folgen Bestimmungen über Gefangene und Kriegsschatzungen (dinghede). Friedbrecher sollen in den hildesheimischen Schlössern und wo Hildesheim sonst Macht hat, nicht Unterkunft finden. Auch soll Otto von Hallermund während des Friedens in hildesheimischen Schlössern keine Feinde der Herzöge von Braunschweig, des Erzbischofs von Mainz und der anderen oben Genannten aufnehmen. Wird der Friede von hildesheimischer Seite gebrochen, so sollen die Aussteller dieser Urkunde in Einbeck (Enbeke) einreiten.
1364 an sunte Thomases daghe des hilghen apostelen.
Nachweise

Weitere Personen

Wohldenberg, Grafen, Gerhard · Wohldenberg, Grafen, Otto · Gadenstedt, Johann von · Gowisch, Hermann von der · Linde, Kurt von · Linde, Kurt [I.] von · Hallermund, Otto von, Vormund des Hochstifts Hildesheim · Oldershausen, Ludolf von · Hardenberg, Hermann von · Vreden, Hans von, Knappe, aus Herzberg · Oldershausen, Hermann von · Reinholdshausen, Kurt von · Stockhausen, Heynvord von · Braunschweig-Göttingen, Herzöge, Ernst · Braunschweig-Göttingen, Herzöge, Otto der Quade · Mainz, Erzbischöfe, Gerlach von Nassau · Hessen, Landgrafen, Heinrich II. · Hohnstein, Grafen · Waldeck, Grafen, Otto II. · Hildesheim, Bischöfe, Johann II. Schadland

Weitere Orte

Hildesheim, Hochstift · Hildesheim, Bischöfe · Waldeck, Grafen · Mainz, Erzbischöfe · Braunschweig, Herzöge · Uslar · Einbeck · Steuerwald

Sachbegriffe

Grafen · Marschälle · Schulmeister · Vormünder · Erzbischöfe · Bischöfe · Söhne · Friedensverträge, zeitlich befristete · Friedbrecher · Gefangene · Kriegsschatzungen · Burgen

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Reg. Erzb. Mainz 2.1

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 11606 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/11606> (Stand: 09.07.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde