Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1493 Juli 8

Entscheid im Streit zwischen den Klöstern Georgenberg und Wiesenfeld

Regest-Nr. 10224

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: Staatsarchiv Marburg, Urkunden A II Kloster Georgenberg. Pergament, 4 Siegel anhängend, 1) stark beschädigt, 4) 22 mm Durchmesser, 2 abgewendete Fische, Umschrift unleserlich.
Regesten: Schunder, Die oberhessischen Klöster, S. 208 f. Nr. 650.
Regest
Dietrich Huhn (Huen) von Ellershausen, Johann Gebenhausen (Gebelnhußen), Schultheiß zu Frankenberg, Deinhard Deinhard (Deyne), Schöffe zu Frankenberg, vom Kloster Georgenberg (Jorginberg) gewählte Schiedsrichter, und Henne Korlle der Ältere, Henne Korle der Junge und Hen Molners, Schöffen und Ratleute zu Wildungen, vom Johanniterorden Wiesenfeld (Weßinfelt) und dem Pfarrer von Frankenberg gewählte Schiedsrichter, entscheiden den Streit zwischen diesen Parteien. Es erschienen als Vertreter des Klosters der vom Landgrafen Wilhelm von Hessen zum Vorsteher des Klosters bestimmte frühere Abt von Bredelar Anton und als Vertreter der Gegenpartei Johann Rosner, Komtur zu Wiesenfeld. Entsprechen der ersten Übereinkunft zwischen ihnen verlangt das Kloster die Bestellung eines Kaplans und die Besoldung mit 8 Pfund Frankenberger Währung jährlich. Das Ordenshaus verlangt die jährliche Zahlung von 1 Malter Frucht an Martini aus dem vor der Neustadt Frankenberg gelegenen und jetzt von Gerlach Solden besessenen Klostergut gen. die Wyden, von 12 Metzen Frucht aus dem zur Zeit von Hermann Lucke besessenen Klostergut, 6 Käse, 2 Gänse, 2 Hühner, 1 Lamm, 2 Wagen Holz und einige Schillinge von den Festen, Prozessionen, Vigilien und Leichenbegängnissen. Komtur und Pfarrer sollen ferner dem Kloster jährlich 2 Viertel Wein am Gründonnerstag geben. Die nunmehr erzielte Einigung soll 20 Jahre dauern: Das Ordenshaus wird den Kaplan unterhalten und jährlich 8 Pfund zahlen, verzichtet auf die Lieferung der Naturalien und kleinen Geldbeträge, es erhält aber jährlich den Malter und die 12 Metzen gemischte Frucht. Das Kloster verzichtet auf die beiden Viertel Wein. Die Urkunde wird zweimal ausgefertigt.
Siegler: Anna Thuleis, Äbtissin von Georgenberg mit dem Konventssiegel, Johann Rosener mit eigenem Siegel, Dietrich Huhn und Korlle d.J.
Datum a.d. 1493, uff montagk Kyliani.
Nachweise

Weitere Personen

Huhn von Ellershausen, Dietrich · Gebenhausen, Johann · Deinhard, Deinhard, Schöffe in Frankenberg · Korlle, Henne d.Ä., Schöffe in Wildungen · Korlle, Henne d.J, Schöffe in Wildungen. · Molner, Hen, Schöffe in Wildungen · Hessen, Landgrafen, Wilhelm III. · Bredelar, Äbte, Anton · Rosner, Johann, Komtur in Wiesenfeld · Solden, Gerlach, Besitzer eines Klostergutes · Lucke, Hermann, Besitzer eines Klostergutes · Georgenberg, Äbtissinnen, Anna Thuleis

Weitere Orte

Ellershausen · Frankenberg, Schultheiß · Frankenberg, Schöffen · Georgenberg, Kloster · Wildungen, Schöffen · Wildungen, Ratleute · Wiesenfeld, Johanniter · Frankenberg, Pfarrer · Bredelar, Äbte · Wiesenfeld, Komture · Frankenberg, Währung · Frankenberg, Neustadt · Frankenberg, Klostergut gen. die Wyden

Sachbegriffe

Schultheiße · Schiedsrichter, Wahl von · Schöffen · Ratleute · Klöster · Mönche, Johanniter · Johanniter · Nonnen · Pfarrer · Streitigkeiten, gerichtlicher Entscheid von · Äbte · Komture · Kaplane, Bestellen von · Währungen, Frankenberg · Streitgkeiten, um die Besoldung eines Kaplans · Kaplane, Streit um Besoldung · Ordenshäuser · Klostergüter · Flurnamen · Abgaben, Getreide · Abgaben, Geflügel · Käse · Gänse · Lämmer · Hölzer · Prozessionen · Feste · Zahltermine · Leichenbegräbnisse · Wein · Äbtissinnen

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Schunder, Klosterarchive 3

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 10224 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/10224> (Stand: 09.07.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde