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Zeitgeschichte in Hessen - Daten · Fakten · Hintergründe

Gründung einer Genossenschaft zum Bau der Villenkolonie Buchschlag bei Dreieich, 16. April 1904

Auf Initiative des Frankfurter Kaufmanns Jakob Latscha (1849–1912) konstituiert sich die genossenschaftlich organisierte „Wohnungsgesellschaft Buchschlag e.V.“, die spätrer in eine eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftung (eGmbH) umgewandelt wird. Hintergrund der Vereinsgründung ist die Absicht, in der Waldgemarkung Mitteldick im Waldbezirk Buchschlag bei Dreieich (südlich von Frankfurt gelegen und zum Kreis Offenbach gehörig) eine Wohnsiedlung »von vorzugsweise villenartigen Ein- und Zweifamilienhäusern mit Gärten, möglichst nicht unter 1.000 qm« als »billige, gesunde Wohnungen« für Familien aus der Schicht der kleinen Beamten, Angestellten und Handwerker zu schaffen. Die Wohnungsgesellschaft tritt als Mittler zwischen interessierten Käufern und der großherzoglichen Dominalverwaltung auf, die insgesamt 30 Hektar Land zu besonders niedrigen Preisen bereitstellt. Großherzog Ernst Ludwig (1868–1937) unterstützt das Vorhaben, ist aber weniger an der sozialreformerischen Idee Latschas interessiert, attraktive Wohnbauten zu erschwinglichen Preisen zu schaffen, sondern verfolgt vielmehr die Idee, mit der Villenkolonie eigene bauästhetische Vorstellungen zu verwirklichen. Da die Dominalverwaltung aus diesem Grund schließlich eine anspruchsvolle Gestaltung der Gebäude und Freiflächen fordert, erreichen die Baupreise eine Höhe, die von der ursprünglich vorgesehenen kleinbürgerlichen Käuferschicht nicht aufgebracht werden kann.
(KU)

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Empfohlene Zitierweise
„Gründung einer Genossenschaft zum Bau der Villenkolonie Buchschlag bei Dreieich, 16. April 1904“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/5191> (Stand: 16.4.2020)
Ereignisse im März 1904 | April 1904 | Mai 1904
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