Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Jüdische Grabstätten

Müller, Moses (1879) – Sontra, Alter Friedhof

Grab Nr. 60 → Lageplan (PDF), Sontra, Alter Jüdischer Friedhof, Gemarkung Sontra | Historisches Ortslexikon
Äußere Merkmale | Inschrift | Verstorbene(r) | Indizes | Nachweise | Zitierweise
Äußere Merkmale

Material:

Sandstein

Größe:

69 x 128 x 15 cm (B x H x T)

Platzierung:

stehend

Zustand:

verwittert

Inschrift

Hebräische Inschrift:

Text Vorderseite

Hebräische Transkription der Inschrift

Zoom Symbol

(Übersetzung der hebräischen Inschrift:)

Hier ruht

der Mann, Moses,

Sohn des Herrn Elieser Müller Sg"L. Er war

mehr als fünfzig Jahre Schullehrer,

Vorbeter, Schächter und Fleischprüfer. Und auch die [...]

"kränkten und beschossen ihn, doch blieb in Festigkeit sein Bogen und seine

Hände und Arme waren stark" (vgl. 1. Mose 49, 23 + 24) in der Justiz und in den Gesetzen.

Sein Name ist bekannt unter den Juden, und er verschied und starb

einen sanften Tod im Alter von 81 Jahren

hier, (in) der heiligen Gemeinde Sontra am Montag, den 9.

Kislev im Jahre [5] 640

n.d.k.Z. Seine Seele sei eingebunden im Bunde des Lebens.

Rückseite

(Deutsche Inschrift:)

Lehrer Moses Müller

81 Jahre alt

gestorben den 24. November

1879

Sprache der Vorderseite:

hebräisch

Sprache der Rückseite:

deutsch

Verstorbene(r)

Personendetails:

  1. Müller, Moses

    Sterbetag

    24. November 1879

    Geschlecht

    männlich

    Herkunftsort

    Mansbach

    Wohnort

    Sontra

    Beruf

    Lehrer · Vorbeter · Fleischprüfer

    Funktion

    Vorsänger · Schächter

Anmerkungen:

Moses Müller, Witwer, gestorben am 24.11.1879 im Alter von 81 Jahren (oder etwa 82, laut Sterberegister). Er war über 50 Jahre Schullehrer, Vorbeter, Schächter und Fleischprüfer gewesen.

Angaben ergänzt nach HHStAW, Abt. 365, 769 (Sterberegister Sontra).

Hebräischer Name: Moses, Sohn des Elieser Sg"L (= Segal; ein Levit).

Moses Müller wurde am 17.01.1799 in Mansbach, Amt Hünfeld, geboren. 1826 heiratete er in Niedenstein Röschen Katz [Grabnummer 62]. Um 1820 war er Lehrer und Vorsänger der jüdischen Gemeinde Naumburg geworden und wurde nach etwas mehr als einem Jahr wieder entlassen. 1826 erhielt er die Lehrerstelle in Niedenstein und wurde 1838 nach Obernkirchen (Kreis Schaumburg) versetzt. (Demandt, Karl E.: Bevölkerungs- und Sozialgeschichte der jüdischen Gemeinde Niedenstein 1653-1866, Wiesbaden 1980, S. 389 ff. mit weiteren Angaben)

Nach einer anderen Aufzeichnung soll Moses Müller am 25.12.1798 geboren, seit dem 01.05.1817 im Amt und seit dem 01.09.1838 Lehrer in Sontra gewesen sein. (Gromes, Ilse: Spuren einer Minderheit, Juden in Sontra 1367-1942 = Beiträge zur Geschichte der Stadt Sontra, Heft 7, Sontra 1981, S. 30ff. mit weiteren Angaben)

Indizes

Personen:

Moses, Sohn des Elieser Segal · Elieser, Vater des Moses Müller · Katz, Röschen verheiratete Müller · Müller, Röschen geborene Katz

Orte:

Hünfeld · Mansbach · Naumburg · Niedenstein · Obernkirchen · Sontra

Sachbegriffe:

Herren · Lehrer · Schullehrer · Vorbeter · Schächter · Fleischprüfer · Vorsänger

Nachweise

Bearbeitung:

Christa Wiesner 1998, ergänzt von Andreas Schmidt (HLGL)

Bildnachweise:

VS: B 22.193/5.

RS: B 22.193/4.

Fotos:

Zitierweise
„Müller, Moses (1879) – Sontra, Alter Friedhof“, in: Jüdische Grabstätten <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/juf/id/474> (Stand: 27.8.2012)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde