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Zeitgeschichte in Hessen - Daten · Fakten · Hintergründe

Landesparteitag der CDU in Kassel, 21.–22. Oktober 1949

In Kassel findet der Landesparteitag der CDU statt. Entgegen den seit dem Vorjahr immer deutlicher zutage getretenen inneren Widerständen besonders der nordhessischen Kreisverbände gegen die seit der Landtagswahl 1946 bestehende Wiesbadener Koalition mit der SPD geben sich die versammelten Delegierten einmütig. Der Landesvorsitzende Dr. Werner Hilpert (1897–1957), zugleich hessischer Minister der Finanzen, bekräftigt den gegenüber der Bundes-CDU unter Konrad Adenauer (1876–1967) eigenständigen, betont sozialpolitischen Kurs der hessischen Christdemokraten, der angesichts der speziellen hessischen Situation eine politische Notwendigkeit darstelle1: „Entscheidend muß bleiben, daß die Fürsorge für den sozial Schwächeren immer das vordringlichste Anliegen einer wirklich christlichen Politik sein muß.“ Hilpert hatte aufgrund unversöhnlicher Gegensätze zu Bundeskanzler Adenauer erst wenige Tage zuvor, am 10. Oktober sein Bundestagsmandat niedergelegt und sich von der bundespolitischen Ebene zurückgezogen. Er wird von den Delegierten des Landesparteitags einstimmig im Amt des Landesvorsitzenden bestätigt.
(KU)


  1. Hessen nahm von 1946 bis Juni 1949 insgesamt 652.298 Flüchtlinge auf, die damit im Sommer 1949 einen Anteil von 15,2 Prozent an der Gesamtbevölkerung stellten.
Belege
Empfohlene Zitierweise
„Landesparteitag der CDU in Kassel, 21.–22. Oktober 1949“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/4728> (Stand: 11.12.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde