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NSDAP provoziert die sogenannte Blutnacht von Kassel, 18. Juni 1930

Nachdem der Preußische Innenminister Heinrich Waentig (1870–1943; SPD) am 11. Juni 1930 ein vor allem gegen die NSDAP und ihre Untergliederungen gerichtetes Uniformverbot erlassen hat, reagieren die Vertreter von NSDAP und SA in Kassel mit einer noch nie dagewesenen Versammlungsoffensive. Um die Polizeikräfte in der Stadt zu zersplittern, finden vier ihrer Veranstaltungen zeitgleich in vier Stadtteilen statt.

Mit großen roten Plakaten und Aufschriften wie gegen marxistischen Mord- und Blutterror! provozieren sie in Arbeitervierteln gezielt die Anhänger des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold und der KPD. Um für handgreifliche Konflikte mit der Linken gewappnet zu sein, werden SA-Stürme aus ganz Nordhessen und Waldeck in Kassel zusammengezogen. Während Reichsbanner und KPD zu eigenen Gegenkundgebungen aufrufen werden zwei der NSDAP-Veranstaltungen von der Polizei beendet. Daraus entwickeln sich Straßenkämpfe, bei der zahlreiche Personen auf Seiten der NSDAP verletzt werden. Einer ihrer Stadtverordneten wird durch einen Messerstich schwer verletzt und stirbt wenige Wochen später an den Folgen der Verletzung. Die NS-Propaganda in Kassel und der Region macht den toten Kameraden Heinrich Messerschmidt zum Märtyrer und Helden der Bewegung.
(OV )

Belege
Empfohlene Zitierweise
„NSDAP provoziert die sogenannte Blutnacht von Kassel, 18. Juni 1930“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/1760> (Stand: 19.6.2018)
Ereignisse im Mai 1930 | Juni 1930 | Juli 1930
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