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Besuch des Ministerpräsidenten Karl Geiler in Thüringen, 26. Januar 1946

In Weimar findet ein Treffen zwischen dem hessischen Ministerpräsidenten Karl Geiler (1878–1953) und dem thüringischen Ministerpräsidenten Rudolf Paul (1893–1978) statt. Es ist das erste Mal, dass ein Landesregierungschef in ein Land einer anderen Besatzungszone reist. Bei der Wiederaufnahme der traditionell engen Beziehungen zwischen beiden Ländern steht die Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit im Vordergrund. Ergebnis der Gespräche ist ein Wirtschaftsabkommen, das von den Amerikanern aber mit Hinweis auf das im Potsdamer Abkommen festgelegte Prinzip der ökonomischen Einheit Deutschlands für nichtig erklärt wird. Auch wenn dieser Einwand richtig sein mag, zeugt der bilaterale Vertrag zwischen Hessen und Thüringen von realistischer Einschätzung der tatsächlichen Lage, denn ein gesamtdeutscher Wirtschaftsraum ist zu diesem Zeitpunkt schon in weite Ferne gerückt.

In der Folge kommt es zu weiteren Treffen zwischen Geiler und Paul: Im April 1946 stattet der thüringische Ministerpräsident Hessen einen Besuch ab, im August reist Geiler abermals nach Weimar und unterzeichnet mit seinem Amtskollegen Rudolf Paul am 13. August 1946 eine Erklärung zur wirtschaftlichen Einheit Deutschlands.
(CP)

Belege
Weiterführende Informationen
Empfohlene Zitierweise
„Besuch des Ministerpräsidenten Karl Geiler in Thüringen, 26. Januar 1946“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/905> (Stand: 27.1.2020)
Ereignisse im Dezember 1945 | Januar 1946 | Februar 1946
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