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Bauarbeiterstreik beeinträchtigt Kasseler Baugewerbe, 30. September 1903

Wegen eines andauernden Streiks der Bauarbeiter kommt das Baugewerbe in Kassel fast völlig zum Erliegen. Der Streik der Bauarbeiter, die sich einem Ausstand der Schreiner- und Tischlerarbeiter angeschlossen haben, lässt auch die diesjährige Herbstmesse in Kassel mit einem nicht zufriedenstellenden Ergebnis zu Ende gehen.

Auch in zahlreichen anderen Städten kommt es im Verlauf des Jahres zu Bauarbeiterstreiks, so zum Beispiel im Juli in Hannover, wo sich man sich dem Ausstand der Maurer und Zimmerleute anschließt. Weitere große Streikaktionen der Bauarbeiter finden 1903 in Köln, Bremen, Dresden und Plauen statt.

Die in der nordhessischen Metropole ergriffenen Arbeitskampfmaßnahmen der Bauarbeiter stehen in Zusammenhang mit vergleichbaren Aktionen der Arbeiterschaft in ganz Deutschland. Die branchenübergreifende Streikbewegung und die Arbeitsniederlegungen, die durch die Arbeitgeber häufig mit drastischen Aussperrungen beantwortet werden, spitzen sich kurz nach der Jahrhundertwende immer mehr zu, die Auseinandersetzungen werden mit immer größerer Härte geführt. Einen Höhepunkt findet die parallel zu einer gesamtwirtschaftlichen Aufschwungsbewegung einsetzende Streikperiode mit der Aussperrung von 7.000 Textilarbeitern in Crimmitschau, die von August 1903 bis Januar 1904 aufrechterhalten wird.
(OV/KU)

Belege
Weiterführende Informationen
Empfohlene Zitierweise
„Bauarbeiterstreik beeinträchtigt Kasseler Baugewerbe, 30. September 1903“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/3269> (Stand: 30.9.2020)
Ereignisse im August 1903 | September 1903 | Oktober 1903
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