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Evangelische Gemeinschaftsbewegung bringt Unfrieden in Gemeinden, 18. Dezember 1901

Der Regierungspräsident in Kassel, August von Trott zu Solz (1855–1938), berichtet dem Kaiser, in einzelnen evangelischen Gemeinden mache sich die sogenannte Gemeinschaftsbewegung geltend, die in dem Streben gewisser Kreise besteht, zwar nicht im Gegensatz zur Landeskirche, wohl aber zur Mehrheit der Glaubensgenossen in besonderem Maße und asketischem Sinne, die Lehren des Christentums im Leben zu bestätigen. Nach seinen Beobachtungen führen diese Bestrebungen hier vielfach zu Unfrieden in den Gemeinden.

Die Gemeinschaftsbewegung, eine pietistische Aufbruchsbewegung, deren Anschauungen ihrem Selbstverständnis nach vor allem auf den Lehren Martin Luthers (1483–1546) beruhen, erfasst seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts evangelische Landeskirchen in Deutschland und in der Schweiz. Die in großer Zahl im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts überall in Deutschland entstandenen neupietistische Kreise, die Ausdruck der evangelischen Gemeinschaftsbewegung sind, schlossen sich 1897 als „Deutsches Komitee für evangelische Gemeinschaftspflege und Evangelisation“ (oder – nach dem Tagungsort des ersten gemeinschaftlichen Zusammentreffens der Vertreter der Gemeinschaftsbewegung – kurz: „Gnadauer Verband“) zu einem nationalen Dachverband zusammen.
(OV/KU)

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„Evangelische Gemeinschaftsbewegung bringt Unfrieden in Gemeinden, 18. Dezember 1901“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/3263> (Stand: 18.12.2020)
Ereignisse im November 1901 | Dezember 1901 | Januar 1902
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