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Grabdenkmäler

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Ludwig von Frankenstein und Katharina von Rodenstein 1606, Burg Frankenstein

Burg Frankenstein · Gem. Mühltal · Landkreis Darmstadt-Dieburg | Historisches Ortslexikon
Standort | Merkmale | Beschreibung | Inschrift | Nachweise | Zitierweise
Standort

Standort:

Burg Frankenstein

Angaben zum Standort:

Das zweigeschossige Ädikula-Epitaph steht heute innen an der Südwand der Kapelle. Es befand sich ursprünglich in der Dreifaltigkeitskirche von Darmstadt-Eberstadt und wurde 1851 auf die Burg gebracht. Dabei wurde es beschädigt und anschließend unvollständig und falsch wieder zusammengesetzt.1)


  1. Esselborn, Der Frankenstein 362f. und 364; Haupt, Kunstdenkmäler Darmstadt#haupt19521 S. 308; Weißgerber, Die Herren von Frankenstein 201f.

Heutiger Aufbewahrungsort:

Kapelle, aus der Evangelischen Dreifaltigkeitskirche Darmstadt-Eberstadt

Merkmale

Datierung:

1606

Typ:

Epitaph

Erhaltung:

teilweise erhalten

Größe:

165 x 310 cm (B x H)

Größe der Buchstaben:

2 cm

Beschreibung

Beschreibung:

Der Text von Inschrift (A) wird unterhalb des eigentlichen Schriftfeldes fortgesetzt. Hier ist jedoch ein Teil des ursprünglichen Sockels offenbar abgeschlagen worden, wodurch Textverlust eingetreten ist. Inschrift (A) zeigt auch im Hauptfeld erhebliche Abwitterungsspuren mit Textverlust. Inschrift (B) wurde 1908 erneuert.2)

Im Hauptgeschoß knien vor einer Rechtecknische die einander zugewandten vollplastischen Figuren der Verstorbenen, links der Ritter in Rüstung ohne Helm mit gefalteten Händen, rechts auf einem Kissen seine nach spanischer Mode gekleidete Frau, die in ihren Händen ein aufgeschlagenes Gebetbuch hält. Auf den flankierenden Pilastern sind jeweils zwei Vollwappen angebracht. Links ist über dem zweiten Wappen noch die Beischrift in gotischer Minuskel erhalten, während sie bei den anderen Wappen überputzt worden ist. Die Pilaster wurden beim Zusammenbau vertauscht, wodurch die Wappen der Mannesseite auf der Frauenseite stehen und umgekehrt. Auf ein Gebälk wurde verzichtet, so daß die Pilaster einen Volutengiebel tragen, in dem zwei ruhende Putten mit den Todessymbolen Schädel und Totengerippe mit Pfeil und Bogen angebracht sind. Zwischen den Putten befindet sich eine Sonnenuhr mit römischen Ziffern. Das obere Bildfeld zeigt zwei reliefierte Vollwappen, und im Rundgiebel sieht man einen geflügelten Puttenkopf. Der Sockel weist zwei nebeneinander angeordnete Inschriftentafeln (A, B) auf, die jeweils den darüber knienden Figuren zugeordnet sind.


  1. Esselborn, Der Frankenstein 363 schreibt: "Von späteren Veränderungen in der Kapelle verdient nur die im Jahr 1908 erfolgte Erneuerung der verwitterten untern Teile (Erwähnung), also der Inschrift, an dem Denkmal Hansens ...". Gemeint sein kann aber nur das Epitaph Ludwigs, da bei dem Denkmal für Hans die Inschriften über den Figuren angebracht sind und die Tafeln keine Erneuerungsspuren zeigen. Bei der ausführlichen Beschreibung des Denkmals für Ludwig klärt sich der Irrtum hinsichtlich der Inschriften, denn Esselborn 364 notiert: "Die linke ist stark verwittert, die rechte mit Lücken erneuert".

Geschlecht, Alter, Familienstand:

weibliche Person(en) · Ehepaar · männliche Person(en)

Stand:

Adlige

Enthaltene Wappen:

Frankenstein; Rodenstein; Flersheim, Cleen; Boineburg, Bayer von Boppard3)

Wappen mit Beischriften: Beyern4).


  1. Die seitenverkehrte Anbringung wurde bei der Wiedergabe berichtigt.
  2. Ursprünglich besaßen auch die Wappen Flersheim, Cleen und Boineburg Beischriften, die jedoch verloren sind.

Dargestellte Personen:

Ludwig von Frankenstein und seiner Frau Katharina von Rodenstein.

Ludwig war ein Sohn des Georg Oswald von Frankenstein und der Christine von Flersheim. Seine Frau Katharina war eine Tochter Georgs III. von Rodenstein und der Katharina von Boineburg.5)


  1. Möller, Stamm-Tafeln AF#moeller19221 S. I, Taf. XXVII.

Sonstiges:

(B) nach Kopie von 1908.

Inschrift

Umschrift:

A -- AN(N)O 1606 DEN I MO[NATS]DAG [I]eN(NERS)a) / HAT IN GOTTES [NA]MEN DER EDEL / VND ERNVEST LVDWIG ZV [FRAN]/CKENSTEIN GEBORN VON VHRAD/LICHEN STAMMEN VON DIESEM / IAMERTALL GENOME(N) EIN SELIGES END / O HERR IESV CHRISTE NIM SEINE // SEELE [. . .]S HE[. . .]E [. . .]

B† -- AN(N)O 16<..> DEN <. . .> / HAT IN GOTTES NAMEN DIE EDEL / FRAUWE GATHARINAb) ZU FRANKENSTEIN / GEBORNE VON RODENSTEIN VON DIESEM / IAMMERTHAL GENOMEN EIN SELIGES END / REQUIESGATb) IN PACE


  1. Sicher gelesen sind das Minuskel-e und das N mit Kürzungsstrich.
  2. Sic!
  3. Sic!

Schrift:

Kapitalis. Gotische Minuskel

Nachweise

Sachbegriffe:

Wappen · Ehepaare · Männer · Frauen · Adlige

Wappen:

Frankenstein · Rodenstein · Flersheim · Cleen · Boineburg · Bayer von Boppard · Boppard, Bayer von

Bearbeitung:

Die Inschriften der Stadt Darmstadt und der Landkreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau. Gesammelt und bearbeitet von Sebastian Scholz (Die Deutschen Inschriften 49), 1999, S. 209 f., Nr. 310.

Zitierweise
„Ludwig von Frankenstein und Katharina von Rodenstein 1606, Burg Frankenstein“, in: Grabdenkmäler <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/gdm/id/111> (Stand: 12.4.2005)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde