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Zeitgeschichte in Hessen - Daten · Fakten · Hintergründe

In Darmstadt wird das in den Räumen des Residenzschlosses gelegene Schlossmuseum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, 11. Mai 1924

Das in den ehemaligen Repräsentations- und Wohnräumen des ehemals als Wohnsitz der Großherzöge von Hessen-Darmstadt fungierenden Residenzschlosses in Darmstadt untergebrachte neue Schlossmuseum wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Das Schlossmuseum, das seine Herberge im Glocken- und Kirchenbau des gegenüber dem Marktplatz gelegenen Residenzschloss (»Stadtschloss«) findet, geht auf die Initiative des letzten Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein (1868–1937) zurück. Seine Sammlung repräsentiert insbesondere Gegenstände persönlicher Art und Erinnerungen an die Geschichte des hessischen Fürstenhauses. Es zeigt kostbares Mobiliar und Gemälde der Landgrafen und Großherzöge, die früher im großherzoglichen Kabinettsmuseum in Darmstadt und in anderen Schlössern untergebracht waren. Eine Vielzahl der gezeigten Kunstwerke entstammt dem alten Schlossinventar, das dem Großherzog nach seiner Absetzung als Privateigentum überlassen worden war. Diese war zur Eröffnung des Schlossmuseums in ihrer Ausstattung unter der Leitung des Hofmarschalls Kuno Graf von Hardenberg (1871–1938) umgestaltet und ergänzt worden.
Das Darmstädter Residenzschloss geht in seinen ältesten Teilen auf das 13. Jahrhundert zurück und entwickelte sich aus einer Wasserburg der Grafen von Katzenelnbogen zu einer repräsentativen Anlage, die verschiedene Baustile in sich vereinigt.
Für einen Zeitraum von 350 Jahren, von 1567 bis 1918, diente das Schloss als Wohn- und Regierungssitz der Landgrafen von Hessen Darmstadt, die im Zuge des Rheinbundes zu Großherzögen von Hessen und bei Rhein erhoben wurden. Nach dem Tod Großherzog Ludwigs III. (1806–1877) wurde es jedoch nur noch sporadisch als Wohnsitz genutzt, und diente vorrangig der Repräsentation des Großherzoglichen Hofes bei Staatsempfängen, Audienzen und fürstlichen Hochzeiten. Daneben nutzte man es zur Unterbringung hoher Gäste.
Seit 1817 waren in den barocken Flügeln des sogenannten Neuschlosses die Großherzoglichen Kunst- und Naturaliensammlungen sowie die Hofbibliothek untergebracht. Sie bildeten das Fundament und den Ausgangspunkt eines öffentlich zugänglichen Museums innerhalb der Schlossanlage.
(KU)

Belege
Weiterführende Informationen
Empfohlene Zitierweise
„In Darmstadt wird das in den Räumen des Residenzschlosses gelegene Schlossmuseum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, 11. Mai 1924“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/4971> (Stand: 10.10.2019)
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