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Hessische Biografie
Weitere Informationen
GND-Nummer
1028359969
Dietz, Johann Baptist [ID = 9775]
- * 30.1.1879 Birkach (heute Ebensfeld), † 10.12.1959 Fulda, Begräbnisort: Fulda Dom, Johanneskapelle, katholisch
Dr. phil.; Dr. theol. – Theologe (katholisch), Kaplan, Subregens, Regens, Dozent, Koadjutor, Bischof, Erzbischof - Andere Namen ↑
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Weitere Namen:
- Dietz, Johannes
- Janopolis (Ionopolis), Titularbischof Johannes Dietz
- Fulda, Koadjutor Johannes Dietz
- Fulda, Bischof Johannes Dietz
- Cotrada, Titularerzbischof Johannes Dietz
- Wirken ↑
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Werdegang:
- Empfang des ersten Lateinunterrichts durch den Heimatpfarrer
- Besuch des Alten Gymnasiums in Bamberg, dort 1899 Ablegung der Reifeprüfung
- philosophische und theologische Studien als Alumnus des Collegium Germanicum an der Gregoriana in Rom
- 1903/06 etappenweiser Studienabschluss durch Promotionen zum Dr. phil. und Dr. theol.
- 28.10.1905 Priesterweihe in Rom
- 1906 Rückkehr ins Heimatbistum Bamberg und nun Kaplan in Trunstadt am Main
- 1907 Wechsel als Kaplan nach Bayreuth
- 1910 Berufung zum Subregens an das Erzbischöfliche Priesterseminar in Bamberg, allerdings noch im gleichen Jahr Beurlaubung zum Studium der Philosophie und der Pädagogik an der Universität Leipzig
- 1912 Aufstieg zum Regens des Bamberger Priesterseminars und gleichzeitig zum Dozenten für Homiletik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Bamberg
- als langjähriger Regens Neubau des Priesterseminars in Bamberg
- 25.7.1936 durch Papst Pius XI. Ernennung zum Titularbischof von Janopolis (Ionopolis) und Bestellung zum Koadjutor (Amtshelfer) des bereits 78-jährigen Fuldaer Bischofs Joseph Damian Schmitt mit dem Recht der Nachfolge
- 27.9.1936 Empfang der Bischofsweihe noch in Bamberg vom damaligen Erzbischof Johann Jakob von Hauck
- 10.4.1939 Tod des Bischofs Joseph Damian Schmitt, worauf Koadjutor Dietz alleinverantwortlich die Leitung des Bistums übernahm
- 1940 Bischof Dietz wurde kriegsbedingt auch päpstlicher Visitator der Diözesan- und Ordensseminarien in Deutschland; zudem übertrug ihm die Fuldaer Bischofskonferenz das Protektorat für die Männerseelsorge, wo er enge Kontakte zum Widerstand erhielt
- 1945 Bei Kriegsende gab es große Seelsorge-Probleme durch den Zustrom katholischer Heimatvertriebener ins Bistum (Verdoppelung der Gläubigen), die Dietz mithilfe des Bonifatiuswerks und Generalvikars Robert Günther bewältigte (Kirchenbauprogramm)
- 1945 zur Bewältigung seiner Aufgaben erhielt Dietz am 22. Februar mit Adolf Bolte einen Weihbischof, den er am 29. Juni im noch beschädigten Fuldaer Dom weihte
- 1946 Dietz berief Joseph Freusberg zum Erfurter Generalvikar für den thüringischen Bistumsteil, dessen Verwaltung im Kalten Krieg immer schwieriger wurde
- 1949 Herausgabe eines neuen Diözesangesang- und -gebetbuches
- 1951 Mitglied des Ehrenausschusses und Kuratoriums der neuen Bad Hersfelder Festspiele
- 1953 Bischof Dietz erhielt das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
- 1953 auf Dietz’ Bitten erhob Papst Pius XII. Generalvikar Joseph Freusberg am 12. April zum zweiten Fuldaer Weihbischof, worauf ihn der Bischof am 11. Juni weihte
- 1954 Ehrenbürger von Fulda
- 24.10.1958 Der Apostolische Stuhl nahm die Resignation des fast 80-jährigen Bischofs an, der jedoch noch zum Titularerzbischof von Cotrada ernannt wurde
- 1958-1959: Der alte Bischof Dietz, der zeitlebens kränklich gewesen war, wurde im Ruhestand von zunehmender Schwäche und mancherlei Leiden belastet
- 10.12.1959: Dietz starb in Fulda durch einen Herzschlag
- daraufhin Beisetzung in der Johanneskapelle des dortigen Domes
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Funktion:
- Fulda, Koadjutor, 1936-1939
- Fulda, Bischof, 1939-1958
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Lebensorte:
- Birkach; Bamberg; Rom; Trunstadt am Main; Bayreuth; Leipzig; Fulda
- Familie ↑
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Vater:
Dietz, Johannes, Landwirt in Birkach
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Mutter:
Hagel, Barbara, Heirat etwa 1870
- Nachweise ↑
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Quellen:
- HStAM Bestand 904 Nr. 2527 (Fulda, Sterbenebenregister, 1959, Nr. 837)
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Literatur:
- Fulda – das Stadtlexikon, Fulda [2019], S. 98 (Werner Kathrein)
- Hans Jürgen Dietz, 60 Jahre Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine e. V. - Gründungs-Verein der Bad Hersfelder Festspiele – eine Chronik. Festspiele in der Stiftsruine, Gründerjahre der Festspiele, Aufgaben der “Gesellschaft” für Festspiele und Stiftsruine; hrsg. von der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine e. V. Bad Hersfeld; Bad Hersfeld 2010; S. 36, 44, 70 u. 125
- Josef Leinweber, Die Fuldaer Äbte und Bischöfe, Frankfurt am Main 1989, S. 181-186
- Zitierweise ↑
- „Dietz, Johann Baptist“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/1028359969> (Stand: 30.1.2026)
