Lage im Grundriss
Der zweigeschossige Sakristeianbau über quadratischem Grundriss ist neueren dendrochronologischen Untersuchungen zufolge bereits um 1266 eingedeckt gewesen. In der von einem Mittelpfeiler gestützten Sakristei befindet sich nach Norden und Osten je ein Paar zweibahniger Fensteröffnungen mit Maßwerkdreipässen; im Obergeschoss, dem Archivraum, fällt Licht durch zwei einfache Lanzetten mit Dreipässen im Norden sowie im Osten über zwei breite dreibahnige Maßwerkfenster mit Dreipässen, die bereits genastes Lanzettenmaßwerk aufweisen. Von der ursprünglichen Verglasung dieser Räume blieb nichts erhalten232. Allerdings befand sich nach dem Inventar Schäfers noch im Jahr 1873 in einem Fenster des zum Archiv führenden Treppenturms eine mittelalterliche Grisailleverglasung, die wohl allein aufgrund ihrer Funktion als Lüftungsöffnung erhalten geblieben war233. Das 143 cm hohe, 23 cm breite Fenster ist mit einem Quereisen in 92 cm Höhe versehen und teilte die Verglasung in zwei Felder. Das obere, als Lüftungsflügel konzipierte, ca. 50 cm hohe Feld ist verloren, es besaß offenbar einen breiten bleiernen Rahmen mit eisernem Kern. Im Marburger Universitätsmuseum wird nur mehr das größere Teilstück aufbewahrt (Nr. 21).