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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 39. Frankenau

Weitere Informationen

Willershausen

Stadtteil · 345 m über NN
Gemeinde Rosenthal, Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8 km südöstlich von Frankenberg (Eder)

Lage und Verkehrslage:

Aus einem landesherrlichen Hofgut hervorgegangenes Dorf mit einfachen Strukturen ohne Kirche am Nordrand des Burgwaldes, das durch eine Stichstraße mit Rosenthal verbunden ist.

Ersterwähnung:

1279

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Rosenthal.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1279)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1932/33

Älteste Gemarkungskarte:

1848

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3490640, 5651853
UTM: 32 U 490570 5650032
WGS84: 51.001787° N, 8.8656° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635017030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 146, davon 115 Acker (= 78.77 %), 20 Wiesen (= 13.70 %), 3 Holzungen (= 2.05 %)
  • 1928: Eingemeindung von Teilen der aufgelösten Oberförsterei Rosenthal
  • 1961 (Hektar): 803, davon 638 Wald (= 79.45 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 8 Haushaltungen
  • 1747: 10 Haushaltungen
  • 1885: 80, davon 80 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 77, davon 71 evangelisch (= 92.21 %), 6 katholisch (= 7.79 %)

Diagramme:

Willershausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1362: Erzstift Mainz, Amt Rosenthal, Gericht Bulenstrut
  • 1540: Landgrafschaft Hessen, Amt Wolkersdorf
  • 1567-1604: Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Wolkersdorf, Gericht Geismar
  • 1604: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Frankenberg
  • 1624-1648: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Frankenberg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Oberhessen, Amt Frankenberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Oberhessen, Amt Frankenberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Werradépartement, Distrikt Marburg, Kanton Rosenthal
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Oberhessen, Amt Frankenberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Frankenberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Frankenberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Frankenberg

Gericht:

  • 1571: Gericht Geismar
  • 1821: Justizamt Rosenthal
  • 1867: Amtsgericht Rosenthal
  • 1932: Amtsgericht Frankenberg
  • 1933: Amtsgericht Gemünden
  • 1945: Amtsgericht Kirchhain [Zweigstelle Gemünden (Wohra)]
  • 1973: Amtsgericht Frankenberg

Herrschaft:

Unterschiedliche Herrschaftszughörigkeiten, vgl. Bulenstrut, Rosenthal, Geismar.

Gemeindeentwicklung:

Seit dem 1.4.1972 ist Willershausen Stadtteil der Stadtgemeinde Rosenthal.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1279 erhalten Ruding von Bockendorf und seine Söhne Kraft, Ludwig und Vilpert für die Auflassung von Gütern an das Kloster Haina zum Ausgleich u.a. 4 Schilling im Dorf Willershausen. 1402 hat das Kloster dort Zinsen und Gefälle.
  • 1325 erhält das Kloster Caldern eine Stiftung mit Einkünften u.a. aus Willershausen. 1352 beurkunden Walter von Allna, Edelknecht, und seine Ehefrau Gertrud, dass ihr Streit mit dem Kloster Caldern von den gemeinsam gewählten Schiedsrichtern dahin entschieden worden ist, dass sie zwar das Gut zu Willershausen, auf dem früher Diepolt saß, erblich besitzen, aber davon dem Kloster jährlich an Martini bei Verlust des Gutes 12 Schillinge Marburger Pfennige, 2 Gänse, 2 Hühner und 2 Fastnachtshühner für das vom Ritter Heinrich Zöllner und seiner Ehefrau Elheid dem Kloster gestiftete Seelgerät geben sollen.
  • 1336 und 1337 verpfänden bzw. verkaufen die Äbtissin, Priorin und Konvent des Klosters Georgenberg ihre Güter in Willershausen.

Zehntverhältnisse:

1469 überträgt der Abt von Haina dem Bürger Hermann Florins den halben Zehnten zu Willershausen. Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts wechselt der Besitz mehrfach, auch zwischen Adligen und Bürgern, bevor er in der Reformationszeit in die Händen der Landgrafen gelangt.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577 und später stets nach Rosenthal eingepfarrt, 1747 jedoch Filial von Bottendorf.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Rosenthal, Einführung der Reformation vermutlich ab 1527.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Dekanat Bentreff

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Willershausen, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1461> (Stand: 24.3.2022)