Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Hommertshausen

Ortsteil · 305 m über NN
Gemeinde Dautphetal, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

7,5 km südlich Biedenkopf; Topographische Karte 5117 Buchenau

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in Talmündungslage am Zusammenfluss mehrerer Bachläufe

In Ortsmitte größere Freifläche, um die sich die Mehrzahl der Gehöfte in teilwestlich linearer, überwiegend aber locker gefügter Anordnung gruppieren

Moderne Bebauung vornehmlich am Süd-Hang der Haardt

Auf die Straße Niedereisenhausen - Friedensdorf trifft in Ortsmitte Straße von Silberg

Durch Hälfte führte die alte Landstraße von Laasphe nach Biedenkopf beziehungsweise Gießen

Siedlungsentwicklung:

Uml: 1944/52

Älteste Gemarkungskarte: 1830

Auf eine Wüstung Burg deuten die Flurnamen Burgberg, In der Burg (0,7 km südlich Hommertshausen; vgl. auch Ziffer 2 c)

Auf eine Kirchenwüstung deutet der Flurname An der alten Kirche am Nordrand der Gemeinde

Historische Namensformen:

  • Hümbratishusen (1325) [XIV, Wyss II Nr. 481]
  • Hummershusen (1357)
  • Huprachthußen (1383)
  • Homertshusen (1453)
  • Hombertzhusen (1460)
  • Homprachtshaußen (1577)
  • Hummertzhausen (1677)

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa 1325
  • 1629: Bei Hälfte im erbhecken die borgk gen

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3465595, 5634616
UTM: 32 U 465534 5632802
WGS84: 50.84589538° N, 8.510443097° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534007090

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 2053, davon 877 Acker (= 42.72 %), 284 Wiesen (= 13.83 %), 775 Wald (= 37.75 %)
  • 1885 (Hektar): 514, davon 186 Ackert. (= 36.19 %), 75 Wiesen (= 14.59 %), 202 Holz (= 39.30 %)
  • 1961 (Hektar): 516, davon 176 Wald (= 34.11 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 20 Hausgesesse
  • 1630: 18 Hausgesesse (errechnet)
  • 1630: 3 dreispännige, 7 zweispännige, 3 einspännige Ackerländer, 5 Einläufige (3 Witwen)
  • 1677: 19 Hausgründe, 2 Witwen, 9 ledige Personen
  • 1742: 56Haushalte
  • 1830: 236 evangelische, 2 römisch-katholische Einwohner
  • 1867 (Erwerbspersonen): 55 Landwirtschaft, 1 Forstwirtschaft, 2 Verkehr, 1 Erziehung und Unterricht, 1 Kirche und Gottesdienst, 9 Gemeindeverwaltung
  • 1885: 314 evangelisch, 0 katholisch
  • 1961 (Erwerbspersonen): 112 Land- und Forstwirtschaft, 177 produzierendes Gewerbe, 19 Handel und Verkehr, 22 Dienstleistungen und sonstiges
  • 1961: 660, davon 560 evangelisch (= 84.85 %), 92 katholisch (= 13.94 %)

Diagramme:

Hommertshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1395: Gericht Dautphe
  • 1465: Amt Biedenkopf
  • 1593 und später: Gericht Dautphe im Amt Biedenkopf
  • 1821-1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Gladenbach
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (Umbenennung)
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg
  • 1933: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Biedenkopf
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Biedenkopf

Gericht:

  • 1821: Landgericht Gladenbach
  • 1853: Landgericht Biedenkopf
  • 1867: Amtsgericht Biedenkopf

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1974 wurde Hommertshausen im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der neu gebildeten Gemeinde Dautphetal eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1325 schenkt der Marburger Bürger Konrad von Biedenkopf dem Deutschen Orden Marburg jährliche Einkünfte von seinen Gütern zu Hommertshausen. 1453 überträgt Gertrud von Biedenkopf der Kartause Eppenberg Einkünfte aus ihrem Hof zu Hommertshausen. 1457 verkauft die Kartause den Hof an den Marburger Bürger Magister Heinrich Imhof genannt Rode; später ist der Hof im Besitz der Marburger Kugelherren. 1383 verkaufen die von Breidenbach ihr Hommertshausener Gut dem Biedenkopfer Schöffen Heinz Pintzier. 1519 erwirbt Kloster Georgenberg anstelle des ehemalig besessenen so genannten Großen Hofes zu Hälfte das Gut der Familie Donhoubts in Hommertshausen mit Ausnahme der Mühle. 1577 erhalten die Rau von Holzhausen Einkünfte aus Güterbesitz in Hommertshausen. Zehntrechte besaßen 1577 die Döring zu Elmshausen und die von Dörnberg.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1495/96 und später: nach Dautphe eingepfarrt
  • Kirchenwüstung bei Hälfte siehe Ziffer 2d

Pfarrzugehörigkeit:

Dautphe

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Dautphe, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Dautpher Pfarrer Albanus Nepotianus ab 1529.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Dautphe

Wirtschaft

Wirtschaft:

Mühle 1519 genannt (vgl. Ziffer 3 b)

1664 wird die Kupfergrube Louis bei Hommertshausen geöffnet

1732-1742 lieferte die Grube 211 Kupfererz an die Breidenbacher Kupferhütte

Um 1850 war die Grube noch zeitweise in Betrieb

Außer Kupfererz wurde 1730 auch Silbererz in der Gemeinde Hälfte geschürft

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hommertshausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9495> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde