Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Elmshausen

Ortsteil · 235 m über NN
Gemeinde Dautphetal, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8 km südöstlich Biedenkopf

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung auf der Niederterrasse des Lahntals

Von Südwesten einmündend Seitental mit Bachlauf

Am Nordrand der Siedlung Gutshof mit Herrenhaus

Moderne Bebauung im Osten

Straße nach Buchenau mit Anschluss an die B62

Eine alte Nebenstraße der Sieg

Landstraße führte durch Elmshausen: Richtung Marburg und Kirchhain

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Hof Elmshausen (1630) (Staatsarchiv Marburg Salbücher 50)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1909/10

Älteste Gemarkungskarte:

um 1830

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3472992, 5635962
UTM: 32 U 472928 5634148
WGS84: 50.85838737° N, 8.615367703° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534007050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 1391, davon 477 Acker (= 34.29 %), 239 Wiesen (= 17.18 %), 627 Wald (= 45.08 %)
  • 1885 (Hektar): 352, davon 125 Ackerland (= 35.51 %), 52 Wiesen (= 14.77 %), 163 Holz (= 46.31 %)
  • 1961 (Hektar): 351, davon 158 Wald (= 45.01 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 20 Haushalte 1630: 4 Hausgesesse (errechnet)
  • 1630: 1 dreispänniges, 3 zweispännige Ackerländer
  • 1677: 1 Freier, 6 Hausgründe, 1 Witwe, 5 ledige Personen
  • 1742: 4 Haushalte
  • 1830: 93 evangelische, 21 jüdische Einwohner, 18 Mennoniten
  • 1867: keine Angaben
  • 1885: 130 evangelisch, 0 katholisch, 10 Juden
  • 1961 (Erwerbspersonen): 54 Land- und Forstwirtschaft, 77 produzierendes Gewerbe, 7 Handel und Verkehr, 2 Dienstleistungen und sonstiges
  • 1961: 295, davon 242 evangelisch (= 82.03 %), 53 katholisch (= 17.97 %)

Diagramme:

Elmshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Seit 1590: Gericht Elmshausen
  • 1395: Gericht Dautphe
  • 1465: Amt Biedenkopf
  • 1821-1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Gladenbach
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (Umbenennung)
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg
  • 1933: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Biedenkopf
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Biedenkopf

Gericht:

  • 1823: Landegericht Biedenkopf
  • 1867: Amtsgericht Biedenkopf

Herrschaft:

Dorfschaft und menner gemeynlich zu Elmshausen

1457 (Baur IV Nr. 185)

1590 erhalten die Döring im Tausch mit ihren Gerichtanteilen am Gericht Lixfeld das Dorf Elmshausen mit der niederen Gerichtsbarkeit als landgräfliche Erbburglehen. Die Landgrafen beanspruchten die peinliche Gerichtsbarkeit, Ehegerichtbarkeit und die Appellation. An Hoheitsrechten standen den Landgrafen ferner die landesfürstliche Obrigkeit, Kirchen- und Landesordnung, die hohe Jagd, Kriegsfolge, (Reichs-) Steuererhebung sowie die Leibbede von landgräfliche Eigenhörigen zu (Lennarz S. 229).

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1974 wurde Elmshausen im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der neu gebildeten Gemeinde Dautphetal eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1200/1220 besitzen das Stift Wetter 1 Hufe, die von Hohenfels 9 Hufen in Elmshausen. 1286 verkauft die Marburger Bürgerfamilie von Gambach ihre Güter zu Elmshausen dem Kloster Caldern. 1343 verkaufen die von Biedenfeld ihr Erbgut zu Elmshausen wiederkäuflich an die Marburger Bürgerfamilie von Biedenkopf. 1362 verkaufen die Döring den von Breidenbach Güterbesitz in Elmshausen. 1497 beurkundet der Landgraf, dass er für das Marburger Barfüßerkloster dessen zu Elmshausen gelegenes Gut verkauft hat. 1527 verkauft Johann von Blankenheim, landgräflicher Vogt im Predigerkloster Marburg, das so genannte Predigergut zu Elmshausen. 1577 haben die Döring einen Burgsitz samt zugehörigen Erbgütern. Über Güterbesitz in Elmshausen verfügen 1577 ferner auch die Universität Marburg und die von Breidenbach (1 Gut). Nach dem Aussterben der Döring (1791) geht das ihnen gehörige Rittergut an die nächsten Erben, die von Breidenbach genannt Breidenstein, über. Der döringsche Besitz umfaßte um 1770 ca. 90 Morgen Ackerländer, 30 Morgen Wiesen, 40 Morgen Wüstung und 100 Morgen Wald. Seit 1854 ist das Gut im Besitz der Familie Winter; 1914: ca. 80 Hektar Ackerländer, 100 Hektar Wiesen und 1000 Hektar Wald. 1391 bewittumt Grafen Johann von Wittgenstein seine Frau Katharina von Solms mit dem Zehnten zu Elmshausen. 1577 stehen den Grafen von Wittgenstein 3 Viertel, den von Dörnberg 1 Viertel des Zehnten zu Elmshausen zu.

Ortsadel:

1252-1791

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

zu Buchenau

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Buchenau, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Buchenauer Pfarrer Philipp Strack ab 1527.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Dautphe

Juden:

Juden um 1750 erstmals genannt

Seit 1859 bestand in Elmshausen eine israelitische Gemeinde für 5 jüdische Familien aus Elmshausen sowie für 3 jüdische Familien aus Buchenau.

1925: 6 Juden in Elmshausen

Friedhof mit 5 Gräbern

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Elmshausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9469> (Stand: 16.10.2018)
 
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