Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Allendorf am Hohenfels

Ortsteil · 290 m über NN
Gemeinde Dautphetal, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8 km südöstlich Biedenkopf

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss im Talhaupt des Altbachs. Kernbereich der Siedlung allseitig durch moderne Bebauung umschlossen. Nördlich abgesetzt vom Ort Fabrikanlage.

Straßenverbindung nach Friedensdorf, Carlshütte und Damshausen. Eine Nebenstraße der alten Siegener Landstraße Richtung Marburg und Kirchhain führte durch Allendorf.

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Umlegung der Flur:

1956/1959

Älteste Gemarkungskarte:

1830

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3470833, 5634638
UTM: 32 U 470770 5632824
WGS84: 50.84638111° N, 8.584811204° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534007010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 1604, davon 444 Acker (= 27.68 %), 176 Wiesen (= 10.97 %), 864 Wald (= 53.87 %)
  • 1885 (Hektar): 853, davon 646 Acker (= 75.73 %), 130 Wiesen (= 15.24 %), 4 Holzungen (= 0.47 %)
  • 1961 (Hektar): 401, davon 201 Wald (= 50.12 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 16 Hausgesesse
  • 1630: 1 dreispänniger, 5 zweispännige, 4 einspännige Ackerländer (1 Witwe)
  • 1630: 16 Hausgesesse (errechnet)
  • 1677: 15 Hausgründe, 2 Witwen, 8 ledige Personen
  • 1742: 29 Haushalte
  • 1830: 188 evangelische Einwohner
  • 1867 (Erwerbspersonen): 59 Landwirtschaft, 2 Bergbau und Hüttenwesen.
  • 1885: 1456, davon 22 evangelisch (= 1.51 %), 1395 katholisch (= 95.81 %), 39 Juden (= 2.68 %)
  • 1961 (Erwerbspersonen): 79 Land- und Forstwirtschaft, 163 produzierendes Gewerbe, 24 Handel und Verkehr, 15 Dienstleistungen und sonstiges
  • 1961: 539, davon 468 evangelisch (= 86.83 %), 70 katholisch (= 12.99 %)

Diagramme:

Allendorf am Hohenfels: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1448: Gericht Dautphe (Klosterarchiv III Nr. 1125)
  • 1465: Amt Biedenkopf
  • 1593 und später: Gericht Dautphe, Amt Biedenkopf
  • 1821-1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Gladenbach
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (Umbenennung)
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg
  • 1933: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Biedenkopf
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Biedenkopf

Gericht:

  • 1821: Landegericht Gladenbach
  • 1853: Landegericht Biedenkopf
  • 1867: Amtsgericht Biedenkopf

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1974 wurde Allendorf am Hohenfels im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der neu gebildeten Gemeinde Dautphetal eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1367 verkaufen die von Hohenfels den von Breidenbach Einkünfte aus Güterbesitz zu Allendorf. 1448 verkauft Kloster Wiesenfeld dem Frühmesser zu Biedenkopf seinen Hof zu Allendorf auf Lebenszeit. 1493 vertauscht der Marburger Schöffe Gabriel Breitrück den Kugelherren in Marburg seine Hälfte an einem Gut zu Weiershausen unter anderen gegen die Besitzrechte der Kugelherren in Allendorf. 1577 erhalten der Deutsche Orden Marburg, die Universität Marburg und der Hofmeister Johann von Linsingen Einkünfte aus Güterbesitz in Allendorf. 1307 bitten die Brüder Heidenreich und Krieg von Buchenau Grafen Johann von Nassau-Dillenburg, ihre beiden Anteile am Zehnten zu Allendorf ihren Vettern, den von Breidenbach, zu Lehen geben zu dürfen, ohne dadurch den Lehnsverband mit dem Grafen aufgeben zu müssen. 1363 bekennen die von Buchenau, 2 Drittel des Zehnten zu Allendorf von Nassau-Dillenburg zu Lehen zu tragen.
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1495/96 und 1577: Filiale von Dautphe

seit 1950/52 Filiale von Friedensdorf

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Dautphe, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Dautpher Pfarrer Albanus Nepotianus ab 1529.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Dautphe

Wirtschaft

Wirtschaft:

Im 16. Jahrhundert Kupferbergbau. Auf Erzvorkommen in der Gemeinde weisen die Flurnamen Silberg (nördlicher Ortsrand) und Rotenberg (westlicher Gemeinderand). Auf ehemalige Köhlerei deuten die Flurnamen Gebrannter Weg (östlich des Ortes), Am Köhler (in der Gemeinde). 0,5 km nördlich von Allendorf Fabrikgelände; 1946-1966 Eisengießerei, seitdem Fabrik für Stahl- und Behälterbau.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Allendorf am Hohenfels, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9430> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde