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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 69. Lohra

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Oberwalgern

Ortsteil · 255 m über NN
Gemeinde Fronhausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

13 km südwestlich Marburg

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf nach Südwest ziehendem Hang. Kirche mit oval ummauertem Kirchhof im Nordwesten.

Straße Fronhausen-Lohra kreuzt im Norden Straße Holzhausen-Reimershausen. Der frühe Höhenweg der Weinstraße (Rhein-Main-Gebiet - Paderborn / Bremen) führte dicht östlich am Ort vorbei.

Ersterwähnung:

769/778

Vorbemerkung Historische Namensformen:

sofern nicht Nieder-Walgern

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Steinfurtsmühle
  • Auf eine wüste Siedlung weisen die Flurnamen: Bachhusswiesen (1412), Baghuser Wiese (1425)

Umlegung der Flur:

1933/1935

Älteste Gemarkungskarte:

1783

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3476414, 5619451
UTM: 32 U 476349 5617643
WGS84: 50.71011802° N, 8.665027807° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534009060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 370 stellbares Land, 100 Wiesen, 5 Gärten, 22 Triesche, 156 Wald.
  • 1885 (Hektar): 384, davon 147 Acker (= 38.28 %), 38 Wiesen (= 9.90 %), 161 Holzungen (= 41.93 %)
  • 1961 (Hektar): 385, davon 150 Wald (= 38.96 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 15, 1577: 22, 1630: 15 Hausgesessene 1681: 14 hausgesessene Mannschaften
  • 1745: 13 Ackerleute, 3 Schmiede, 1 Leineweber, 1 Zimmermann, 5 Müller, 1 Schneider, 1 Branntweinbrenner, 1 Spielmann, 6 Tagelöhner
  • 1745: 154, 1838: 285, 1885: 229, 1925: 309, 1939: 360, 1950: 467, 1961: 461 Einwohner
  • 1838 (Familien): 20 Ackerbau, 10 Gewerbe, 11 Tagelöhner 20 nutzungsberechtigte, 18 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 3 Beisitzer
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-lutherisch 1961: 433 evangelische, 25 römisch-katholische Einwohner; 1630: keine Angaben.
  • 1885: 229, davon 216 evangelisch (= 94.32 %), 0 katholisch, 13 andere Christen (= 5.68 %)
  • 1961 (Erwerbspersonen): 77 Land- und Forstwirtschaft, 97 Produzierendes Gewerbe, 18 Handel und Verkehr, 16 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 461, davon 433 evangelisch (= 93.93 %), 25 katholisch (= 5.42 %)

Diagramme:

Oberwalgern: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 769/778: in pago Logenehe in W. marca; so auch 795. 1375: Gericht im Amt Marburg; Abgaben und Dienste werden 1372 und später ins Gericht Lohra geleistet. 1529 ist Lohra Oberhof des Gericht; seit 1571 im Gericht Lohra aufgegangen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Lohra
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Justizamt Fronhausen
  • 1867: Amtsgericht Fronhausen
  • 1948: Amtsgericht Marburg
  • Ortsger. früher landgräflich Besitz; 1375 dem Ritter Emmerich von Linden versetzt. 1409 überträgt der Landgraf die Hälfte der Pfandschaft an Adolf Rau und Henne von Weitershausen. - Auf einen Urteilsplatz weist der Flurnamen Galgenberg (ca. 0,4 km ö. Holzhausen). - Schultheiß, Schöffen 1533

Gemeindeentwicklung:

Zum 1.7.1974 wurde Oberwalgern im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der neu gebildeten Gemeinde Fronhausen eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 769/778 schenkt Erpho dem Kloster Lorsch Güterbesitz in der Mark W. 795 erhält das Kloster von Theotger einen Bifang in der Mark. - 1290 erwirbt Kloster Galdern von dem Amöneburger Bürger Heinrich von Fronhausen dessen Eigengüter mit Zubehör. - 1302 schenken die Schwestern Hedwig und Lukardis von Fronhausen dem Deutsche Orden Marburg Güterbesitz; 1321 verzichtet ihr Neffe, Ritter Dietrich Schutzbar, auf seine Ansprüche auf diese Güter; Deutsche Orden-Besitz schon vor 1358 von Nieder-W. aus bewirtschaftet. - 1494 sind dem Landgraf 3 Pflüge in Ober-W. dienstbar. - 1512 hat Kloster Hachborn Einkünfte aus Güterbesitz in Ober-W. - Vgl. auch Nieder-W. (Ziff. 3 b)
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1238: plebanus

Pfarrzugehörigkeit:

Pfarrkirche, die 1604 und später vom Pfarrer in Fronhausen versorgt wird.

1577: Holzhausen, 1613: Stedebach nach Ober-W. eingepfarrt.

1630: Pfarrei

seit 1661 Vikariat von Nieder-W.

Patronat:

1258 von Lgfin. Sophie dem Deutsche Orden Marburg übertragen; erneut 1296.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Vermutlich Heinrich Nickel 1510-1532, unbekannt, seit wann evangelisch

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Oberweimar. Dekanat Amöneburg

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Gerichtumfang 1375: Ober-W., Holzhausen, Etzelmühle, (Wüstung) Bracht und 1 Hof zu Stedebach; ferner 1571: Bellnhausen, Steinmühle. 1592: Deutsche Orden-Hof Stedebach ist dienstfrei, muß aber an das Gericht nach Ober-W.; in der Folgezeit wiederholt Streitigkeiten wegen der Gerichtzugehörigkeit des Deutsche Orden-Hofes. 1747 wird dem Deutsche Orden vom Landgraf die Niederger.barkeit in Stedebach eingeräumt

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Oberwalgern, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9368> (Stand: 16.10.2018)
 
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