Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Ockershausen

Stadtteil · 219 m über NN
Gemarkung Marburg, Gemeinde Marburg, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

2 km südwestlich von Marburg

Lage und Verkehrslage:

Geschlossene Siedlung mit regellosem Grundriss auf einem schmalen, nach Westen hängenden Feldrücken an der Einmündung des Heiligen Grundes in den Soldatengraben. Moderne Wohnsiedlung im Westen und Süden.

Straße Marburg-Neuhöfe, Elnhausen oder Hermershausen bzw. Cyriaxweimar. Durch Ockershausen führte die alte Amtsstraße Marburg-Gladenbach.

Ersterwähnung:

1234

Historische Namensformen:

Älteste Gemarkungskarte:

1716

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3482035, 5629620
UTM: 32 U 481968 5627808
WGS84: 50.80173048° N, 8.744109175° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534014015

Frühere Ortskennziffer:

534014222

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 794 stellbares Land, 81 Wiesen, 62 Gärten, 27 Triesche, 293 Wald.
  • 1885 (Hektar): 316, davon 202 Acker (= 63.92 %), 18 Wiesen (= 5.70 %), 23 Holzungen (= 7.28 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 19 hausgesessene 1630: 23 Haushalte 1681: 18 hausgesesseneMannsch., 1747: 61 Haushalte 1767: 335 Einwohner, 1838: 755, 1885: 954, 1925: 1366 Einwohner -1861: 716 evangelisch -luth., 103 evangelisch-ref., 6 römisch-katholisch, 40 jüd. Einwohner - 1630: 1 vierspänn., 2 dreispänn., 1 zweispänn.Ackerleute, 16 Einläuftige, 3 Witwen. 1767: 1 Zimmermann, 1 Maurer, 1 Weißbinder, 1 Schneider, 1 Lei- neweber, 3 Wirte, 29 Tagelöhner und -innen, 1 Jude als Viehhändler. 1838 (Familien): 44 Ackerbau, 21 Gewerbe, 53 Tagelöhner
  • 1885: 954, davon 899 evangelisch (= 94.23 %), 22 katholisch (= 2.31 %), 1 andere Christen (= 0.10 %), 32 Juden (= 3.35 %)

Diagramme:

Ockershausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1444 und später: Stadtger. Marburg. O. gehörte zu den 4 sog. Hausdörfern, die seit ca. 1458 ungemessene Hausdienste auf dem Schloß zu Marburg zu leisten hatten: 1700: ungemessene Handdienste auf dem Schloß, in der herrschaftl. Mahlmühle und dem Renthof in Marburg sowie in dem landgräflich Vorwerk Schwanhof
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Marburg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1931: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Stadtkreis Marburg

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Landgericht Marburg
  • 1850: Justizamt Marburg
  • 1867: Amtsgericht Marburg

Gemeindeentwicklung:

1.1.1931 nach Marburg eingemeindet.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1348 erwirbt der Marburger Schöffe Elbracht Imhof erblich den Hof Reinhard Osses in O. 1448 versetzt Volpracht von Treisbach dem Marburger Schöffen Heinrich Imhof genannt Rode eine jährlich Gülte aus seinem Hof zu O. 1476 gelangen Besitz und Pfandbesitz der Imhofs durch Stiftung an die Kugelherren; bis 1527 war der Treisbach'sche Hof wohl teilw. ausgelöst. - Landgräfliche Hof in O. 1357 und 1374 genannt; 1494 sind dem Landgraf 6 Pflüge in O. dienstbar. - 1358 verfügt der Deutsche Orden Marburg über Äcker in ungen. Größe. - 1374 hat Volpert Hose von O. einen Hof. - 1453 werden den von Ehringshausen durch die von Trohe Güter in O. verschrieben, die diese und die Riedesel von Rugel Gambach ererbt hatten. - 1273 verzichten die von Rodenstein gegenüber dem Deutsche Orden Marburg auf den Zehnten zu O. 1395 erwerben die Grafen von Nassau-Dillenburg durch Ankauf der Herrschaft Greifenstein neben Güterbesitz auch den Zehnten in O.; seit 1409 an die von Hohenfels verlehnt. - 1767: 3 adlige Freihöfe; Hof der Vizekanzler undRat Hombergs Erben zu Marburg (ca. 62 Kass. Acker Land); Hof Prof. Michaelis (ca. 58 Kass. Acker Land); Wolff'sche Fideikommiß (481/2 Kass. Acker Land)

Ortsadel:

Hose von O. 1363-1544

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577 und später nach Marburg eingepfarrt.

Bekenntniswechsel:

Da zu Marburg eingepfarrt, Einführung der Reformation vermutlich 1527.

Juden:

gehört zur Gemeinde Marburg

Jude 1744 genannt; 1835: 31; 1861: 40: 1905: 24 Juden

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Ockershausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9260> (Stand: 16.10.2018)
 
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