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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 60. Marburg

Fleckenbühl

Hof · 213 m über NN
Gemarkung Schönstadt, Gemeinde Cölbe, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Hof

Lagebezug:

8,5 km nordöstlich von Marburg

Lage und Verkehrslage:

Gut südlich Schönstadt nahe der Bundesstraße 3 (alte Landstraße Frankfurt-Kassel)

Rings umflossen vom Roten Wasser

Ersterwähnung:

1273

Siedlungsentwicklung:

1928: Eingemeindung des aufgelösten Gutsbezirks Fleckenbühl in die Gemarkung von Schönstadt, Betziesdorf und Sindersfeld

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • curia 1273
  • Hof 1577
  • adlich Burgsitz 1745
  • Edelhof 1846

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3487743, 5638221
UTM: 32 U 487674 5636406
WGS84: 50.87919512° N, 8.824789087° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

53400605002

Flächennutzungsstatistik:

  • 1857 (Kasseler Acker): 250 Land, 80 Wiesen, 13 Gärten, 100 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1812: 3 Häuser mit 32 Bewohnern
  • 1885: 3 Wohnhäuser mit 24 Bewohnern
Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1577: dienstfreier Hof im Gericht Schönstadt

Altkreis:

Marburg

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1273 verpachtet das Stift Wetter an Konrad von Marburg als Zubehör der Villikation Cölbe-Bürgeln einen Hof und Einkünfte aus Güterbesitz in Fleckenbühl. 1334 tragen die mainzischen Erbburgleute von Fleckenbühl dem Erzstift ihr Haus Fleckenbühl zu Lehen auf. Das Haus soll Mainz offenbleiben und es darf von dort nichts gegen Mainz unternommen werden. Das Erzstift darf 3 oder 4 Burgmannen hineinsetzen und dort unterhalten, sowie den innersten Pförtner und einen umgehenden Wärter. Mainz darf ein stad machen vor dem Haus, deren Abgaben halb an Mainz und halb an die von Fleckenbühl fallen sollen.
  • 1485 verkaufen die Groppe von Fleckenbühl Hof und Haus an den Marburger Schöffen Peter von St. Nabor. 1486 betrachtet das Stift Wetter Fleckenbühl als Pfandbesitz; 1495 ist der Hof von den von Fleckenbühl an das Stift verpfändet.
  • 1577 sind die von Hatzfeld Eigentümer. Von den Erben, den von Löwenstein zu Hatzfeld geht der Hof bald nach 1605 an die von Scholley über.
  • 1819 kaufen die von Dalwigk das bisher freie Erbe und tragen den Hof Hessen zu Lehen auf.
  • 1828 ist er Besitz der Landgrafen von Hessen-Rumpenheim und wird
  • 1914 an die Familien Dr. Lucius verkauft.

Zehntverhältnisse:

Der Zehnte ist 1339 nassau-dillenburgisches Lehen der von Hohenfels

Ortsadel:

(1214 ?), 1315-1796

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1780 und später: nach Schönstadt eingepfarrt

Juden:

Juden 1689 genannt

Wirtschaft

Mühlen:

Die Fleckenbühler Mühle ist 1273 Zubehör des Hofes; um 1300: molendinum Groppen. Sie verfügt 1630 und 1823 über 1 Mahl- und 1 Schlaggang.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Fleckenbühl, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9061> (Stand: 8.11.2017)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde