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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 18. Witzenhausen

Burg Ludwigstein

235 m über NN
Gemarkung Wendershausen, Gemeinde Witzenhausen, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Burg

Lagebezug:

3,5 km südöstlich von Witzenhausen

Lage und Verkehrslage:

Auf Bergkopf im Werrabogen die schematisch-rechteckige Burg; der Bergfried (neben dem Tor) nach Südwesten gegen den rückwärtigen Sattel gestellt, den die spätmittelalterlich-neuzeitliche Werralandstr.

Siedlungsentwicklung:

1416 in einem Jahr erbaut. Nach dem 1.Weltkrieg Verfall; von der Jugendbewegung als Mahnmal für gefallene "Wandervögel" ausgebaut. Erweitert als Tagungsort, Jugendherberge und Archiv der deutschen Jugendbewegung.

Historische Namensformen:

  • Ludewigistein (1416) (StA Marburg Generalrepertorium Ludwigstein.)
  • zum Ludewigesteyne (1446)
  • Ludewigstein (1466)
  • Ludwigstein (1503)
  • umb den, von dem, zum Lodewichsteyne (1517)
  • Ludwigkstain, Ludtwigkstain (1575/85)
  • Lottwigstein (1588)

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3563469, 5687841
UTM: 32 U 563370 5686005
WGS84: 51.32181336° N, 9.909409744° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

63601614005

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1466 und 1747: Amt Ludwigstein (zum Umfang s. Mittelpunktfunktion)
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Witzenhausen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • Um 1570 und 1747: Niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1583: Untergericht Wendershausen, mit Zubehör Hilgershausen, Weißenbach, Hundelshausen, Ellingerode
  • 1807: Friedensgericht Witzenhausen
  • 1821-1834: Fürstlich Rotenburgisches Justizamt Witzenhausen II
  • 1836: Kurfürstliches Justizamt Witzenhausen
  • 1867: Amtsgericht Witzenhausen
Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1416: Nach Erbauung auf 2 Jahre an Hans von Dörnberg zum Schutz des Amtes Witzenhausen übergeben. 1430: Hermann Diede anbefohlen, mit Amt Witzenhausen vereinigt. 1455: Landgraf Ludwig verpfändet Ludwigstein an Wilhelm Meisenbug,
  • 1460: an Hans von Dörnberg, 1464; an Georg von Buttlar, 1466: an denselben auf 20 Jahre. 1483: Landgraf Wilhelm nimmt beim Deutschen Orden 800 Gulden zur Einlösung von Ludwigstein auf. 1486: Ablösung durch Sittich und Kaspar von Berlepsch, 1488: durch Rabe von Herda, 1503: durch Hermann von Boyneburg. 1515: Verpfändung an Christian von Hanstein, Amtmann zu Rusteberg, wie es zuvor die von Berlepsch innehatten. 1534: von Kurt Rommel an Christoph von Steinberg. 1545-73: Mannlehen des Christoph Hülsing. 1632: den Söhnen aus 2. Ehe des Landgraf Moritz überlassen und dessen Nachkommen bis 1835 verblieben,
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1517: Kapelle

Pfarrzugehörigkeit:

1562 und heute: mit Wendershausen zum Kirchspiel Oberrieden

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Amt Ludwigstein entsteht 1416 durch Unterstellung der Dörfer des Amtes Witzenhausen unter Amtmann auf Ludwigstein, Schloss und Amt ganz vereinigt.

Bis Mitte 16. Jahrhundert verpfändet.

1545-73: Ludwigstein und einige Dörfer selbstständiges Adelsgericht ( unten 1569), 1573 durch Landgraf von der Witwe des Christoph Hülsing zurückgekauft. Seitdem mit landgräflichem Amtmann besetzt und wieder mit Witzenhausen vereinigt.

1632 -1835 zur Rotenburger Quart.

Umfang von Amt und Gericht 1466: Oberrieden, Wendershausen, Hilgershausen, Hundelshausen, Weißenbach, Nieder-Roßbach, Roßbach, Kleinalmerode, Witzenhausen, Bischhausen, Ludwigstein.

1569: Hundelshausen, Weißenbach, Roßbach, Ellingerode, Hilgershausen, Oberrieden, Wendershausen, Insgesamt 250 Hausgesesse.

1575/85: Witzenhausen, Hundelshausen, Weißenbach, Roßbach, Ellingerode, Hilgershausen, Oberrieden, Wendershausen, Kleinalmerode, Berge, Hebenshausen, Bischhausen, Ziegenberg, Blickershausen, Ermschwerd, Hubenrode, Laubach (Kreis Hannoversch-Münden),Gertenbach, Albshausen, Unterrieden, Marzhausen, Mellenfelde (Kreis Friedland/ Hann.), Dohrenbach, Trubenhausen, Uengsterode, Eichenberg, Rengershausen, Epterode, Hermannrode, Niedere.Gandern (Kreis Friedland) und die Höfe Hungershausen, Stiedenrode und Neuenrode.

1323 Hausgesesse. 1664: Hessen-Rotenburg vereinigt das Amt des Witzenhauser Schultheißen mit dem auf dem Ludwigstein. Seitdem Ober-Schultheiß zu Witzenhausen auch für Amt Ludwigstein zuständig. Amtsumfang 1681: Witzenhausen, Hundelshausen, Weißenbach, Roßbach, Ellingerode, Hilgershausen, Oberrieden, Wendershausen, Kleinalmerode, Fahrenbach, Berge, Hebenshausen, Bischhausen, Ziegenberg, Blickershausen, Ermschwerd, Hubenrode, Laubach (Kreis Hannoversch-Münden), Gertenbach, Albshausen, Unterrieden, Marzhausen, Mollenfelde (Kreis Friedland/Hannover), Dohrenbach, Trubenhausen, Uengsterode, Sickenberg, Epterode, Hermannrode, Hungershausen, Neuenrode. 1025 Hausgesesse. Umfang 1747: Stadt Witzenhausen, Schloss Ludwigstein, Ober rieden, Unterrieden, Wendershausen, Hilgershausen, Weißenbach, Hundelshausen, Roßbach, Ellingerode, Bischhausen, Eichenberg, Hermannrode, Uengsterode, Marzhausen, Arnstein, Berlepsch, Gertenbach, Mollenfelde (Kreis Friedland/Hann.), Albshausen, Dohrenbach, Ermschwerd, Hubenthal, Fahrenbach, Blickershausen, Laubach (Kreis Hannoversch-Münden), Ziegenhagen, Hubenrode, Ziegenberg, Stiedenrode, Thal, Berge, Hebenshausen, Neuenrode. 1227 Mann. mit 1290 Feuerstellen.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Burg Ludwigstein, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/7660> (Stand: 16.10.2018)
 
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