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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 18. Witzenhausen

Weitere Informationen

Wendershausen

Stadtteil · 140 m über NN
Gemeinde Witzenhausen, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

3 km südöstlich von Witzenhausen

Lage und Verkehrslage:

Gut mit Kirche und Gutsweiler an der Einmündung eines kleinen Baches in die Werra; durchlaufende Straße

Häuserzeile parallel zur Werra

Ersterwähnung:

1271

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1296: villa
  • 1369: Dorf

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Umlegung der Flur:

1963 eingeleitet

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3561574, 5687612
UTM: 32 U 561476 5685777
WGS84: 51.31996333° N, 9.882189754° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636016140

Flächennutzungsstatistik:

  • - 1747: 1056 Acker, davon 386 Acker Wald
  • 1961 (Hektar): 483, davon 114 Wald (= 23.60 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1466: 8 Hausgesesse
  • 1543; 17
  • 1575/85: 25
  • 1681: 18
  • 1747: 35 Mannschaften mit 33 Feuerstellen = 201 Einwohner
  • 1961: 741, davon 680 evangelisch (= 91.77 %), 52 katholisch (= 7.02 %)
  • 1970: 763 Einwohner

Diagramme:

Wendershausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1466 und 1747: Amt Ludwigstein
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Witzenhausen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1583: Untergericht Wendershausen, mit Zubehör Hilgershausen, Weißenbach, Hundelshausen, Ellingerode
  • um 1570 und 1747: Niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Friedensgericht Witzenhausen
  • 1834: Justizamt Witzenhausen I
  • 1837: Justizamt Witzenhausen
  • 1867: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1879: Amtsgericht Witzenhausen

Gemeindeentwicklung:

Am 1.10.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingemeindung in die Stadtgemeinde Witzenhausen, deren Stadtteil Wendershausen wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1271: Die von Rieden verkaufen dem Kloster Mariengarten 3 Huben zu Wendershausen.
  • 1296: Burghard von Ziegenberg überträgt den ihm von Dietrich von Meinsen resignierten halben Zehnten zu Wendershausen dem Kloster Hilwartshausen.
  • 1297: Derselbe überträgt dem genannten Kloster den ihm von Dietrich von Stockhausen resignierten anderen halben Zehnten zu Wendershausen.
  • 1297: Joh.von Hungershausen überträgt seine Güter zu Wendershausen dem Kloster Hilwartshausen.
  • 1297: Burkhard von Ziegenberg überträgt den ihm von den von Stockhausen resignierten halben Zehnten zu Wendershausen dem Kloster Hilwartshausen, der vom Erzbischof von Mainz zu Lehen geht, und überträgt diesem dafür 4 Mansen zu Hubenrode.
  • 1298: Heinrich von Ziegenberg hat Zehnten zu Wendershausen vom Kloster Kaufungen zu Lehen.
  • 1298: Heinrich von Ziegenberg verzichtet auf den vom Kloster Kaufungen zu Lehen getragenen Zehnten zu Wendershausen.
  • 1299: Heinrich von Ziegenberg erhält anstatt des vom Kloster Kaufungen zu Lehen getragenen Zehnten zu Wendershausen, den das Kloster Hilwartshausen erhalten hat, 3 Hufen zu Hubenrode.
  • 1327: Wendershausen ist zum Schloss Rusteberg lieferungspflichtig.
  • 1358: Vergleich zwischen den Bauern von Wendershausen und dem Kloster Hilwartshausen.
  • 1364: Lupold von Rengelrode gesteht dem Landgraf Heinrich die Lösung eines Zinses von Gut zu Wendershausen zu, das er als hessisches Lehen trägt.
  • 1369: Landgraf Heinrich verpfändet dem Berthold Spanseil das Dorf Wendershausen mit Gericht .
  • 1371: Kloster Hilwartshausen verkauft sein Vorwerk zu Wendershausen den Gebrüdern von Heiligenstadt.
  • 1375: Landgraf Hermann versetzt dem Ludolf von Gerterode das Dorf Wendershausen.
  • 1415: Adelheid von Gerterode verkauft ererbtes Geld zu Wendershausen.
  • 1422: Wilhelmitenkloster Witzenhausen erwirbt eine halbe Hufe zu Wendershausen.
  • 1429: Wilhelmitenkloster Witzenhausen verkauft eine halbe Hufe zu Wendershausen.
  • 1434: Kloster Mariengarten verkauft Güter zu Wendershausen an Landgraf Ludwig
  • 1439: Landgraf Ludwig belehnt Heimbrod von Rengelrode mit 7 Huben zu Wendershausen.
  • 1445: Priester Hermann von Heiligenstadt vertauscht eine Wiese zu Wendershausen dem Landgrafen Ludwig gegen eine Wiese zu Ellingerode.
  • 1445: Wilhelmitenkloster Witzenhausen hat zu einem freien Vorwerk zu Wendershausen gehörige Güter von den von Rengelrode erworben.
  • 1446: Wilhelmitenkloster Witzenhausen erwirbt weitere Güter zu Wendershausen.
  • 1448: Priester Hermann von Heiligenstadt verkauft dem Landgraf das Vorwerk zu Wendershausen, das seine Eltern vom Kloster Hilwartshausen gekauft hatten.
  • 1477: Heimbrad von Rengelrode verkauft dem Jörg von Buttlar sein Vorwerk zu Wendershausen und die Wüstung Elkerode, beides hessische Lehen.
  • 1478: Landgraf Ludwig belehnt Georg von Buttlar mit dem Vorwerk zu Wendershausen.
  • 1478: Heimbrad von Rengelrode hat 7 Hufen zu Wendershausen an Georg von Buttlar verkauft.
  • 1525 und 1527: Wilhelmitenkloster Witzenhausen hat Ländereien zu Wendershausen inne.
  • 1528: Landgraf Philipp verschreibt dem Christian von Hanstein die Einkünfte aus dem Vorwerk Wendershausen.
  • 1530: Landgraf Philipp verkauft dem Christian von Hanstein seinen Meierhof zu Wendershausen mit Gericht und Zubehör, wie er vom Wilhelmitenkloster Witzenhausen an Hessen gekommen ist.
  • 1542: Kloster Hilwartshausen verkauft dem Landgraf Philipp den Zehnten zu Wendershausen.
  • 1545: Landgraf Philipp belehnt Christoph Hülsing mit dem Zehnten zu Wendershausen, der vom Kloster Hilwartshausen erkauft wurde.
  • 1588: landgräflicher Hof und Vorwerk zu Wendershausen
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1295: plebanus
  • 1345: Kirche und Kirchhof
  • Kirche 1642 bis auf die Grundmauern verbrannt
  • Jetzige Kirche 1739/40 erbaut

Pfarrzugehörigkeit:

Eingepfarrt die Leute von Flasbach

1458 und 1517: Pfarrland bezeugt

1569: Von Allendorf versehen

1575/85 und jetzt: Filiale von Oberrieden

1925 und jetzt: eingepfarrt Gut Wendershausen und Flachsbachmühle

Patronat:

1575/85: Landgraf

1747: Hessen-Rotenburg

1763: zwischen Hessen-Rotenburg und von Dörnberg strittig; Bewerber durch von Dörnberg präsentiert und muß sich bei Hessen-Rotenburg melden

1845: Vertrag, laut welchem jede 3. Bestallung durch Landgraf erfolgt

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat vielleicht Witzenhausen

Archdiakonat Heiligenstadt

Juden:

1671: 1 Schutzjude

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

1583: Sitz eines Untergerichts für Hilgershausen, Weißenbach und Hundelshausen

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Wendershausen, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/7238> (Stand: 16.10.2018)
 
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