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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 35. Eschwege

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Weißenborn

Ortsteil · 280 m über NN
Gemeinde Weißenborn, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Gemeinde

Lagebezug:

8 km südsüdöstlich von Eschwege gelegen

Lage und Verkehrslage:

Nördlich des Netratales und südlich des Schlierbachwaldes unmittelbar an der thüringischen Landesgrenze gelegen

Diese kleinste Gemeinde des Werra-Meißner-Kreises ist von großen Wäldern umgeben.

Ersterwähnung:

1365

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3578215, 5666101
UTM: 32 U 578110 5664274
WGS84: 51.12460388° N, 10.11616544° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636015020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 829, davon 434 Acker (= 52.35 %), 38 Wiesen (= 4.58 %), 302 Holzungen (= 36.43 %)
  • 1961 (Hektar): 864, davon 299 Wald (= 34.61 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1574: 68 Haushaltungen (Wanfrieder Salbuch)
  • 1744: 84 Häuser mit 313 Einwohnern (Steuerkataster)
  • 1747: 85 Haushaltungen (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
  • 1834: 385 Einwohner (Steuerkataster)
  • 1885: 615, davon 603 evangelisch (= 98.05 %), 4 katholisch (= 0.65 %), 8 andere Christen (= 1.30 %)
  • 1939: 902 (1191)
  • 1961: 1045, davon 965 evangelisch (= 92.34 %), 67 katholisch (= 6.41 %)
  • 1970: 1105
  • 1986: 1191 Einwohner (mit Rambach)

Diagramme:

Weißenborn: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Dorf des Amts Wanfried
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Wanfried
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Wanfried
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Aue
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Wanfried
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Eschwege

Gericht:

  • 1821-1834: Fürstlich Rotenburgisches Justizamt Wanfried
  • 1836: Kurfürstliches Justizamt Wanfried
  • 1867: Amtsgericht Wanfried
  • 1879: Amtsgericht Wanfried
  • 1932: Amtsgericht Eschwege

Gemeindeentwicklung:

Am 1.10.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform gebildeter Zusammenschluss der Gemeinden Weißenborn und Rambach zur neuen Gemeinde Weißenborn. Zu deren weiterer Entwicklung s. Weißenborn, Gemeinde. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Weißenborn.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Die von Völkershausen verkauften 1365 die von ihren Eltern ererbten Rechte an "Wißenborn" an Hessen .
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Nach dem Wanfrieder Salbuch von 1574 verlieh der Landgraf die Pfarrei. Doch wurde Weißenborn 1585 und 1747 wie 1872 als Filial von Rambach bezeichnet (Hochhuth 305).

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Wirtschaft

Wirtschaft:

Gemäß P. Zietz findet sich in der Vorbeschreibung des Steuerkatasters von 1834 die folgende Beschreibung des damals 385 Einwohner zählenden Dorfes: "Manufacturen und Fabriken sind dahier nicht vorhanden; und über die handwerklichen sowohl als merkantilistischen Verhältnisse ist bei dem Dorfe, dessen Einwohner größtenteils Ackerbau betreiben, nichts zu sagen. Landwirtschaftliche Nebengewerbe mit Natur-Producten werden hier nicht betrieben, weil die hiesigen Ortsbewohner durch die nahe gelegene Königlich Preußische und Großherzoglich-Sächsische Landesgrenze sehr eingeschränkt sind." (Zit. n.: Denkmaltopographie Werra-Meißner-Kreis 1, S. 641, Z. 3-9).

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Weißenborn, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/7220> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde