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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 35. Eschwege

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Völkershausen

Stadtteil · 170 m über NN
Gemeinde Wanfried, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Hof

Lagebezug:

7,5 km ostsüdöstlich von Eschwege gelegen

Lage und Verkehrslage:

2,5 km südsüdwestlich von Wanfried gelegen

Ersterwähnung:

876

Historische Namensformen:

  • Folcgereshusun (874/76) [Fälschung 10. Jahrhundert, Mühlbacher, Regesten 1504]
  • Volcricheshusin, de [UA Kreuzberg]
  • Volkerischeshusen, de (1278) [UA Cornberg]
  • Folkershusen (1365) [GR Weissenborn]

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3581313, 5670339
UTM: 32 U 581207 5668510
WGS84: 51.16225908° N, 10.16136364° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636013040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 317, davon 130 Acker (= 41.01 %), 16 Wiesen (= 5.05 %), 148 Holzungen (= 46.69 %)
  • 1961 (Hektar): 870, davon 552 Wald (= 63.45 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Völkershausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Wanfried
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Wanfried
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Aue
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Eschwege
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Eschwege

Gericht:

  • 1822: Kurfürstliches Justizamt Eschwege
  • 1834: Justizamt Eschwege II
  • 1837: Kurfürstliches Justizamt Wanfried
  • 1867: Amtsgericht Wanfried
  • 1879: Amtsgericht Wanfried
  • 1932: Amtsgericht Eschwege

Gemeindeentwicklung:

Am 1.10.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil nach Wanfried eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Das Dorf gehörte 1365 den von Völkershausen und war 1395 sowie 1414 Lehen von Hessen (Rev.).
  • 1416 war es Lehen Apel Appes (Rev).
  • 1422/43 bis 1568 war es ganz fuldisches Lehen, der von Eschwege zu Völkershausen.
  • Dieses fuldische Weiberlehen erbten die von Wehren, dies es in zwei Schritten an die v. Eschwege zu Aue verkauften, so dass diese es ab 1593 zur Hälfte, 1612 ganz besaßen.
  • 1652 bis 1701 wurden die von Geyso von Fulda mit Völkershausen belehnt. Sie hatten es von den von Eschwege erkauft.
  • Auf die von Geyso folgten im Lehenbesitz von 1722 bis 1740 die von Verschuer und von 1750 bis 1789 die von Hattorf (Rev.). Im 19. Jh. gehörte es erst den Hanau, dann Gilsa, im 20. schließlich Röder v. Diersburg.

Ortsadel:

Die Familie von Völkershausen war gemäß R. Knappe ein sehr altes Geschlecht und besaß bereits um 900 die Gerichtsbarkeit über mehrere Dörfer. Reimer führte sie zwischen 1261 und 1616 auf.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Völkershausen hatte von 1569 bis 1585 (OSt) eine eigene Pfarrei.

Im 17. Jahrhundert war es meist mit Wabern (Reimer) verbunden.

Von 1684 bis 1730 besaß es wieder eine eigene Pfarrei.

Seitdem war es wechselnd mit Rambach, Altenburschla und Wanfried verknüpft, bis man 1847 eine neue Pfarrei begründete. Sie zählte zur Klasse Eschwege und hatte Aue als Filial (Hochhuth 315).

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johann Zimmermann 1569-1584

Kirchliche Mittelbehörden:

Klasse Eschwege (1847)

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Völkershausen, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/7167> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde