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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 35. Eschwege

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Röhrda

Ortsteil · 295 m über NN
Gemeinde Ringgau, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Hof

Lagebezug:

9 km südlich von Eschwege gelegen

Lage und Verkehrslage:

Im Norden des Ringgaus im Tal der Netra 3 km nordwestlich von Netra gelegen

Ersterwähnung:

1089

Siedlungsentwicklung:

Die Hälfte des Dorfes wurde 1530 durch eine Feuersbrunst zerstört.

Die Bevölkerung nahm besonders zu, als nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs circa 300 Flüchtlinge im Ort Zuflucht fanden.

Historische Namensformen:

  • Rorenriet (1089)
  • Ronrethe in pago Nederne (1140/41)
  • Rorenreth in pago Nederne (1140/41)
  • Rorenriet (1188)
  • Rorit (1480)
  • Roertt (1490)
  • Röhrda (1747)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3574057, 5663509
UTM: 32 U 573954 5661683
WGS84: 51.10186121° N, 10.05625216° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636010070

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 1018, davon 520 Acker (= 51.08 %), 44 Wiesen (= 4.32 %), 340 Holzungen (= 33.40 %)
  • 1961 (Hektar): 1084, davon 437 Wald (= 40.31 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 84 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
  • 1745: 359 Einwohner in 104 Haushaltungen (nach Zietz)
  • 1747: 84 Haushaltungen (DB: nach Reimer)
  • 1885: 620, davon 619 evangelisch (= 99.84 %), 1 katholisch (= 0.16 %)
  • 1961: 800, davon 747 evangelisch (= 93.38 %), 47 katholisch (= 5.88 %)
  • 1970: 845
  • 1987: 727

Diagramme:

Röhrda: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Amt Bischhausen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Bischhausen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Bischhausen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Reichensachsen
  • 1814-1818: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Bischhausen
  • 1819-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Netra
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Eschwege

Gericht:

  • Es gab eine langandauernde Teilung der Gerichtsbarkeit, die die Dorfgeschichte besonders prägte: Eine Ortshälfte gehörte bekanntlich den Herren von Boyneburg und konnte vom hessischen Landgrafen erst 1803 vollständig erworben werden. Der andere Teil war mit dem Rittergut kurpfälzisches Lehen der Herren von Falcken. Diese belehnten wiederum seit Mitte des 16. Jahrhunderts verschiedene Familien mit ihren Gütern (s. Besitz).
  • vor 1822: Amt Netra
  • 1822: Justizamt Netra
  • 1867: Amtsgericht Netra
  • 1879: Amtsgericht Netra
  • 1932: Amtsgericht Eschwege

Gemeindeentwicklung:

Am 1.4.1972 erfolgte der vorübergehende Zusammenschluss der Gemeinden Datterode und Röhrda zur neu gebildeten Gemeinde Netratal, deren Ortsteile sie wurden. Mit dem Zusammenschluss der Gemeinden Netratal und Ringgau am 01.01.1974 wurden beide ab diesem Zeitpunkt Ortsteile der neuen Gemeinde Ringgau.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Das Dorf gehörte zur Hälfte den von Boyneburg als hessisches Lehen, wobei dann Hessen 1650 von ihrer Hälfte wiederum eine Hälfte erkaufte. Die andere Hälfte war damals kurpfälzisches Lehen der von Herda (Beschreibung der erkauften Güter im Gericht Boyneburg 1660).
  • Diese besaßen 1747 die von Meysenbug (DB) und 1778 bis 1802 die von Castell (Geheimeratsakten, Domänen 1802-04).

Ortsadel:

1253: Adlige (Kl. Kreuzberg)

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Ehemalige Martinskirche südöstlich vom Dorf (Hochhuth)
  • Die Pfarrkirche bb. Petri et Pauli (1481). Nachdem sie Graf Heinrich von Nordheim Erzbischof Heinrich von Mainz übergeben hatte, schenkte dieser sie 1089 dem Kloster Lippoldsberg (UA Lippoldsberg).
  • Ein 'archipresbiter' wurde 1273 genannt (Huyskens 903).

Pfarrzugehörigkeit:

Protestantische Pfarrei Röhrda (1872)

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johann Uderer vor 1526-1545, bereits 1488 als Pleban nachweisbar

Reformierter Bekenntniswechsel, unter hessen-darmstädtischer Herrschaft 1627-1628 lutherisch, nach 1628 wieder reformiert.

Kirchliche Mittelbehörden:

Wie das benachbarte Renda war Röhrda Sitz eines Erzpriesters des Archidiakonats Dorla.

Zugehörige Filialkirchen waren Sontra, Wichmannshausen, Grandenborn und Netra

Die protestantische Pfarrei gehörte 1872 zur Klasse Eschwege.

Kultur

Schulen:

Schulmeister: Balzer(?) Korrumpf 12.9.1595

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Röhrda, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/6777> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde