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Neuseesen

Stadtteil · 205 m über NN
Gemeinde Witzenhausen, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

4 km östlich von Witzenhausen gelegen

Lage und Verkehrslage:

Kurze Gasse am Ostrand eines flachen Talgrundes im Anschluß an die Kirche

Ersterwähnung:

1318

Siedlungsentwicklung:

1839: Fund einer vorgeschichtlichen Begräbnisstätte (Urnen und Leichenbrand)

Unsicher, ob slawische (wendische) Kolonie („Neuer Sitz“), da kein Rundling

Historische Namensformen:

  • Nuwezezen, in (1318) [Regesten der Erzbischöfe von Mainz 1,1, S. 378-382, Nr. 1995, hier S. 380]
  • Nuwesessen (1341) [Regesten der Erzbischöfe von Mainz 1,2, S. 376, Nr. 4643]
  • Nuwesetz, Neusetz (1349) [Bei diesen Belegen ist es fraglich, ob es sich um dieses 'Neuseesen' oder eine Doppelwüstung 'Ober und Unter-Neuseesen' südwestlich Heiligenstadt handelt]
  • Nusessen (1374)
  • Nuweßesßen (1535)
  • Newses (1540)
  • Nausessen, zu (1567)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1341: Dorf

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3564058, 5690209
UTM: 32 U 563959 5688372
WGS84: 51.34302924° N, 9.918283174° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636016110

Flächennutzungsstatistik:

  • 1318: 9 Mansen genannt
  • 1961 (Hektar): 218, davon 58 Wald (= 26.61 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1961: 124, davon 96 evangelisch (= 77.42 %), 28 katholisch (= 22.58 %)
  • 1970: 103 Einwohner

Diagramme:

Neuseesen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1318: Amt Rusteberg
  • 1807-1813: Königreich Westfalen, Departement des Harzes, Distrikt Heiligenstadt, Kanton Gerbershausen
  • 1815: Königreich Preußen, Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Erfurt, Kreis Untereichsfeld (später Worbis)
  • 1945: Groß Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen (vgl. Gemeindeentwicklung)
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • Bis 1849 Zubehör des Gesamtgerichs von Hanstein
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen

Gemeindeentwicklung:

Wegen der Eisenbahnlinie werden im Wanfrieder Abkommen 1945 Werleshausen und Neuseesen dem Kreis Witzenhausen in der amerikanische Besatzungszone angegliedert.

Am 31.12.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingemeindung in die Stadtgemeinde Witzenhausen, deren Stadtteil Neuseesen wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Der Erzbischof von Mainz und die von Rusteberg empfangen Zinsen zu Neuseesen.
  • 1341: Die Gebrüder von Geisleden verkaufen dem Erzbischof von Mainz unter anderem Dorf Neuseesen.
  • 1349: Der Vormund des Mainzer Domstiftes, Dompropst Kuno von Falkenstein, verpfändet mit Zustimmung Erzbischofs Heinrich von Mainz den Gebrüdern von Hanstein unter anderem Neuseesen.
  • 1374: Erzbischof Adolf von Mainz vergleicht sich mit den von Hanstein, denen unter anderem Neuseesen verpfändet ist.
  • 1376: Neuseesen im Besitz Thilos von Hanstein.
  • 1535: Erzbischof Albrecht von Mainz kündigt den von Hanstein die Verpfändung des Dorfes Neuseesen.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirche spätmittelalterlich (bez. 1556), 1. Hälfte 19. Jahrhundert erweitert

Pfarrzugehörigkeit:

Gehörte kirchlich zu Kirchgandern

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kirchliche Mittelbehörden:

1945: Filiale von Werleshausen

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Neuseesen, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/6529> (Stand: 29.5.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde