Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
4625 Witzenhausen
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Historische Karten
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 18. Witzenhausen

Weitere Informationen

Eichenberg

Ortsteil · 275 m über NN
Gemeinde Neu-Eichenberg, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

5 km nordöstlich von Witzenhausen

Lage und Verkehrslage:

Am stark geneigten Osthang der Schärfe zu beiden Seiten des Dorfbaches lockeres Dorf um großen Platz mit oval ummauerter Kirche und hufeneisenförmig ummauertem Lindenplatz.

Im Wald westlich oberhalb des Ortes intermittierende Quelle, genannt "Karlsbrunnen".

Bahnhof der Eisenbahnlinien Hann. Münden – Arenshausen ("Werratalbahn IV") (Inbetriebnahme der Strecke 13.3.1872) und Bebra – Friedland ("Bebra-Friedländer-Bahn"; "Werratalbahn III") (Inbetriebnahme der Strecke 15.5.1876).

Endbahnhof der Eisenbahnlinie Hessisch Lichtenau/Velmeden – Großalmerode/Ost – Neu-Eichenberg/Eichenberg ("Gelstertalbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 15.12.1915) (Einstellung des Personenverkehrs am 3.6.1973).

Ersterwähnung:

1258

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1318 und später: Dorf
  • villa (2. Hälfte 14. Jahrhundert

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1958/63

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3562657, 5693327
UTM: 32 U 562558 5691489
WGS84: 51.37120758° N, 9.898727616° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636009020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1504: 30 Hufen
  • 1638: 34 Hufen
  • 1746: 1287 Acker
  • 1885 (Hektar): 476, davon 278 Acker (= 58.40 %), 30 Wiesen (= 6.30 %), 120 Holzungen (= 25.21 %)
  • 1961 (Hektar): 853, davon 248 Wald (= 29.07 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 34 Hausgesesse.(7 Ackerleute, 26 Köttner)
  • 1681: desgleichen
  • 1747: 37 Mannschaften mit 46 Feuerstellen
  • 1885: 415, davon 388 evangelisch (= 93.49 %), 27 katholisch (= 6.51 %)
  • 1925: 615 (605 evangelisch, 56 römisch-katholisch, mit Arnstein und Hellemühle)
  • 1961: 1014, davon 672 evangelisch (= 66.27 %), 330 katholisch (= 32.54 %)
  • 1970: 872 Einwohner

Diagramme:

Eichenberg: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 1570: Amt Witzenhausen
  • 1575/85: Amt Ludwigstein
  • 1747: Amt Witzenhausen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Leine-Departement, Distrikt Göttingen, Kanton Friedland
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1569: Niederes und peinliches Gericht von Bodenhausen
  • 1747: desgleichen
  • 1807: Friedensgericht Friedland
  • 1814: Amt Witzenhausen
  • 1822: Justizamt Witzenhausen
  • 1834: Justizamt Witzenhausen II
  • 1837: Justizamt Witzenhausen
  • 1867: Amtsgericht Witzenhausen
  • Stätte des allgemeinen öffentlichen Schöffengerichts an der Kreuzung des Weges von Arnstein nach Niedergandern mit dem Weg von Eichenberg nach Bornhagen
  • Richtstätte: In der Nähe des jetzigen Eichenberger Bahnhofs wo der alte Heerweg mit einem Weg von Eichenberg zusammenstieß; bis zur Umlegung ein Dreiecksplatz, der durch 3 mit dem von Bodenhauser Wappen gezeichneten Steinen eingeschlossen war.
  • Im Ort von einer Sandsteinquadermauer in Hufeisenform eingefaßter bzw. abgestützter Platz mit Resten eines Steintisches und Steinbänken unter 2 alten Linden
  • 1879: Amtsgericht Witzenhausen

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Neu-Eichenberg zusammengeschlossen, deren Ortsteil Eichenberg seitdem ist.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1258: Graf Siegfried von Blankenburg hat Wald zu Eichenberg von Braunschweig zu Lehen.
  • 1291: Graf Ludwig von Everstein belehnt Hugo uz der Mark und Konrad von Rusteberg unter anderem mit 10 Mansen zu Eichenberg.
  • 1318: Konrad von Tvisten hat Dorf Eichenberg von Herzog Otto von Braunschweig zu Lehen.
  • 1327: Eichenberg ist zum Schloss Rusteberg lieferungspflichtig.
  • 1337: Die von Rusteberg verkaufen ihre 10 Mansen an den Landgrafen von Hessen.
  • 1368: Herzog Otto von Braunschweig versetzt sein Dorf Eichenberg einem Bürger von Münden.
  • 1382: Werner von dem Berge bestätigt dem Graf Hermann von Everstein die Belehnung mit 3 Malter Korngeld aus Eichenberg.
  • In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ist das gesamte Dorf von der Herrschaft Everstein als Lehen ausgetan.
  • 1412: Hans von Rieden hatte von Friedrich von Rusteberg den Zehnten zu Eichenberg zum Pfand und verkauft ihn an Hans von Atzenhausen.
  • 1418: Lehnsrevers der von dem Berge für Gottschalk von Plesse unter anderem über Korngeld zu Eichenberg, wie es zuvor von der Herrschaft Everstein zu Lehen ging.
  • 1430: Landgraf Ludwig belehnt die von Bischoffshausen mit Eichenberg.
  • 1434: Landgraf Ludwig belehnt die von Bodenhausen mit Dorf Eichenberg; folgend Reverse bis 1827.
  • Daneben erscheinen die von Bischoffshausen um 1440 mit Dorf Eichenberg als vormals eversteinisches Lehen durch Braunschweig -Lüneburg belehnt.
  • 1441 hat die Familie Kule einen Mannlehenbrief über Zinsen zu Eichenberg von den von Plesse.
  • 1443: Joh. von Plesse belehnt Hermann von Bischoffshausen mit Wiese und Zins zu Eichenberg.
  • 1444: Hermann von Bischoffshausen verpflichtet sich gegenüber seinem Lehnsherrn Joh. von Plesse, die Lehnsgüter, die er an die von Hanstein verpfändete, binnen 6 Jahren wieder einzulösen; darunter Korngeld und eine Wiese zu Eichenberg.

Ortsadel:

1358

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirche spätklassizistischer Saalbau von 1840

Pfarrzugehörigkeit:

1358: Pfarrer

1578: Pfarrei Eichenberg mit Reckershausen

1578: Eichenberg Filiale von Reckershausen

1597: Hof des Pfarrers von Hottenrode (auf der Grenze zwischen Kreis Friedland/Hann. und Kreis Heiligenstadt/Thüringen) zu Eichenberg

1656: Eichenberg von Reckershausen getrennt

1747: Eichenberg. Mutterkirche mit Filiale Arnstein, so noch jetzt

Patronat:

Seit 1570 und noch jetzt: von Bodenhausen

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Drescher vor 1569-1578

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat vielleicht Geismar

Archdiakonat Heiligenstadt

1585: Superintendentur Rotenburg-Allendorf

1608 und 1872: Klasse Witzenhausen

1923 und jetzt: Kirchenkreis Witzenhausen

Wirtschaft

Wirtschaft:

1638: 8 Ackergüter wüst, 4 abgebrannt

1759: geplündert

1840/50: Braunkohlenabbau am Ostrand des Ortes

Nachweise

Quellen:

  • Cal. Or. 81 h Nr. 451f.
  • Celle Or. 8 Bd. 1 Nr. 245, alle Staatsarchiv Hannover

Literatur:

Zitierweise
„Eichenberg, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/5561> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde