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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 34. Waldkappel

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Germerode

Ortsteil · 290 m über NN
Gemeinde Meißner, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Gerichtsplatz; Kloster; Sonstiges

Lagebezug:

11 km westlich von Eschwege gelegen

Lage und Verkehrslage:

Südöstlich des Meißners am Vierbach gelegen

Ersterwähnung:

1144

Historische Namensformen:

  • Germerade (1186)
  • Germenrode (1195)
  • Germarrode (1265)
  • Germerode (1368)
  • Gyrmenroide (1523)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • 500 m östlich des Klosters erhebt sich auf der anderen Seite des Tales ein Berg mit dem Flurnamen "Die Warthe" (mundartlich: "Wohrdenkopp"). Möglicherweise lag dort tatsächlich eine Warte, was aber noch offen bleiben muss.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3563414, 5673699
UTM: 32 U 563315 5671869
WGS84: 51.19471968° N, 9.906117089° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636008030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 657, davon 409 Acker (= 62.25 %), 118 Wiesen (= 17.96 %), 75 Holzungen (= 11.42 %)
  • 1961 (Hektar): 1054, davon 320 Wald (= 30.36 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Germerode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Der Gerichtsbezirk Germerode gehörte gemäß der Amtsrechnung von 1414 zum Amt Bilstein. Später zählte es aber zum Amt Eschwege.
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Bilstein, Klostergerichtsbezirk Germerode
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Bilstein, Klostergerichtsbezirk Germerode
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Bischhausen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Germerode
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Eschwege

Gericht:

  • Zu Gerichtsstuhl, Vogtei oder Klostergericht Germerode gehörten 1585 bzw. 1778 außer Germerode die Dörfer Alberode, Bernsdorf, Kammerbach, Orferode, Rodebach und Wölfterode (bestehend bis 1837).
  • 1821-1834: Fürstlich Rotenburgisches Justizamt Germerode
  • 1834: Kurfürstliches Justizamt Germerode
  • 1837: Justizamt Abterode
  • 1867: Amtsgericht Abterode
  • 1879: Amtsgericht Abterode
  • 1932: Amtsgericht Eschwege
  • 1932: Amtsgericht Eschwege

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Meißner zusammengeschlossen, deren Ortsteil Germerode seitdem ist.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Germerode war ein Dorf der Grafen von Bilstein, von denen das Kloster bereits 1195 einen dortigen Hof erhielt. Dazu erwarb es von denen von Westerburg 1272 die Hälfte des Dorfes.
  • 1368 verkaufte Hermann von Treffurt als Herr zu Bilstein dem Kloster all sein Recht über das Dorf und Gericht.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Pfarrkirche der Hl. Maria; es war die Klosterkirche, die auch als Pfarrkirche diente

Pfarrzugehörigkeit:

Zur protestantischen Pfarrei der Klasse Waldkappel waren 1872 Mönchhof, Queckmühle, Viehhaus und Schwalbenthal eingepfarrt. Alberode, Bernsdorf und Rodebach waren Filiale.

Klöster:

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Heinrich Schell 1527

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat Heiligenstadt

Juden:

1835: 3 Juden

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Germerode, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/5789> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde