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4725 Bad Sooden-Allendorf
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 25. Allendorf

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Kleinvach

Stadtteil · 154 m über NN
Gemeinde Bad Sooden-Allendorf, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Hof; Sonstiges

Lagebezug:

14 km südöstlich von Witzenhausen

Lage und Verkehrslage:

3 km südöstlich von Bad Sooden-Allendorf gelegen

An der ehemaligen Werrafähre ein kleines Straßendorf, östlich auf ebenso leichter Geländewelle west-östlicher Rechteckangeranlage

Ersterwähnung:

1196

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1370: Dorf

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1790

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3569515, 5679688
UTM: 32 U 569413 5677856
WGS84: 51.24783516° N, 9.994542022° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636001070

Flächennutzungsstatistik:

  • 1587: 111 Acker "erbeigen"
  • 1743: 598 Acker, davon hatten die Familie Hombergk zu Vach 373 Acker Land und 59 Acker Wiese; die Kirche 25 Acker; das Dorf 122 Acker Land, 19 Acker Wiese, 60 Acker Gehölz
  • 1961 (Hektar): 432, davon 202 Wald (= 46.76 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 11 Hausgesesse
  • 1681: 15
  • 1743: 117 Einwohner (1 Mühle, 20 Häuser)
  • 1747: 20 Hausgesesse mit 21 Feuerstellen
  • 1961: 266, davon 244 evangelisch (= 91.73 %), 21 katholisch (= 7.89 %)
  • 1970: 246 Einwohner

Diagramme:

Kleinvach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1569 und 1747: Amt Allendorf
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Allendorf
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Allendorf
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Harz-Departement, Distrikt Heiligenstadt, Kanton Allendorf
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Allendorf
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1747: Niederes und peinliches Gericht der Hombergk zu Vach
  • 1821: Kurfürstliches Justizamt Allendorf
  • 1879: Amtsgericht Allendorf
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform der Stadt Bad Sooden-Allendorf als Stadtteil eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1370: Landgraf Heinrich hat seine Rechte zu Vach an die Gebrüder von Netra versetzt.
  • Kurz nach 1376: Landgraf Hermann belehnt die Gebrüder von Netra mit der Hälfte des Dorfes.
  • 1410: Landgraf Hermann bestätigt als Lehnsherr die Versetzung des Dorfes Vach durch die von Netra.
  • 1411: Thilo von Netra versetzt 1 Viertel des halben Zehnten zu Vach.
  • 1424: Die von Netra versetzen ihrem Schwager Bodo von Wickershausen 1/4 ihres Dorfes Vach.
  • 1441: Landgraf Ludwig belehnt Reinhard von Netra mit Dorf Vach.
  • 1558: Nach Aussterben der von Netra Rückfall von Vach an Hessen
  • 1595: Landgraf Moritz belehnt Joh. Barß mit Einkünften zu Vach.
  • 1596: Derselbe belehnt Tobias Hombergk mit Vach.

Ortsadel:

1196

Ab 1357 nennt sich eine Linie der von Netra "zu Vach".

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Mutterkirche war bis zum 16. Jahrhundert die Andreaskirche des Dorfes Wettigendorf.

1575/85: von Allendorf versehen

1579: mit Filiale Albungen, eingepfarrt ist Hof Weiden

1637: mit Diakonat Sooden verbunden

1781: mit Diakonat Allendorf

1808: mit Pfarrei Albungen verbunden

1825: mit Diakonat Allendorf

1828: mit Pfarrei Sooden

1780: eingepfarrt Hof Weiden

1872: Dohlsmühle, Weiden und Letzter Heller

1925: Vikariat von Sooden, eingepfarrt Weiden und Dohlsmühle

Patronat:

1579: Landgraf

1747 und 1929: Hombergk zu Vach

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat vielleicht Geismar

Archdiakonat Heiligenstadt

Wirtschaft

Zoll:

1575/85: Schiffszoll 18 1/2 Gulden

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Kleinvach, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/6203> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde