Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Schmittlotheim

Ortsteil · 260 m über NN
Gemeinde Vöhl, Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

12,5 km nordöstlich von Frankenberg

Lage und Verkehrslage:

Kleines Dorf ohne Siedlungskern rechts der Eder kurz vor der Einmündung des Lorfe-Baches unterhalb des Schneiderberges. Verkehrsanbindung an die B 252 Frankenberg (Eder) - Korbach und die L 3085 nach Altenlotheim.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Korbach – Arfeld ("Edertalbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.5.1900) bis zur Stilllegung der Strecke 1993.

Ersterwähnung:

1255

Siedlungsentwicklung:

Eine Beschreibung der Dorfgemarkung findet sich in einem Weistum von 1359 (Klosterarchive 6: Kloster Haina, Bd. 2,1, S. 258-260, Nr. 661).

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3493271, 5668493
UTM: 32 U 493200 5666666
WGS84: 51.15139799° N, 8.902770028° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635019130

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 3441, davon 853 Acker, 303 Wiesen, 1977 Wald
  • 1885 (Hektar): 848, davon 210 Acker (= 24.76 %), 65 Wiesen (= 7.67 %), 472 Holzungen (= 55.66 %)
  • 1961 (Hektar): 878, davon 276 Wald (= 31.44 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 36 Haushaltungen
  • 1629: 26 Haushaltungen
  • 1742: 31 Haushaltungen
  • 1885: 230, davon 230 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 291, davon 272 evangelisch (= 93.47 %), 18 katholisch (= 6.19 %)

Diagramme:

Schmittlotheim: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 1255: Gericht Ossenbühl
  • 1358: Kurfürstentum Mainz, Amt Itter / Landgrafschaft Hessen, Amt Hessenstein
  • 1541: Landgrafschaft Hessen, Amt Hessenstein
  • 1570: Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Hessenstein
  • 1585: Landgrafschaft Hessen-Marburg, Herrschaft und Gericht Itter
  • 1604: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Hessenstein
  • 1648/50: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Herrschaft Itter
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Herrschaft Itter
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Itter
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Herrschaft Itter
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Vöhl
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Vöhl
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg (bis 1886 noch als Amtsbezirk/Verwaltungsamt Vöhl)
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Frankenberg

Gericht:

  • Um 1255: Gericht Ossenbühl
  • 1283: Grafen von Ziegenhain
  • 1359: Gericht Itter
  • 1479: Schlichtung durch Landgrafen
  • 1821: Landgericht Vöhl
  • 1867: Amtsgericht Vöhl
  • 1932: Amtsgericht Frankenberg
  • 1933: Amtsgericht Korbach

Herrschaft:

Schmittlotheim gehört seit dem 13. Jahrhundert zur Herrschaft Itter, deren Herren die Gerichtsbarkeit obliegt. 1283 treten allerdings auch die Grafen von Ziegenhain als Gerichtsherren auf. Sie verzichten 1333 auf ihre Ansprüche in Schmittlotheim. Die Herrschaft Itter gerät im 14. Jahrhundert in den zwischen den Erzbischöfen von Mainz, den Landgrafen von Hessen und den Grafen von Waldeck ausgetragenen Konflikt um die Landeshoheit. 1356/57 kommt es zur Eroberung der Burg Itter durch die Konkurrenten, die sich die Herrschaft Itter in der Folge teilen. Die Herrschaft wird vor allem von Mainz aber auch von Hessen als Pfand ausgegeben, namentlich an die Familie der Wölfe von Gudenberg. Im 15./16. Jahrhundert gelangt sie jedoch endgültig an Hessen. 1570 gehört Schmittlotheim zur Grundherrschaft der Burg Hessenstein, zu der des Weiteren die ehemals Itterschen Orte Herzhausen, Harbshausen, Alten- und Kirchlotheim sowie Ederbringhausen gehören. Letzteres ist dem Gericht Geismar zugehörig.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 schlossen sich die Gemeinden Buchenberg, Ederbringhausen, Harbshausen, Kirchlotheim, Niederorke, Oberorke und Schmittlotheim zur Großgemeinde Hessenstein zusammen.

Am 1.1.1974 Zusammenschluss mit anderen Gemeinden zur Gemeinde Vöhl.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 1255 verkauft Warmund von Mühlbach seine Güter in Schmittlotheim dem Kloster Haina, das in der Folge weiteren Besitz erwerben kann. Die Gerichtshoheit erlangt das Kloster jedoch nicht. 1359 gehören einem Weistum zufolge dem Kloster Haina alle Güter in Schmittlotheim in Dorf und Gemarkung. Nach der Aufhebung des Klosters Haina wird der Besitz landgräflich.

Zehntverhältnisse:

1264 verkauft Arnold genannt Huhn den ihm zustehenden Zehnten dem Kloster Haina.

1354 bestätigt der Mainzer Erzbischof dem Kloster Haina den Besitz Zehnten u.a. in Schmittlotheim.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Nach 1585 Filial von Kirchlotheim, 1925 und später eingepfarrt.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Kirchlotheim, Einführung der Reformation vermutlich ab 1526.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Stephan, Dekanat Christenberg, Sendbezirk Vöhl

Wirtschaft

Mühlen:

In der Karte von Schleenstein (1708/10) (Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 17) ist eine Mühle oberhalb von Schmittlotheim ohne Namen eingezeichnet. Auch 1854 wird eine Mühle genannt. 1 Mahlgang (oberschlächtig), seit 1953 nicht mehr in Betrieb

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Schmittlotheim, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1404> (Stand: 16.10.2018)
 
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