Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
4919 Frankenau
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Historische Karten
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 39. Frankenau

Weitere Informationen

Mohnhausen

Ortsteil · 305 m über NN
Gemeinde Haina (Kloster), Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

9 km südöstlich von Frankenberg (Eder)

Lage und Verkehrslage:

Kleines, aus mehreren Hofstellen bestehendes Dorf am Nordrand des Burgwaldes an einem Seitental des Schweinfebaches. Der Ort erstreckt sich entlang der Oberholzhäuser Straße. Kirche am Westausgang des Ortes. Verkehrsanbindung an die L 3073 (Frankenberg-Haina) und die K 100 nach Oberholzhausen.

Ersterwähnung:

1215

Siedlungsentwicklung:

Um 1230 werden Hufen aus dem als wüst bezeichneten Dorf an Einwohner aus Halgehausen vergeben. Seit dem 15. Jahrhundert wieder besiedelt.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • predium (1215)
  • villa (um 1230)
  • Dorf (1577)

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3494406, 5654398
UTM: 32 U 494334 5652576
WGS84: 51.02471336° N, 8.919211161° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635013100

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 278, davon 154 Acker (= 55.40 %), 28 Wiesen (= 10.07 %), 80 Holzungen (= 28.78 %)
  • 1961 (Hektar): 278, davon 57 Wald (= 20.50 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 12 Hausgesesse
  • 1747: 10 Haushaltungen
  • 1885: 115, davon 115 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 86, davon 86 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • Um 1530: 6 wehrhafte , 3 unwehrhafte Männer

Diagramme:

Mohnhausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1215: Kloster Haina (die Vogtfreiheit des Zisterziesenserklosters wurde in der Folge wiederholt sowohl vom König als auch vom Erzbischof von Mainz bestätigt)
  • 1354: Erzstift Mainz, Gericht Bulenstrut (direkt dem Erzbischof unterstellt)
  • 1464: Kloster Haina, Gericht Bulenstrut
  • 1530: Landgrafschaft Hessen, Gericht Bulenstrut
  • 1577: Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Rosenthal
  • 1604: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Rosenthal
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Oberhessen, Amt Rosenthal
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Oberhessen, Amt Rosenthal
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Werradépartement, Distrikt Marburg, Kanton Gemünden
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Oberhessen, Amt Rosenthal
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Frankenberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Frankenberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Frankenberg

Gericht:

  • 1240/50 und bis 1530: Gerichtsort der Bulenstrut
  • 1352: existiert ein Haingericht zu Mohnhausen
  • 1821: Justizamt Rosenthal
  • 1867: Amtsgericht Rosenthal
  • 1932: Amtsgericht Frankenberg
  • 1933: Amtsgericht Gemünden
  • 1945: Amtsgericht Kirchhain [Zweigstelle Gemünden (Wohra)]
  • 1973: Amtsgericht Frankenberg

Herrschaft:

Mohnhausen gehört herrschaftlich zu dem bereits um 1230 erwähnten Gericht Bulenstrut, das 1317 im Besitz des Mainzer Erzbischofs ist. In der Folge wird dieses von Mainz häufig zusammen mit Burg und Stadt Rosenthal als Pfand ausgetan. Pfandinhaber sind die von Schweinsberg-Löwenstein, die Milchlinge und die von Falkenberg. 1464 gelangt das Gericht mit dem explizit genannten Dorf Mohnhausen an den Landgrafen von Hessen, der es mit Zustimmung des Mainzer Erzbischofs an das Kloster Haina verkauft. Mit Einführung der Reformation wird es hessisch, im Vertrag von Merlau verzichtet Mainz endgültig auf alle herrschaftlichen Ansprüche.

Gemeindeentwicklung:

Seit dem 1.7.1971 gehört Mohnhausen als Ortsteil zur Gemeinde Haina (Kloster).

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1215 bestätigte der Mainzer Erzbischof Siegfried II. dem Kloster Haina u.a. den Besitz von Mohnhausen samt Zubehör. In der Folgezeit gelingt es dem Kloster, hier weiteren Besitz zu erwerben.

Zehntverhältnisse:

Um 1230 hat Reinhard von Feudingen den Zehnten des derzeit wüsten Dorfes Mohnhausen von Graf Gottfried von Reichenbach zu Lehen inne. 1231 gelangte der Zehnte des Dorfes Mohnhausen von Graf Gottfried von Reichenbach an das Kloster Haina (Klosterarchive 5: Kloster Haina, Band 1, S. 43-45, Nr. 61, 62).

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kapelle 1583 errichtet, 1887 renoviert. Heutiger Bau 1911

Pfarrzugehörigkeit:

1577 ist Mohnhausen nach Grüßen eingepfarrt, später (so 1835, 1871, 1925 und nach 1950) dessen Filialort, in den wiederum Halgehausen, Römershausen und Oberholzhausen eingepfarrt sind

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Grüsen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Grüsener Pfarrer Adam Emmerich ab 1527.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1609, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

Erzbistum Mainz, Archidiakonat Mainz St. Stephan, Dekanat Kesterburg, Sendbezirk Grüßen

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Mohnhausen, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1323> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde