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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 39. Frankenau

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Herbelhausen

Stadtteil · 295 m über NN
Gemeinde Gemünden (Wohra), Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

14 km südöstlich von Frankenberg (Eder)

Lage und Verkehrslage:

Kleines geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss im Wohratal am Westrand des Kellerwaldes südlich von Kloster Haina. Durch den Ort führt die Verbindungsstraße von Kloster Haina nach Gemünden (Wohra)

Ersterwähnung:

1200/1220

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1253)
  • Dorf und Gemarkung (1385)

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3498497, 5652093
UTM: 32 U 498423 5650272
WGS84: 51.00401943° N, 8.977530351° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635012040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 268, davon 167 Acker (= 62.31 %), 59 Wiesen (= 22.01 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 272, davon 0 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 11 Hausgesesse
  • 1747: 11 Haushaltungen
  • 1885: 126, davon 126 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 117, davon 112 evangelisch (= 95.73 %), 5 katholisch (= 4.27 %)

Diagramme:

Herbelhausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1530: Gericht Bulenstrut
  • 1577: Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Rosenthal, Gericht Bulenstrut
  • 1604: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Rosenthal
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Oberhessen, Amt Rosenthal
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Oberhessen, Amt Rosenthal
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Werradépartement, Distrikt Marburg, Kanton Gemünden
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Oberhessen, Amt Rosenthal
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Frankenberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Frankenberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Frankenberg

Gericht:

  • 1821: Justizamt Rosenthal (Assistenzamt Haina)
  • 1867: Amtsgericht Rosenthal
  • 1932: Amtsgericht Frankenberg
  • 1933: Amtsgericht Gemünden
  • 1945: Amtsgericht Kirchhain [Zweigstelle Gemünden (Wohra)]
  • 1973: Amtsgericht Frankenberg

Herrschaft:

1254 und 1264 tritt der Graf von Ziegenhain als Gerichtsherr auf. Im 14. Jahrhundert sind die herrschaftlichen Verhältnisse nicht klar erkennbar, spätestens seit 1450 ist die Herrschaft landgräflich. 1464 wird Herbelhausen weder bei der Versetzung zahlreicher Städte und Dörfer durch den Mainzer Erzbischof an den Landgrafen noch bei dem unmittelbar darauf erfolgten Verkauf des Gerichts Bulenstrut an das Kloster Haina explizit genannt. Mit der Umwandlung Hainas in ein Hospital fallen die Einkünfte diesem zu.

Gemeindeentwicklung:

Seit dem 31.12.1971 gehört Herbelhausen als Stadtteil zur Stadtgemeinde Gemünden (Wohra).

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1200/1220 besaß das Stift Wetter ein Mannlehen von 1 Hufe in Herbelhausen.
  • 1253 übertragen der Ritter Isfried von Herbelhausen und seine Ehefrau Hedwig dem Kloster Haina ihren Besitz in den Dörfern Herbelhausen und Wickersdorf. In der Folge kann der Besitz des Klosters vermehrt werden, das somit zum wichtigsten Grundherrn wird. Auch die Grafen von Ziegenhain übertragen ihren Besitz dem Kloster. 1279 bestätigt auch die Äbtissin von Wetter den Besitz des Klosters Haina u.a. in Herbelhausen, der aus ihrem Stiftsbesitz hervorgegangen ist.

Ortsadel:

1231-

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1250/55 - 1305: plebanus
  • 1278: ecclesia

Pfarrzugehörigkeit:

Vorübergehend selbständige Pfarrei so 1278, 1577 und später nach Grüsen eingepfarrt

Patronat:

1278 Kloster Haina erwirbt drei Viertel des Patronats der Pfarrei; bei jeder vierten Vakanz behält sich die Familie Luscus die Besetzung vor. 1291 Verzicht auf Rechte durch Gottfried Luscus

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Grüsen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Grüsener Pfarrer Adam Emmerich ab 1527.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Stephan, Dekanat Christenberg, Sendbezirk Grüßen

Wirtschaft

Wirtschaft:

In der Karte von Schleenstein ist 1708/10 westlich von Herbelhausen eine Ziegelhütte eingezeichnet (Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 17)

Mühlen:

1347 Mühle belegt

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Herbelhausen, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1179> (Stand: 16.10.2018)
 
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