Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Ottlar

Ortsteil · 470 m über NN
Gemeinde Diemelsee, Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

13,5 km nordwestlich von Korbach

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit einfachem Grundriss und geringer Siedlungsdichte am Holzbach. Kirche in zentraler Lage. Verbindungsstrassen nach Stormbruch, Giebringhausen und Willingen.

Letzterwähnung:

1281

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3479037, 5688593
UTM: 32 U 478971 5686758
WGS84: 51.33172051° N, 8.698160344° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635007070

Flächennutzungsstatistik:

  • 1895 (Hektar): 831
  • 1961 (Hektar): 831, davon 475 Wald (= 57.16 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1541: 8 Häuser
  • 1620: 17 Häuser
  • 1650: 9 Häuser
  • 1738: 19 Häuser
  • 1770: 19 Häuser, 136 Einwohner
  • 1895: 204, davon 202 evangelisch (= 99.02 %), 2 katholisch (= 0.98 %)
  • 1961: 183, davon 154 evangelisch (= 84.15 %), 25 katholisch (= 13.66 %)

Diagramme:

Ottlar: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1489: Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg, Herrschaft Padberg
  • 1546: Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg
  • 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg
  • 1755/1757: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg
  • bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Eisenberg
  • 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt des Eisenbergs (Sitz in Korbach)
  • 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt Eisenberg (Sitz in Korbach)
  • 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs
  • 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis des Eisenbergs
  • 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis des Eisenbergs
  • 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Waldeck

Gericht:

  • 1537/1541: Gogericht Flechtdorf, Freistuhl Schweinsbühl
  • 1814: Oberjustizamt des Eisenbergs in Korbach
  • 1850: Kreisgericht Korbach
  • 1868/69: Amtsgericht Korbach

Herrschaft:

1360 belehnt Kloster Corvey die von Padberg mit einem Hof in Ottlar.

1489 wird Ottlar zur Herrschaft Padberg gerechnet und gilt als Zubehör des Amtes Eisenberg im weitesten Sinne. Die Landesherrschaft der Grafen von Waldeck kann sich aber erst in der Frühen Neuzeit gegen die Grafen von Padberg durchsetzen (vgl. Besitz und Zehnt).

1541 gehört das Dorf Graf Wolrad II. von Waldeck und ist dem Amt Eisenberg zugeteilt.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 als Ortsteil in die neu gegründete Gemeinde Diemelsee eingemeindet.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1519 haben die von Hessinghausen, genannt Schreiber, ein Gut vom Kloster Stadtberge (Obermarsberg) zu Lehen. 1537 gehört ihnen außer dem adligen Hof und Gut auch der Dorfzehnte als Lehen der von Rhene, sowie die Mühle und Kapelle.
  • 1612 habe die von Padberg das Gut in Besitz.

Zehntverhältnisse:

1490 ist der Zehnte waldeckisches Lehen des Johann Schreiber. 1537 geht er von denen von Rhena aus.

Ortsadel:

1281

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1537 Kapelle genannt
  • Historistischer Saalbau mit Chor 1872-75 entstanden

Patrozinien:

  • Margaretha

Pfarrzugehörigkeit:

1543 und später wird Ottlar als Filiale von Heringhausen genannt und gehört 2018 zum Kirchspiel Heringhausen.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Heringhausen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Heringhausener Pfarrer Johann Pistor um 1542.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Ottlar, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1683> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde