Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Birkenbringhausen

Ortsteil · 310 m über NN
Gemeinde Burgwald, Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

6 km südwestlich Frankenberg (Eder)

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen am Nordwestrand des Burgwaldes auf einer Anhöhe südlich der Eder. Kirche in zentraler Lage. Verkehrsverbindungen zur B 253 und nach Wiesenfeld und zum Indurstriehof.

Bahnhof (Bahnhof Birkenbringhausen) der Eisenbahnlinie Frankenberg - Lahntal/Sarnau ("Burgwaldbahn") seit 1890.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (Mitte 13. Jahrhundert)
  • Dorf (1577)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3481399, 5654165
UTM: 32 U 481332 5652343
WGS84: 51.02234461° N, 8.733834475° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635006010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 563, davon 261 Acker (= 46.36 %), 50 Wiesen (= 8.88 %), 204 Holzungen (= 36.23 %)
  • 1961 (Hektar): 569, davon 149 Wald (= 26.19 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 38 Haushaltungen
  • 1747: 51 Haushaltungen
  • 1885: 248, davon 246 evangelisch (= 99.19 %), 2 katholisch (= 0.81 %)
  • 1961: 657, davon 599 evangelisch (= 91.17 %), 48 katholisch (= 7.31 %)

Diagramme:

Birkenbringhausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 13. Jahrhundert: Grafschaft Battenberg
  • 1577: Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Battenberg, Gericht Hatzfeld
  • 1604: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Battenberg
  • 1650: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Frankenberg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Oberhessen, Amt Frankenberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Oberhessen, Amt Frankenberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Werradépartement, Distrikt Marburg, Kanton Frankenberg
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Oberhessen, Amt Frankenberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Frankenberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Frankenberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Frankenberg

Gericht:

  • 1387: Gericht Birkenbringhausen
  • 1577: Gericht Hatzfeld (Herren von Hatzfeld) und Gericht Birkenbringhausen (Landgrafen von Hessen)
  • 1590: Stadtgericht Battenberg
  • 1650: Landgericht Battenberg
  • 1810: Friedensgericht Frankenberg
  • 1821: Justizamt Frankenberg
  • 1867: Amtsgericht Frankenberg

Herrschaft:

1238 verkaufen die Grafen Siegfried III. von Battenberg und seine Brüder, die Grafen Widekind II. und Werner II. dem Mainzer Erzbischof Siegfried III. jeweils die Hälfte von Burg und Stadt Battenberg und der Feste Kellerberg, die dazwischen liegenden Städte sowie die Grafschaft Stift (Stiffe), in deren Grenzen das nicht explizit genannte Birkenbringhausen liegt. 1296 verkauft Graf Hermann von Battenberg seine Grafschaft dem Erzbischof von Mainz, der in der Folge über das Gericht Birkenbringhausen verfügt.

1387 belehnt der Mainzer Erzbischof die von Hatzfeld mit dem Gericht und Dorf Birkenbringhausen. 1485 erklärt der Erzbischof von Mainz die Hatzfelder Lehen, worunter sich auch das Gericht Birkenbringhausen befindet für verwirkt. Im Jahr darauf werden die von Hatzfeld jedoch erneut mit ihren Lehen in Hatzfeld, Eifa und Birkenbringhausen belehnt.

1490 belehnt der Landgraf von Hessen die von Hatzfeld-Wildenburg mit ihrem Teil am Gericht (Birken-)Bringhausen.

1570-1588 steht das Dorf Birkenbringhausen halb Hessen, halb Hatzfeld zu. 1588 ertauscht Landgraf Ludwig IV. 3/8 am Dorf von denen von Hatzfeld-Wildenburg-Trachenberg.

1650 wird Bromskirchen von den Landgrafen von Hessen-Kassel im Tausch gegen Birkenbringhausen an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt abgegeben.

Gemeindeentwicklung:

Am 01.07.1971 als Ortsteil in die Gemeinde Burgwald eingemeindet.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Mitte des 13. Jahrhunderts hat das Kloster Haina Güterbesitz in Birkenbringhausen. 1249 kauft das Kloster Georgenberg Güter im Ort von Rudolf von Helfenberg. In der Folge kann das Kloster weiteren Besitz erwerben. 1290 erhalten die Johanniter in Wiesenfeld Erbgüter in Bringhausen, 1503 überlassen ihnen die Johanniter von Wiesenfeld die dortige Pfarrkirche.
  • 1283 verkaufen Heinrich gen. Goz und seine Ehefrau Alheid dem Zisterzienserinnenkloster Georgenberg all ihre Güter in Allendorf und Bringhausen.

Zehntverhältnisse:

1489 einigen sich die Johanniter zu Wiesenfeld und Kunz Roeden bezüglich des Zehnten zu Bringhhausen und zum Beltersberg.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1286: plebanus.
  • An der Stelle einer älteren, romanischen Kirche entstand in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts eine neue gotische Chorturmkirche, deren Turm noch erhalten ist.

Pfarrzugehörigkeit:

Eigenständige Pfarrei, in die 1613 Wiesenfeld eingepfarrt ist. 1835 und und in der Folge ist Birkenbringhausen beständiges Vikariat von Bottendorf, seit 1962 zum Kirchspiel Wiesenfeld

Patronat:

Die Gründer, vermutlich die Hatzfelder, hatten das Dorf als mainzisches, dann hessisches Lehen. 1503 Patronat an Johanniter zu Wiesenfeld; 1577 sind die Landgrafen von Hessen und die von Hatzfeld-Wildenberg Patrone

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Christian Treisbach 1528(?) bis nach 6.4.1549, ehemaliger Mönch im Kloster Wiesenfeld 1509-1527

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Stephan, Dekanat Christenberg, Sendbezirk Christenberg

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Birkenbringhausen, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1046> (Stand: 16.10.2018)
 
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