Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Laisa

Stadtteil · 370 m über NN
Gemeinde Battenberg (Eder), Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

14 km südwestlich von Frankenberg (Eder)

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem, regelhaftem Grundriss und lockerer Bebauung im Anschluss an die Kirche im Osten. Im Nordwesten tangiert die B 253 den Ort.

Ersterwähnung:

778

Siedlungsentwicklung:

Nach einem großen Brand im Jahre 1868, der nahezu das gesamte Dorf zerstörte, wurde das Wegenetz beim Wiederaufbau begradigt und durch den noch heute vorhandenen planmäßigen Grundriss ersetzt.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • vicus (1296)
  • Dorf (1577)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3474279, 5651184
UTM: 32 U 474215 5649364
WGS84: 50.99527451° N, 8.632570911° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635004050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 3052, davon 1491 Acker (= 48.85 %), 570 Wiesen (= 18.68 %), 857 Wald (= 28.08 %)
  • 1885 (Hektar): 763, davon 329 Acker (= 43.12 %), 134 Wiesen (= 17.56 %), 208 Holzungen (= 27.26 %)
  • 1961 (Hektar): 763, davon 222 Wald (= 29.10 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 39 Haushaltungen
  • 1629: 32 Haushaltungen
  • 1712: 46 Haushaltungen
  • 1885: 390 evangelisch, 0 katholisch
  • 1961: 507, davon 445 evangelisch (= 87.77 %), 50 katholisch (= 9.86 %)

Diagramme:

Laisa: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • wohl bis 778: Lahngau
  • ab 778: Hessengau
  • Um 1400: Amt Battenberg
  • 1238: Grafschaft Battenberg bzw. Stiffe
  • 1464: Landgrafschaft Hessen, Amt Battenberg
  • 1577: Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Battenberg, Landgericht Battenberg
  • 1604: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Battenberg
  • 1650: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Battenberg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Battenberg
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Battenberg
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Battenberg
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen,Kreis Biedenkopf
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Hinterlandkreis
  • 1886: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Frankenberg

Gericht:

  • 1238: Centa de Treisa in der Grafschaft Stiffe (-Battenberg)
  • 1291: cum iudiciis in Laisa
  • um 1400: Gericht Laisa (daß gerichte tzo lisen)
  • 1577: Landgericht Battenberg
  • 1821: Landgericht Biedenkopf
  • 1835: Landgericht Battenberg
  • 1867: Amtsgericht Battenberg
  • 1945: Amtsgericht Frankenberg-Eder
  • Auf eine ehemalige Richtstätte deutet der 1833 belegte Flurname Galgenberg.

Herrschaft:

1238 verkaufen die Grafen Siegfried III. von Battenberg und seine Brüder, die Grafen Widekind II. und Werner II. dem Mainzer Erzbischof Siegfried III. jeweils die Hälfte von Burg und Stadt Battenberg und der Feste Kellerberg, die dazwischen liegenden Städte sowie die Grafschaft Stift (Stiffe), in deren Grenzen das Gericht Laisa liegt. 1291 teilt Graf Hermann von Battenberg erneut mit dem Erzbischof von Mainz, wobei festgehalten wird, dass er die Gerichte Laisa und Battenfeld bislang ungeteilt besessen habe. Ende des 13. Jahrhunderts gelangen Burg, Stadt und Gericht Battenberg vollständig in die Hände des Mainzer Erzbischofs, der seine Rechte jedoch im 14./15. Jahrhundert mehrfach verpfändet. 1464 gelangt das Amt Battenberg an die Landgrafen von Hessen, 1583 verzichtet Mainz endgültig auf alle Ansprüche.

Gemeindeentwicklung:

Am 01.02.1971 als Stadtteil in die Stadt Battenberg (Eder) eingemeindet.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 802/17 überträgt Rudhart dem Kloster Fulda in den beiden Orten Wálmare und Laisa insg. 40 Morgen und 7 Manzipien. 831/50 überträgt Heriloh dem Kloster Fulda seine Güter in L. und Suabach, insg. 6 Hofstätten und 9 Huben mit Zubehörechts.
  • 1458 verpfänden Heinz Nastmann aus Breidenbach und Henne Kombach ihren halben Hof "auf den Gassen" zu Laisa an den Einwohner Bernhard (HStAM Bestand Urk. 43 Nr. 48)
  • 1588 tauschen Johann Gebhard von Hatzfeld und Langraf Ludwig IV. ein Hofgut gegen einige Gefälle zu Laisa

Zehntverhältnisse:

1385 verpfänden die Brüder von Biedenfeld 5/6 des Zehnten zu Laisa an einige Battenberger Bürger (HStAM Bestand Urk, 105 Nr. 11)

1387 besitzen die von Milchling zu Schönstadt die 5/6 (HStAM Bestand Urk. 105 Nr. 13)

1445 ist der Zehnt zu Laisa biedenfeldisches Lehen aus den Händen der Herren von Runkel-Westerburg

1523 verpfändet Gertrud von Biedenfeld einen Teil des Zehnten zu Laisa an einen Battenberger Bürger (HStAM Bestand Urk. 105 Nr. 187)

1524 verpfänden Gertrud von Biedenfeld und Ebert von Rollshausen einen weiteren Teil des Zehnten an das Kloster Berich (HStAM Bestand Urk. 105 Nr. 192)

1537 verpfändet Diethard von Rollshausen seine Rechte am Kirchenzehnt zu Laisa an den Einwohner Henchen Oppermann (HStAM Bestand Urk. 105 Nr. 157)

1542 verpfändet Hermann von Lehrbach ein Achtel am Kirchenzehnt an den Einwohner Ludwig Wiegand (HStAM Bestand Urk. 105 Nr. 200)

1557 löst Johann von Milchling das Achtel am Kirchenzehnt von Ludwig Wiegand ein (HStAM Bestand Urk. 105 Nr. 216)

1686 ist der Zehnt zu Laisa biedenfeldisches Lehen aus den Händen der Grafen von Solms (noch 1727 bezeugt)

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1296: Päpstlicher Ablassbrief für die Kirche in Laisa
  • Mitte des 12. Jahrhunderts entstandener Vorgängerbau zu vermuten, erkennbare Substanz aus dem Ende des 13. Jahrhunderts. Dreisschiffige gotische Hallenkirche mit Chor von 1723

Pfarrzugehörigkeit:

1577 eigenständige Pfarrei, zu der Holzhausen gehört, 1613 ist Laisa als Filial Battenberg zugehörig. Zusammen mit dem hierhin eingepfarrten Holzhausen an der Eder ist Laisa 1954 selbstständige Kirchengemeinde innerhalb der Pfarrei Battenberg.

Patronat:

1577 sind die Herren von Biedenfeld Patrone.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526. Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Simon Urnarius 1558. Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Stephan, Dekanat Christenberg, Sendbezirk Battenfeld

Juden:

Statistik: 1932/33: 5 Juden

Angeschlossen an die Gemeinde Battenfeld; Nutzung des dortigen Friedhofs.

Kultur

Schulen:

1628 keine Schule am Ort vorhanden. 1690 erstmals Schuldiener bezeugt

Historische Ereignisse:

778 schlägt ein fränkisches Aufgebot die Sachsen bei Laisa-Battenfeld.

1636 fordert die Pest 77 Menschenleben

1641 plündern katholische Truppen das Dorf

1868 Dorfbrand (142 Gebäude zerstört)

Wirtschaft

Wirtschaft:

1854 gehört ein Braunsteinbergwerk zu Laisa.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Laisa, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1228> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde