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Fürstentum Waldeck und Pyrmont 1866

Weitere Informationen

Schmillinghausen

Stadtteil · 230 m über NN
Gemeinde Bad Arolsen, Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

5 km nordöstlich von Bad Arolsen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss an der Einmündung der Schwarzen Phuhle in die Wande. Kirche am Ostrand. Jüngere Siedlungsausdehnung vor allem im Süden und im Norden. Die Straße Arolsen-Rhoden (B 252) verläuft seit der Umgehung im Westen; ferner Verbindungsstraßen nach Herbsen und Hörle.

Ersterwähnung:

1312

Siedlungsentwicklung:

1481 wird das als wüst bezeichnet Schmillinghausen den Grünberger Antonitern zur Neubedsieldlung übertragen, die in der Folge auch stattfindet.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa; villani (1312)
  • Dorf (1335)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Älteste Gemarkungskarte:

1856

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3501843, 5699207
UTM: 32 U 501768 5697367
WGS84: 51.42750736° N, 9.02543702° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635002100

Flächennutzungsstatistik:

  • 1895 (Hektar): 1208
  • 1961 (Hektar): 1206, davon 690 Wald (= 57.21 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1620: 34 Häuser
  • 1650: 17 Häuser
  • 1738: 52 Häuser
  • 1770: 71 Häuser, 358 Einwohner
  • 1895: 418, davon 414 evangelisch (= 99.04 %), 4 katholisch (= 0.96 %)
  • 1961: 456, davon 415 evangelisch (= 91.01 %), 39 katholisch (= 8.55 %)

Diagramme:

Schmillinghausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1339,1390 und 1481: Grafschaft Waldeck, Amt Rhoden
  • 1557: Grafschaft Waldeck, Amt Rhoden
  • 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Arolsen
  • 1755/57: Fürstentum Waldeck, Amt Arolsen
  • bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Arolsen
  • 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Diemel (Sitz in Arolsen)
  • 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Diemel (Sitz in Rhoden)
  • 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste (Sitz bis 1857 in Mengeringhausen, dann in Arolsen)
  • 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis der Twiste
  • 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis der Twiste
  • 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Waldeck

Gericht:

  • 1434: Gericht Schmillinghausen
  • (1490): Hals- und Gogerichtsbarkeit beim Grafen von Waldeck
  • 1537: Freistuhl Mengeringhausen
  • 1816: Oberjustizamt der Diemel (Sitz in der Stadt Rhoden)
  • 1850: Kreisgericht Arolsen
  • 1868/69: Amtsgericht Arolsen

Herrschaft:

Gefälle der Grafen von Waldeck seit 1335, die an Johann von Runst zu Lehen ausgetan waren. 1339 verschrieb Graf Heinrich IV. von Waldeck seiner Schwiegertochter Mechthild von Braunschweig zur Leibzucht Burg und Stadt Rhoden mit Renten u.a. aus Schmillinghausen. 1390 verpfändete Graf Heinrich von Waldeck Schloß und Stadt Rhoden mit Gütern u.a. zu Schmillinghausen an Kurt Spiegel vom Desenberg.

1481 Schenkung von Ort und Kirchspiel Schmillinghausen durch Grafen von Waldeck an die Grünberger Antoniter. Mit der Unterstellung des Klosters Arolsen unter die Antoniter von Grünberg fiel Schmillinghausen an ersteres. Die Grafen behielten jedoch das Holzgericht, die hohe Jagd, den Wildbann und die Zollbrüche. Mit der Aufhebung des Klosters 1526 fiel der gesamte Ort an die Grafen von Waldeck. 1537 gehören alle Höfe in Schmillinghausen den Grafen. Sie sind zumeist gegen Pacht ausgetan.

Gemeindeentwicklung:

Am 31. 12.1970 als Stadtteil in die Stadt Arolsen eingemeindet.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Vgl. Herrschaft
  • 1365 haben die von Mederich hier Besitz, den sie als Pfand einsetzen.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1312: Kapelle (capella) und Leutpriester (plebanus)
  • Von dem ursprünglichen Bau ist nur wenig erhalten; 1605-18: Errichtung eines dreiseitig geschlossenen Saalbaus mit Turm, 1717-21 eingreifende Renovierung

Patrozinien:

  • Heilig Kreuz (1441)
  • Maria

Pfarrzugehörigkeit:

Ursprünglich zu Külte gehörig. 1312 erfolgt nach Trennung hiervon die Erhebung der Kapelle zur selbständigen Pfarrei. Zum Kirchspiel Schmillinghausen gehören als Filialgemeinden Herbsen und Hörle.

Patronat:

Gründer war der Ritter Dietrich von Mederich. 1481 war das Kirchenlehen im Besitz der Grafen von Waldeck, die behaupten, die Pfarrkirche sei von ihren Eltern errichtet worden. Die Grafen übertragen das Kirchlehn mit dem Dorf den Antonitern zu Grünberg, von denen es 1526 an sie zurückfiel.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Blomen 1528-1558

Kirchliche Mittelbehörden:

Bis 1530: Mainzer Kirchenprovinz, Diözese Paderborn, Archidiakonat Warburg

Wirtschaft

Mühlen:

1357 verpachten die von Mederich an den Müller Johann die Mühle des Heiligen Kreuzes in Schmillinghausen (HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 3881).

Im Westen der Ortslage an der Phuhle befindet sich 1635 eine Wassermühle, die im 20 Jahrhundert als Walzenmühle betrieben wird.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Schmillinghausen, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1722> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde