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5021 Ziegenhain
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Burg Landsburg

Burg · 333 m über NN
Gemarkung Michelsberg, Gemeinde Schwalmstadt, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Burg

Lagebezug:

Etwa 1,5 km westlich von Michelsberg gelegen.

Lage und Verkehrslage:

Wüste Burg- und Wallanlagen auf der ehemals langovalen Basaltkuppe des Gerstenberges. Bis auf geringe Reste im Südwesten (Aussichtsturm) durch den örtlichen Basaltabbau abgetragen.

Ersterwähnung:

1345

Historische Namensformen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3515400, 5647600
UTM: 32 U 515320 5645781
WGS84: 50.9634294° N, 9.218152513° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

63402206003

Verfassung

Altkreis:

Ziegenhain

Gericht:

  • 1457 landgräflicher Amtmann genannt (Demandt, Personenstaat Nr. 251).
  • 1509-1544: Schultheiß des Freiherrn von der Landsburg genannt.

Herrschaft:

Als 1344 die Grafen Johann und Gottfried von Ziegenhain mit Landgraf Heinrich von Hessen ein gegen das Erzstift Mainz gerichtetes Bündnis schlossen, versprach der Landgraf den Ziegenhainer Grafen zugleich seine Hilfe bei dem Bau einer Burg auf dem Gerstenberg.

1345 ist die Burg offensichtlich schon errichtet, da die Grafen in diesem Jahr bereits die von Schweinsberg-Löwenstein zu Erbburgmannen gewinnen. Das ihnen zugewiesene Burglehen dient als Ersatz für das bisher von den Junkern als Burglehen auf Ziegenhain besessene halbe Gericht Wegebach. Zugleich mit der Errichtung der Burg wird Landsburg Mittelpunkt eines neuen Gerichtbezirks für eine Reihe umliegender Orte (vgl. Mittelpunktfunktionen), die bis dahin zum Gericht auf den Wasen (Ziegenhain, Herrschaft) gingen.

1371 versetzt Graf Gottfried von Ziegenhain 2 Drittel seines Hauses und Gerichts Landsburg an Hermann von Schweinsberg, 1 Drittel an Widerold von Meisenbug. Der Meisenbug`sche Anteil gelangt im Erbgang an die Spiegel und von Binsfört und wird von diesen 1412 dem Erzstift Mainz überlassen.

1408 beginnen die Grafen von Ziegenhain mit einer ersten Zahlung, die Burg wieder auszulösen.

1437 weist Graf Johann von Ziegenhain die Burg seiner Gemahlin als Morgengabe zu.

Nach 1450 landgräfliche Gerichtherrschaft.

1461 ist das Gericht an Kaspar von Roßdorf,

1480 an Hans von Dörnberg,

1490 dem landgräflichen Amtmann auf der Burg, Apel von Grusen, verpfändet.

1509 weist Landgraf Wilhelm II. die Landsburg seinem Halbbruder Wilhelm (Freiherr von der Landsburg) und den Gerichtbezirk dessen Herrschaft zu.

1544 gibt Wilhelm von der Landsburg Landgraf Philipp dem Großmütigen Burg und Herrschaft zurück.

Bald darauf erfolgte die Eingliederung des Gerichts in das bestehende Amt Ziegenhain (1548/69). Die Kompetenz des Gerichts dürfte die hohe und niedere Gerichtsbarkeit umfasst haben.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1344/45 Bau der Burg durch die Grafen von Ziegenhain
Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

1371 umfasste das Gericht zur Landsburg: (Wüstung) Holzmannshausen, Allendorf an der Landsburg, beide Orte Michelsberg, (Wüstung) Knechtsbach, (Wüstung) Diemerode.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Burg Landsburg, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4655> (Stand: 8.11.2017)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde