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5121 Schrecksbach
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 63. Schrecksbach

Salmshausen

Ortsteil · 218 m über NN
Gemeinde Schrecksbach, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Gehöftgruppe

Lagebezug:

5 km westlich von Neukirchen.

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss (Gehöftgruppe) an der Einmündung eines schmalen Seitentälchens in die Aueniederung der Schwalm.

Straße von Röllshausen trifft nordöstlich von Salmshausen auf die Bundesstraße 254.

Ersterwähnung:

1050

Historische Namensformen:

  • Salmanneshusun (782) [Fälschung, ca. 1050, MGH D Karol l, Nr. 237]
  • Samanneshusen (1263) [Klosterarchive 5: Kloster Haina, Band 1 Nr. 393]
  • Sandeshusen
  • Czandelshusen
  • Samlshausen
  • Sallmshausen
  • Sandahusen [bei Würtdwein D. 9, 270, wohl verdruckt oder verlesen]

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Wüstung Niederhof.

Umlegung der Flur:

1877, 1927/1939

Älteste Gemarkungskarte:

1715

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3519102, 5636654
UTM: 32 U 519020 5634839
WGS84: 50.86492568° N, 9.270275894° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634021030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 520 stellbares Land, 326 Wiesen, 25 Gärten, 12 Triesche.
  • 1885 (Hektar): 255, davon 136 Acker (= 53.33 %), 78 Wiesen (= 30.59 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 265, davon 0 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 4, 1585: 14 Hausgesesse.
  • 1639: 9 Männer, 1 Witwe. 1681: 10 Hausgesesse, 2 Ausschuss.
  • 1748: 1 Leineweber, 1 Schuhflicker.
  • 1748: 12 Hausstätten, 71 Einwohner.
  • 1834: 111, 1885: 107 Einwohner.
  • 1838 (Familien): 7 Ackerbau, 4 Gewerbe, 5 Tagelöhner.
  • 1861: 110 evangelisch-reformierte Einwohner.
  • 1885: 107, davon 107 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 106, 1939: 106, 1950: 168, 1961: 114 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 36 Land- und Forstwirtschaft, 10 produzierendes Gewerbe, 3 Handel und Verkehr, 2 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 114, davon 86 evangelisch (= 75.44 %), 28 katholisch (= 24.56 %)

Diagramme:

Salmshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Seit Ende 16. Jahrhundert: Amt Neukirchen
  • 1315 und später: Vogtei und Gericht Röllshausen
  • 1807-1813: Königreich Westfalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Neukirchen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Neukirchen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Ziegenhain

Gericht:

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil in die Gemeinde Schrecksbach eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1263 bekundet Graf Gottfried von Ziegenhain, dass Eckehard von Zella seine Güter zu Salmshausen, die Eckehard von den von Uttershausen zu Lehen hatte, Kloster Haina verkauft hat.
  • 1275 erwirbt Haina den Güterbesitz Heinrichs genannt Ummezich zu Salmshausen. Im gleichen Jahr erwirbt Haina die Güter der von Stockhausen aus dem Erbe der Waltvogel.
  • 1278/1300 verkaufen die Waltvogel weitere Güter in Salmshausen an das Kloster.
  • 1310 erwirbt Haina Güterbesitz von Heinrich Rude, Bürger zu Treysa.
  • 1343 verzichtet Stift Hersfeld gegenüber Haina auf seine lehnsrechtlichen Ansprüche wegen der von den von Waltvogel erkauften Güter.
  • 1536 verkauft Landgraf Philipp Helwig von Rückershausen die aus Salmshausen bisher in den Hainer Hof zu Treysa fallenden Geld-, Frucht- oder sonstigen Zinsen zu Salmshausen.

Zehntverhältnisse:

1275 kauft Haina von den von Romrod die Hälfte des Zehnten zu Salmshausen; wohl zu einem späteren Zeitpunkt erwirbt Haina auch die andere Hälfte.

1569 ist der ehemals hainische Zehnte in landgräflichem Besitz.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1279 findet in Salmshausen bei der Kirche ein Gütergeschäft statt (Klosterarchiv V Nr. 684); damalige Rechtsstellung der Kirche unbekannt.

Pfarrzugehörigkeit:

1580 ist Salmshausen nach Schönberg,

vor 1742 und später mit diesem nach Röllshausen eingepfarrt.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Salmshausen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4724> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde