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5121 Schrecksbach
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 63. Schrecksbach

Rückershausen

Stadtteil · 235 m über NN
Gemeinde Neukirchen, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

1,4 km westlich von Neukirchen.

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in Talmündungslage an der Einmündung des Goldbachs in die Grenff.

Durch den Ort führt die Bundesstraße 454 im Zuge der alten Köln-Leipziger Messestraße von Treysa nach Hersfeld [= Bad Hersfeld].

Ersterwähnung:

1142

Historische Namensformen:

  • Ruggereshusun (1142) [Urkunden A II Hersfeld]
  • Rikershusen, Rukershusen
  • Rokershusen

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa 1142 (Urkunden A II Hersfeld).

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Wüstung Waldschmiede.

Umlegung der Flur:

1920/1921

Älteste Gemarkungskarte:

1773

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3522937, 5637796
UTM: 32 U 522854 5635981
WGS84: 50.875052° N, 9.324820066° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634017070

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 411 stellbares Land, 254 Wiesen, 15 Gärten, 9 Triesche, 17 Wald.
  • 1885 (Hektar): 213, davon 124 Acker (= 58.22 %), 46 Wiesen (= 21.60 %), 30 Holzungen (= 14.08 %)
  • 1961 (Hektar): 419, davon 244 Wald (= 58.23 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 4 Männer. 1585: 22 Hausgesesse.
  • 1639: 11 Hausgesesse, 2 Witwen. 1681: 12 Hausgesesse, 1 Ausschuss.
  • 1777: 1 Schmied, 1 Schneider, 1 Leineweber, 1 Tagelöhner, 1 Lohnschäfer.
  • 1777: 18 Wohnhäuser, 80 Einwohner.
  • 1834: 138, 1885: 123 Einwohner.
  • 1838 (Familien): 11 Ackerbau, 5 Gewerbe, 6 Tagelöhner.
  • 1861: 145 evangelisch-reformierte Einwohner.
  • 1885: 123, davon 123 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 162, 1939: 156, 1950: 255, 1961: 189 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 57 Land- und Forstwirtschaft, 30 produzierendes Gewerbe, 2 Handel und Verkehr, 5 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 189, davon 178 evangelisch (= 94.18 %), 9 katholisch (= 4.76 %)

Diagramme:

Rückershausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Bis zur Bildung des Gerichts Neukirchen (vor 1360/67) Zubehör des Gerichts auf den Wasen (Amt Ziegenhain)
  • 1360/67 und später: Gericht (Amt) Neukirchen
  • 1807-1813: Kanton Neukirchen
  • 1814-1821: Amt Neukirchen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Ziegenhain

Gericht:

Gemeindeentwicklung:

1928: Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Neukirchen.

Am 31.12.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung in die Stadtgemeinde Neukirchen, deren Stadtteil Rückershausen wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1197 bezieht Kloster Spieskappel Einkünfte in Rückershausen.
  • 1340 überlässt Kloster Immichenhain tauschweise den Grafen von Ziegenhain alle Güter zu Rückershausen.
  • 1360/67: herrschaftlich-ziegenhainische Einkünfte von 1/2 Mark Denare von einem Hof in Rückershausen. Ferner gehörte damals der Zehnte den Grafen von Ziegenhain.
  • 1369 ist Konrad von Breidenbach seitens der Grafen von Ziegenhain mit deren dienstfreiem Gut zu Rückershausen belehnt (Mannlehen).
  • 1569 befinden sich an dienstfreien adligen Höfen in Rückershausen: Hof der von Weitershausen, Hof der Rau, Hof der Krengel, Hof der von Gonzenrod (S 59).

Zehntverhältnisse:

1360/67 gehörte der Zehnte den Grafen von Ziegenhain.

Ortsadel:

Ortsadel: 1142-1576.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1569: nach Neukirchen eingepfarrt.

1742 und später: Filiale des Vikariats Riebelsdorf.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Neukirchen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Neukirchener Pfarrer Albert Dörbecker ab 1527.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1605

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Rückershausen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4718> (Stand: 8.6.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde