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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 32. Melsungen

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Obermelsungen

Stadtteil · 170 m über NN
Gemeinde Melsungen, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

1,5 km südwestlich von Melsungen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss am linken Ufer der Fulda unterhalb der rechts einmündenden Pfieffe. Kirche in zentraler Lage

Ersterwähnung:

1151

Siedlungsentwicklung:

Für die frühe Entwicklung beider Melsungens ist seine Lage am Übergang der sogenannten Sälzerstraße (Sooden-Allendorf an der Werra in die Gegend Fritzlar-Gudensberg) über die Fulda von Bedeutung. Im Spätmittelalter ist der Melsunger Raum dann auch an die Nürnberger Straße sowie die Langen Hessen angeschlossen. Mitte des 12. Jahrhundert bestehen mindestens zwei Siedlungen diesen Namens von unterschiedlicher Größe.

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Bei den frühen Belegen bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts ist nicht mit Sicherheit zu entscheiden, ob sie auf Obermelsungen oder auf Melsungen zu beziehen sind; vgl. Dieter Wolf, Melsungen, Bd. 1, S. 36-37.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1151)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1708

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3537167, 5664919
UTM: 32 U 537078 5663093
WGS84: 51.11810982° N, 9.529755646° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634014060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 294, davon 176 Acker (= 59.86 %), 47 Wiesen (= 15.99 %), 36 Holzungen (= 12.24 %)
  • 1961 (Hektar): 387, davon 117 Wald (= 30.23 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Obermelsungen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1445: Landgrafschaft Hessen, Amt Melsungen
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Melsungen
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Oberamt Melsungen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Melsungen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Melsungen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Milsungen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Melsungen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Melsungen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Melsungen

Gericht:

  • 1822: Justizamt Melsungen
  • 1867: Amtsgericht Melsungen
  • 1879: Amtsgericht Melsungen

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der Stadtgemeinde Melsungen eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1151 bekennt Erzbischof Heinrich von Mainz, dass Frau Gisla gen. von Metze zu ihrem und ihres Mannes Reginhard Seelenheil 4 Hufen Land im Dorf Groß-Melsungen dem Kloster Hasungen übergeben habe.
  • In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts werden unter den Erwerbungen des Klosters Breitenau zwei Hufen bei Obermelsungen genannt, die die Herrin Gisela zum Seelenheil ihres Mannes Konrad der Einrichtung schenkt.
  • 1304 bekundet Widekind von Triften, dass er auf alle seine Rechte an den Gütern zu Obermelsungen, die seine verstorbene Stiefmutter Adelheid den Nonnen in Eppenberg geschenkt hat, für sich und seinen Bruder Konrad verzichtet.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1269: Pleban
  • Kirche 1744-1746 errichtet, 1971 renoviert

Pfarrzugehörigkeit:

Nach der um 1057 auf Karl den Großen gefälschten Beschreibung des Sprengls der hersfeldischen Pfarrkirche Grebenau gehörte das Gebiet von Melsungen und Obermelsungen (ohne deren konkrete Nennung) zur Pfarrei Grebenau. Die Quelle spiegelt die Verhältnisse des 11. Jahrhunderts [(786) (Fälschung um 1057 [Urkundenbuch der Reichsabtei Hersfeld 1,1, S. 33-34, Nr. 19 = MGH Diplomata Karolinger 1, Pippin: Dopsch, S. 338-339, Nr. 241] wider.

1569 und 1585 ist der Kaplan in Melsungen Pfarrer in Obermelsungen. 1872 als Vikariat zu Melsungen gehörig, 1994 Filialgemeinde von Melsungen.

Patronat:

Das Patronat war ursprünglich im Besitz der Äbte von Hersfeld, 1438 als Lehen an Wolf von Wolfershausen vergeben. 1473 präsentierte der Abt, ab 1523 befand sich das Recht im Lehnbesitz der von Berlepsch, so auch 1585.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Veit ca. 1536

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Mainzer Kirchenprovinz, Archipresbyterat Fritzlar, Erzpriestersprengel Gensungen

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Obermelsungen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4956> (Stand: 24.1.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde