Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
4823 Melsungen
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Historische Karten
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 32. Melsungen

Weitere Informationen

Günsterode

Stadtteil · 350 m über NN
Gemeinde Melsungen, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

9 km nordöstlich von Melsungen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem regellosem Grundriß im engen Tal des Ohebachs. Kirche auf einer Anhöhe in zentraler Lage. Durch den Ort führt die L 3147 nach von Melsungen nach Hessisch-Lichtenau.

Ersterwähnung:

1328

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1328)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3546253, 5670727
UTM: 32 U 546161 5668898
WGS84: 51.16965227° N, 9.660257243° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634014020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 382, davon 165 Acker (= 43.19 %), 64 Wiesen (= 16.75 %), 44 Holzungen (= 11.52 %)
  • 1961 (Hektar): 1246, davon 977 Wald (= 78.41 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Günsterode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 1400: Landgrafschaft Hessen, Amt Spangenberg
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Spangenberg, Ort Mörshausen
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Spangenberg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Spangenberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Spangenberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Spangenberg
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Spangenberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Melsungen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Melsungen

Gericht:

  • 1585: Gericht Mörshausen (Spangenberg)
  • 1822: Justizamt Spangenberg
  • 1867: Amtsgericht Spangenberg
  • 1879: Amtsgericht Spangenberg
  • 1943: Amtsgericht Melsungen (Zweigstelle Spangenberg)
  • 1970: Amtsgericht Melsungen

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der Stadtgemeinde Melsungen eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1328 verkauft Hartrad von Reichenbach dem Ritter Hermann von Treffurt und dessen Bruder Friedrich all sein Gut in dem Dorfe zu Günsterode (Gunsrade) und zu me Sconen walde und zu Ubach.
  • 1490 und 1524 war Günsterode fuldisches Lehen der von Bischofferode (Revers).
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1527: Kirche
  • Spätgotischer Westturm, Schiff 1788 mit Oberbau in Fachwerk.

Patrozinien:

  • Andreas (1516)

Pfarrzugehörigkeit:

1527 war die Kirche Filial von Spangenberg. Nach der Reformation 1556 imd 1569 als selbständige Pfarrei mit dem Filial Schnellrode, 1585 wieder zu Spangenberg.

Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts Filial von Quentel, so auch 1872 (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 323). 1984 wurde Günsterode aus dem Kirchspiel Quentel ausgepfarrt und als Filialgemeinde Hessisch-Lichtenau eingegliedert.

Patronat:

Nach der Reformation stand die selbständige Pfarrei unter dem Patronat des Landgrafen.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Spangenberg, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Spangenberger Pfarrer Jost Droder um 1526.

Erster eigener evangelischer Pfarrer: Johannes Bornemann 1541 bis nach 1556

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Mainzer Kirchenprovinz, Archipresbyterat Fritzlar, Erzpriestersprengel Gensungen

Wirtschaft

Wirtschaft:

Im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit waren viele Bewohner als Köhler in den umliegenden Wäldern tätig.

Mühlen:

Am Südausgang des Ortes an der der Ohe ehemalige Mühle mit oberschlächtigem Rad. Einstellung des Mühlenbetriebs spätestens 1920.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Günsterode, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4906> (Stand: 29.5.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde