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4922 Homberg (Efze)
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 42. Homberg

Mühlhausen

Stadtteil · 183 m über NN
Gemeinde Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

2,5 km nordwestlich von Homberg (Efze).

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss am West-Ufer der Efze auf auslaufendem Hang. Dreiecksförmige Wegeführung im Ortskern. Im südlichen Bereich Kirche mit bewehrtem Kirchhof.

Auf den knapp östlich des Ortes liegenden Efze-Übergang nach Homberg (Efze) führen zahlreiche Straßen zu, darunter Straße Lendorf - Homberg (Efze) im Zuge einer alten Landstraße Paderborn - Hersfeld [= Bad Hersfeld].

Ersterwähnung:

1209

Historische Namensformen:

  • Milenhusen, in (1209) [Karl E. Demandt, Besitz des Fritzlarer Petersstiftes in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde , 61 (1936), S. 62]
  • Mielnhusen (um 1231)
  • Milinhusin, de (um 1250)
  • Mulhusin, de (1260)
  • Milenhusin (1280/89)
  • Mulhusen, de (1283)
  • Mylenhusen (1314)
  • Mellenhusen (um 1340)
  • Milinhusen (1343)
  • Milnhusen (1348)
  • Millinhunsen, in (1357)
  • Mylnhusen (1398)
  • Mielnhaußen (1403)
  • Milnhußenn (1506)
  • Mulnhausen (1639)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1287: villa.
  • 1410: Dorf.

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Schlagmühle,
  • Wüstung Klause.

Umlegung der Flur:

1867

Älteste Gemarkungskarte:

1716

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3526310, 5656632
UTM: 32 U 526225 5654809
WGS84: 51.04422157° N, 9.374099712° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634009120

Flächennutzungsstatistik:

  • 1537: 17 landgräfliche Huben.
  • 1742 (Kasseler Acker): 703 Land, 164 Wiesen, 25 Wald.
  • 1885 (Hektar): 275, davon 201 Acker (= 73.09 %), 39 Wiesen (= 14.18 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 276, davon 0 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1537: 11 Hübner, 3 Köttner, 9 Beisassen (vgl. Flächennutzung).
  • 1575/85: 20, 1639: 5 verheiratete, 3 verwitwete Hausgesesse.
  • 1742: 26 1/2 Häuser. 1747: 27 Hausgesesse. 1767: 128 Einwohner.
  • 1834: 196, 1885: 215 Einwohner.
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert.
  • 1885: 215, davon 215 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 288, 1939: 312, 1950: 513, 1961: 390 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 89 Land- und Forstwirtschaft, 67 Produzierendes Gewerbe, 15 Handel und Verkehr, 15 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 390, davon 325 evangelisch (= 83.33 %), 65 katholisch (= 16.67 %)
  • Um 1510: 9 wehrhafte Männer (5 Pflüge, 9 Fastnachtshühner).

Diagramme:

Mühlhausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1376: Amt Homberg
  • 1462 und später: Gericht auf der Efze, Amt Homberg
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton und Friedensgericht Homberg
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Homberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • 1822: Landgericht Homberg
  • 1832: Justizamt Homberg
  • 1867: Amtsgericht Homberg
  • 1879: Amtsgericht Homberg
  • 1968: Amtsgericht Homberg

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Stadtteil Homberg (Efze) eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1209 und noch um 1340: Stift Fritzlar hat Einkünfte zu Mühlhausen.
  • 1267: Kloster Eppenberg verkauft eine Hube zu Mühlhausen an Hartmann und Albert.
  • 1280/89: Wigand, Bürger zu Homberg, verkauft Kloster Heidau seine Güter zu Mühlhausen.
  • 1283: Friedrich genannt Holzsadel verkauft die Güter zu Mühlhausen an Heinrich genannt von Hebel.
  • 1287: Kloster Spieskappel überlässt Stift Fritzlar einen Zins zu Mühlhausen.
  • 1306: Die Holzsadel übergeben dem Kloster Homberg ein halbes freies Gut zu Mühlhausen.
  • 1313: Hermann von Falkenberg, Pfarrer zu Mardorf, verzichtet auf einen Heuzins aus Gütern zu Mühlhausen zugunsten Kloster Heidau.
  • 1314: Homberger Bürger übergeben Kloster Homberg ihre Güter zu Mühlhausen.
  • 1348: Kloster Homberg verpachtet alle seine Güter zu Mühlhausen.
  • 1357: Kloster Spieskappel kauft Güter zu Mühlhausen.
  • 1362: Kloster Spieskappel tauscht Güter zu Mühlhausen ein.
  • 1386: Kloster Spieskappel erhält eine Hufe zu Mühlhausen.
  • 1400: Hermann Kule verkauft Landgraf Hermann seine Güter und 1403 eine Gülte zu Mühlhausen; Graf Johann von Ziegenhain belehnt Henne Holzsadel mit einem Gut zu Mühlhausen; folgend Belehnungen bis 1423.
  • 1405: Thilo von Falkenberg belehnt Buddener mit einem Gut zu Mühlhausen, das vordem Wynand innehatte.
  • 1506: Landgraf Wilhelm belehnt die von Uttershausen mit einem Hof zu Mühlhausen, ab 1609 von Habel, ab 1617 von Romrod bis 1629.
  • 1509: Hans von Falkenberg belehnt Werner Scheffer mit einer halben Hufe zu Mühlhausen.
  • 1575/85: Die von Uttershausen haben Hof zu Mühlhausen als hessisches Lehen.
  • 1596: Hans von Falkenberg verschreibt einen Getreidezins aus Mühlhausen.

Zehntverhältnisse:

1346: Landgraf Heinrich verschreibt der Kunigunde von Hebel den Zehnten zu Mühlhausen.

1611: Die von Falkenberg weisen die Lehnsleute an die von Löwenstein wegen des Zehnten zu Mühlhausen.

1612: Die von Falkenberg tauschen mit den von Löwenstein den Zehnten zu Mühlhausen gegen den zu Rockshausen.

Ortsadel:

1231-1364.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1306: cimiterium.

Pfarrzugehörigkeit:

1575/85: Filiale von Berge.

1747 und später: Mühlhausen nach Berge eingepfarrt.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen:

1829: Wickesche Stiftung (s. u. Unshausen).

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Mühlhausen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4163> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde