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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 21. Niedenstein

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Altenstädt

Stadtteil · 232 m über NN
Gemeinde Naumburg, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

6 km südöstlich von Wolfhagen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss im flachen östlichen Vorland der Weidelsburg. Kirche in der Mitte des Ortes in nach Norden hin abfallendem Gelände. Um den alten Ortskern sind seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs mehrere Neubaugebiete entstanden. Verkehrsverbindungen nach Norden zur B 251 sowie nach Brüdersen, Balhorn, Naumburg und Ippinghausen.

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Die Zuweisung der Belege zu Altenstädt vor dem 13. Jahrhundert kann nicht als gesichert gelten. Vgl. auch Altenstat und Alstadt.

H. Reimer weist darauf hin, dass sich die namentlichen Erwähnungen von 831 bis 1123 vielleicht auf das später erscheinende Altenstädt beziehen, was jedoch lautlich nicht dasselbe sei (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 13).

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1403)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Umlegung der Flur:

1896-1900

Älteste Gemarkungskarte:

1871

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3513545, 5682137
UTM: 32 U 513466 5680304
WGS84: 51.27391846° N, 9.193040932° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633018020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 722, davon 494 Acker (= 68.42 %), 82 Wiesen (= 11.36 %), 100 Holzungen (= 13.85 %)
  • 1961 (Hektar): 740, davon 77 Wald (= 10.41 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1579: 21 Kötner
  • 1663: 36 Haushaltungen
  • 1731: 37 Haushaltungen (Naumburg. Amtsrechn.)
  • 1885: 622, davon 620 evangelisch (= 99.68 %), 2 katholisch (= 0.32 %)
  • 1961: 813, davon 756 evangelisch (= 92.99 %), 41 katholisch (= 5.04 %)
  • 1970: 824

Diagramme:

Altenstädt: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 831: in pago Hassorum
  • 1384: Kurmainzisches Amt Naumburg (UA Hertingshausen)
  • 1403/1439: Erzstift Mainz, Amt Naumburg
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Amt Fritzlar und Naumburg (Stadt und Amtsvogtei)
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Fritzlar, Amt Naumburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Naumburg
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Fritzlar, Amt Naumburg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1971: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel, Gemeinde Naumburg (s. Gemeindeentwicklung)

Altkreis:

Wolfhagen

Gericht:

  • bis 1822: Amt Naumburg
  • 1822: Justizamt Naumburg
  • 1867: Amtsgericht Naumburg
  • 1879: Amtsgericht Naumburg
  • 1945: Amtsgericht Wolfhagen
  • 1948: Amtsgericht Wolfhagen (Zweigstelle Naumburg)
  • 1970: Amtsgericht Wolfhagen

Herrschaft:

Begleitet von bis in das 15. Jahrhundert andauernden Fehden mit den Landgrafen von Hessen bilden die Dörfer Altendorf, Altenstädt und Beltershausen seit dem Ende des 14. Jahrhundert das kleine kurmainzische Amt Naumburg, dessen Sitz die gleichnamige Stadt wird. 1544-1588 an Waldeck verpfändet und noch Anfang des 18. Jahrhunderts von den Landgrafen beansprucht, können die kurmainzischen Herrschaftsrechte bis zum Ende des Alten Reiches behauptet werden.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der Stadtgemeinde Naumburg eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1206 bestätigt Papst Innozenz dem Kloster Berich seinen Besitz in Altenstädt. In der Folge gelingt es dem Kloster, weiteren Besitz in Altenstädt zu erwerben.
  • 1353 verspricht Einolf von Geismar dem Kloster Berich von einem ihm verpachteten Platz in Aldenstede sechs Groschen Pacht zu zahlen.

Zehntverhältnisse:

1209/1310 hat das Petersstift Fritzlar Anteil am Zehnten in Almuthshausen

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • plebanus 1272 (HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 67)
  • Evangelische Pfarrkirche mit gotischem Wehrturm, Schiff 1753-54
  • Kirche der Selbständig-Evangelisch-Lutherischen Gemeinde 1923 am südlichen Ortsrand errichtet

Pfarrzugehörigkeit:

1574 gehört Altendorf zur Pfarrei Altenstädt. Im 17. Jahrhundert bis 1653 ist Altenstädt Filial von Elben und wird dann mit Balhorn verbunden. 1872 und 1994 Filial von Balhorn

Patronat:

1219 bestätigt Papst Honorius III. dem Bischof von Riga eine Reihe von Patronatsrechten in Deutschland, darunter das in Immenhausen.

Kloster Merxhausen, nach der Reformation Hospital Merxhausen

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Daniel Ditmar 1574 bis ca. 1589

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Schützeberg

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Altenstädt, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2241> (Stand: 6.11.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde