Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Altendorf

Stadtteil · 248 m über NN
Gemeinde Naumburg, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

12,5 km südöstlich von Wolfhagen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und geringer Siedlungsdichte im Tal der nordhessischen Elbe. Kirche in zentraler Lage. Verbindungsstraße von Fritzlar nach Naumburg (L 3214)

Ersterwähnung:

1206

Siedlungsentwicklung:

In der Gemarkung wurde ein jungsteinzeitliches Steinkammergrab gefunden.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1403)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Umlegung der Flur:

1871

Älteste Gemarkungskarte:

1807

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3514357, 5675678
UTM: 32 U 514277 5673848
WGS84: 51.21584192° N, 9.204418659° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633018010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 752, davon 451 Acker (= 59.97 %), 67 Wiesen (= 8.91 %), 178 Holzungen (= 23.67 %)
  • 1961 (Hektar): 909, davon 356 Wald (= 39.16 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1579: 21 Haushaltungen
  • 1692: 28 Haushaltungen
  • 1731: 24 Häuser (Naumburger Amtsrechnung)
  • 1885: 267, davon 267 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 302, davon 284 evangelisch (= 94.04 %), 18 katholisch (= 5.96 %)
  • 1970: 292

Diagramme:

Altendorf: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1384: Kurmainzisches Amt Naumburg (UA Hertingshausen)
  • 1403/1439: Erzstift Mainz, Amt Naumburg
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Amt Fritzlar und Naumburg (Stadt und Amtsvogtei)
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Fritzlar, Amt Naumburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Naumburg
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Fritzlar, Amt Naumburg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1971: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel, Gemeinde Naumburg (s. Gemeindeentwicklung)

Altkreis:

Wolfhagen

Gericht:

  • bis 1822: Amt Naumburg
  • 1822: Justizamt Naumburg
  • 1867: Amtsgericht Naumburg
  • 1879: Amtsgericht Naumburg
  • 1945: Amtsgericht Wolfhagen
  • 1948: Amtsgericht Wolfhagen (Zweigstelle Naumburg)
  • 1970: Amtsgericht Wolfhagen

Herrschaft:

Begleitet von bis in das 15. Jahrhundert andauernden Fehden mit den Landgrafen von Hessen bilden die Dörfer Altendorf, Altenstädt und Beltershausen seit dem Ende des 14. Jahrhundert das kleine kurmainzische Amt Naumburg, dessen Sitz die gleichnamige Stadt wird. 1544-1588 an Waldeck verpfändet und noch Anfang des 18. Jahrhunderts von den Landgrafen beansprucht, können die kurmainzischen Herrschaftsrechte bis zum Ende des Alten Reiches behauptet werden.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der Stadtgemeinde Naumburg eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1206 bestätigt Papst Innozenz dem Kloster Berich seinen Besitz in Altendorf. Graf Wittekind von Naumburg schenkt 1234 dem deutschen Orden u. a. Güter zu Altendorf.

Zehntverhältnisse:

1283 bestätigt Graf Otto von Waldeck, dass der Ritter Dietrich von Wagenbach im Einvernehmen mit seiner Frau und ihren Kindern, dem Kloster Berich der dritte Teil des Zehnten verkauft hat.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1201-1216: Kapelle belegt
  • Spätgotischer Chorturm mit zweigeschossisger Laternenhaube von 1788. Heutiges Schiff als klassizistischer Saalbau 1830 errichtet

Pfarrzugehörigkeit:

Die Kapelle gehört unter Papst Innozenz III. (1198-1216) zur Pfarrei der heutigen Wüstung Immenhausen, 1286 jedoch zum Kloster Merxhausen. 1574 Filiale der Pfarrei Altenstädt.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Nikodemus Hefenträger 1559-1568

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Bergheim

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Altendorf, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1993> (Stand: 29.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde