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4521 Liebenau
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 8. Listingen

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Liebenau

Stadtteil · 143 m über NN
Gemeinde Liebenau, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Stadt

Lagebezug:

7 km westlich von Hofgeismar

Lage und Verkehrslage:

Das Stadtgebiet als Ganzes gehört überwiegend zum Diemel- und Warmetal. Die Kernstadt selbst liegt am Südufer der Diemel.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Hofgeismar/Hümme – Warburg ("Diemeltalbahn I") (Inbetriebnahme der Strecke 6.3.1849, 6.2.1851).

Ersterwähnung:

1293

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1293 opidum

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3519715, 5706842
UTM: 32 U 519633 5704999
WGS84: 51.49579299° N, 9.282824454° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633016050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1961 (Hektar): 760, davon 216 Wald (= 28.42 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Liebenau: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1467-1570: Landgrafschaft Hessen, Amt Liebenau
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Amt Grebenstein (Der ökonomische Staat)
  • 1614: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Grebenstein
  • 1742: Landgrafschaft Hessen, Amt Hofgeismar
  • 1764: Landgrafschaft Hessen, Stadt und Amt Liebenau (der zuständige Rentmeister wohnt in Grebenstein)
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Grebenstein
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Stadt Liebenau
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Nieder-Meisser
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Hofgeismar
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Hofgeismar
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Hofgeismar
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel

Altkreis:

Hofgeismar

Gericht:

  • 1821: Justizamt Hofgeismar
  • 1822: Justizamt Hofgeismar
  • 1867: Amtsgericht Hofgeismar
  • 1879: Amtsgericht Hofgeismar
  • um 1900: Amtsgericht Hofgeismar
  • 1968: Amtsgericht Hofgeismar

Herrschaft:

1293 trägt Hermann von Desenberg genannt Spiegel (Spegil) seine Burg und Stadt Liebenau (Lybenowe) mit allem Zubehör, ausgenommen 16 Hufen, mit denen er von dem Landgrafen des Hessenlandes belehnt ist, dem Grafen Otto von Waldeck (Waldecke) zu Lehen auf.

1356-1467: Bischof von Paderborn

Seit 1467 und endgültig 1478 Landgrafschaft Hessen.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss der Stadt Liebenau mit den Gemeinden Grimelsheim, Haueda, Lamerden und Ostheim zur neuen Stadtgemeinde Liebenau. Zu deren weiterer Entwicklung s. Liebenau, Stadtgemeinde. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Liebenau.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1293 Belehnung der Grafen von Waldeck mit Liebenau durch Hermann Spiegel von Densenberg 1323 Liebenau im Besitz des Werner von Löwenstein, welcher die Hälfte von Burg und Stadt an die Herren von Pappenheim verkaufte. 1356-1359 Kauf der Löwensteinischen Hälfte von Burg und Stadt durch Paderborn. 1384 Löwensteinische Hälfte im Pfandbesitz der Spiegel. 1395 Waldeck überlässt seine Lehenshoheit Paderborn. 1454 öffneten die Spiegel Schloss und Stadt dem Erzbischof von Mainz. 1478 Paderborn tritt Stadt und Schloss an Hessen ab
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1294 wird erstmals eine Kirche erwähnt.

Pfarrzugehörigkeit:

1394 gehörte Liebenau als Filial zu Ostheim im paderb. Archidiakonat Warburg (GR Ostheim). Seit 1747 eigenständige Pfarrei der Klasse Grebenstein mit dem Filial Ostheim.

Patronat:

Das Patronat gehörte seit 1398 als Lehen derer von Groppe (GR Liebenau) und ging 1585 in hessischen Besitz über (Hochhuth 163).

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Ritter ca. 1525-1575, von Adam Krafft "vor der bauren aufruor" eingesetzt

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Mainzer Kirchenprovinz, Archidiakonat St. Marien zu Hofgeismar

Juden:

Filialort von Niedermeiser

1835: 36; 1861: 39; 1905: 17 Juden

Im Ort waren Juden vermutlich bereits Ende des 14./Anfang des 15. Jahrhunderts ansässig.

1920 und 1921 wurden im Ort 13 Beerdigungen auf eigenem Friedhof durchgeführt; ein einzelner älterer Grabstein von 1791. Er liegt Am Hopfenberg. (alemannia-judaica)

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Unter landgräficher Herrschaft seit 1467 zeitweise eigenes Amt.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Liebenau, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2081> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde